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Drei-Länder-Rudertour auf dem Bodensee
vom 21.06. bis 01. 07. 2001 (130km) - Fahrtenleitung: Manfred Becker / MR
| Teilnehmer | RC Saffonia | Heidi Kleine |
| Jutta Schilling (Schnatter) |
| Jürgen Woyt |
| RC Tegelort | Stefanie Gietz |
| Helga Häusler |
| TiB | Hilmar Scheffrahn |
| Klaus Wierick |
| MR | Manfred Becker |
| Hartmut Lindner |
| Ulla Schnauck |
| Petra Schwarzer |
| Hartmut Selke |
Do, 21.06. Die für die Bodensee-Tour auserwählten drei Zweier (2 Seegigs und 1 Doppelzweier) nebst Kleinzeug hatten wir bereits ein paar Tage vorher auf dem TiB-Gelände in Spandau auf dem Bootshänger verladen und verstaut. Gegen 13.00 Uhr startete ein Kleinbus mit dem Hänger und ein PKW mit den 12 urlaubseingestimmten Kameradinnen und Kameraden nach Süden.
Das Tagesziel war zunächst Trockau / Fränkische Schweiz. Da wir die dörfliche "Sonnenwendfeier" leider nicht finden konnten, begnügten wir uns nach dem Abendbrot mit einem kleinen Sonnenwendtrunk auf dem Hotel-Balkon unseres Fahrtenleiters. Auch die Suche von oben bis in die umliegenden Waldabschnitte nach irgendwelchen Sonnenwendsignalen schlug leider fehl. Na dann - Gute Nacht!
Fr, 22.06. Nach dem Frühstück starteten wir gen Bodensee. Leider mussten wir unterwegs eine Zwangspause einlegen, da unser Hänger eine Reifenpanne hatte. Die Reifendecke hatte sich gelöst! Zum Glück war gleich ein Parkplatz mit Restauration in der Nähe, so dass der nicht mit dem Reifenwechsel im nächsten Ort beschäftigte Rest der Gruppe die einstündige Pause speisend und einkaufend nutzen konnte.
Die Weiterfahrt führte uns schließlich bis Konstanz, wo für 3 Tage die Unterkunft im Don Bosco Jugendgästehaus vorbereitet war. Nach dem Einrichten und "Frischmachen" brauchten wir nur ein paar Schritte zu laufen, um den Abend bei Essen und Trinken in der Sport-Gaststätte "Waldheim" gemütlich ausklingen zu lassen.
Sa, 23.06. Ein schöner, warmer Tag. Zunächst aber musste der RV Neptun Konstanz gefunden werden, damit dort die Boote abgeladen und wieder aufgeriggert werden konnten. Die nicht ganz einfache Straßenführung machte das Finden und Erreichen des Vereins, insbesondere für das lange Bus-Hänger-Gespann, nicht leicht. Erst nach mehreren Anläufen (d.h. Stadtrundfahrten) ist es uns gelungen. Aber auch so etwas macht mal Spaß!
Endlich wurden unsere drei Boote sowie ein Leihboot vom RV "Neptun" für die erste Etappe eingesetzt. Mit den vier Booten waren wir nun alle 12 auf dem Wasser. Ziel war die Blumeninsel Mainau, die aus Gründen des Naturschutzes nur etwa halb umfahren werden kann. Da ein Anlegen nicht gestattet ist, genossen wir zunächst lediglich den Inselblick und machten uns dann bald auf die Rückfahrt nach Konstanz zum RV "Neptun".
Anschließend fuhren wir über Land zur Inselbesichtigung. Durch Zusammenschluss mit einer Schweizer Gruppe kamen wir übrigens in den Genuss des Gruppentarifs, der erst ab 20 Personen galt.
Anhand des Inselplans wurden die sehr beeindruckenden Blumen- und Gewächsformationen bestaunt, sowie auch das Barockschloss mit der Schlosskirche und dem angrenzenden Palmenhaus mit den Schlossterrassen. Ein wunderschöner Ausflug ging zu Ende.
Abendessen in einer Sport-Gaststätte neben unserer Unterkunft.
So, 24.06. Frühstück im Gästehaus mit anschließender Besichtigung der Bonsai-Gartenanlage des stolzen Heimleiters.
Vom RV "Neptun" starteten wenig später bei wiederum herrlichem Wetter die Boote zur zweiten Etappe, die uns in den Schweizer Teil des Bodensees führte. Die ursprünglich vorgesehene Tour in Richtung Insel Reichenau und Untersee wurde wegen einer sichtlich starken Gegenströmung fallengelassen.
Wer heute den Sonnenschutz nicht so genau nahm (Hilmar!), hatte dies abends zu spüren bekommen. Vorbei an Kreuzlingen und Uttwil wurde vor Romanshorn die Mittagsrast in einem schattigen Gartenlokal eingelegt. Danach ging es dann noch weiter bis Arbon. Die heute mehr als 30 km waren bei dieser Hitze auch genug. Die Boote wurden auf dem Gelände des Seeclub Arbon gelagert.
Gegen 17.00 Uhr brachte uns der Landdienst zurück nach Konstanz, wo wir die letzte Nacht im Don Bosco Gästehaus verbrachten.
Mo, 25.06. Heute war ruderfrei! Dafür hieß es Koffer packen. Nach Einbringen unseres Gepäcks in die Fahrzeuge fuhr die gesamte Gruppe in die Schweiz nach Arbon. In den Umkleideräumen des Seeclub Arbon bereiteten wir unser LUMA-Nachtlager und machten uns dann nach einigen willkommenen Mußestunden auf, um dem 2500m hohen Säntis einen Nachmittagsbesuch abzustatten.
Nach vorheriger Beratung durch die sehr freundlichen Schweizer Ruderkameraden fuhren wir also über St.Gallen zur Talstation, um dann mit der Seilbahn auf den Säntis zu gelangen.
Der Gipfel ist vollgespickt mit Telecom-Einrichtungen und Gasthäusern. Wie uns bereits angekündigt wurde, gab es da oben keinen Bewegungsraum für Kurzwanderungen, so dass wir bald wieder die Rückfahrt antraten. Immerhin - der Blick über die z.T. schneebedeckten Gipfel ist beeindruckend. Den Bodensee konnten wir aber nur erahnen, da es zu diesig war (wie dort immer bei schönem Wetter).
Nach einer deftigen Schneeballschlacht bei Sommerwetter fuhren wir bald wieder bergab. Vor der Rückfahrt wurde jedoch noch eine neben der Seilbahnstation liegende Käserei besichtigt - natürlich mit ausgiebiger Verkostung!
Der Abend war zauberhaft: Unmittelbar am Ufer des Bodensees wurde von uns auf dem Vereinsgelände des Seeclub Arbon eine üppige Tafel errichtet, bestückt mit allerlei Leckerem aus Konstanzer Feinkostgeschäften und erlesenen Getränken (ein fleißiger Landdienst!).
Als Dank für die sehr freundliche Aufnahme waren die Schweizer Ruderkameraden unsere Gäste. Bei wunderschönem Abendrot wurde viel erzählt, (ein wenig) Wein verkostet und mit Akkordeon-Begleitung gesungen. Ein stimmungsvoller Ausklang.
Di, 26.06. Wie nicht anders zu erwarten, waren alle nach dem Klingeln der Wecker sofort wieder topfit. So konnte bald am Wasser fröhlich gefrühstückt werden. Anschließend lauschten wir den knappen aber strengen Tagesanweisungen des VL, die selbstverständlich ohne zu murren entgegengenommen wurden.
Die Etappe Arbon - Bregenz (28km) begann ebenfalls bei herrlichem Sommerwetter. Hinter Rorschach, etwa 3 km vor der Rheinmündung, steuerten wir zunächst eine sehr schön gelegene Badewiese an. In einem Restaurant am Seglerhafen gönnten wir uns eine kleine Mittagsrast im Schatten. Der Kellner bestätigte uns, dass wir uns nunmehr in Österreich befanden. Leider fiel die Liegepause am Strand sehr kurz aus, da es weit und breit keinen Schatten gab. Einige nutzten aber die Zeit noch schnell für ein erfrischendes Bad.
Dann wurde die Fahrt fortgesetzt. Wir durchfuhren bald das recht brodelnde lehmfarbene Wasser des Bodensee-Rheindeltas. Vorbei am Flüsschen Bregenzer Ach erreichten die Boote dann den RV Wiking Bregenz, auf dessen Gelände wir die Boote über Nacht lagern durften. Da in Österreich die Uferwege - auch vor Bootshäusern - öffentlich zugängig sind, mussten Boote und Kleinzeug besonders gesichert werden. Alle losen Materialien und Gepäckstücke konnten jedoch in der Bootshalle des Vereins übernachten.
Nach Aufsuchen unserer Unterkunft in Bregenz, einem kleinen Hotel anstelle des ursprünglich vorgesehenen aber belegten Jugendgästehauses, folgten die üblichen Landgang-Vorbereitungen und der anschließende Stadtbummel mit Abendessen. Einige besichtigten danach noch die berühmte Seebühne (zu sehen waren lediglich vorbereitende Bühnenarbeiten für die leider erst Mitte Juli stattfindende "La Bohème"-Aufführung von Puccini).
Mi, 27.06. Die Entfernung von Bregenz nach Lindau ist recht kurz. Nach ca. 8 km fuhren die drei Zweier an der Hafeneinfahrt vorbei und erreichten wenig später den nördlich am Festland gelegenen Ruderclub Lindau, wo die Boote über Nacht gelagert werden durften. Der romantische Altstadt-Spaziergang und das Miterleben einer Ankunft von einem Dutzend Oldtimern aus Frankreich und England am Hafen waren der Höhepunkt an diesem Sonnentag. Ebenso aber auch die freudige Begrüßung der Märker Wolfgang und Monika Reim, die ihre Urlaubs-Rückreise unterbrachen, um uns für zwei Tage zu besuchen und zu begleiten.
Der ursprünglich für diesen Nachmittag geplante Bergbesuch per Seilbahn auf den Pfänder in Bregenz wurde wegen der Hitze (über 30 °C) und schlechter Sicht fallengelassen.
Nach einer Mittags- und Kaffeepause verabschiedeten wir uns von Lindau, um für die nächsten drei Tage ein Quartier in einem hübschen und sehr ruhig gelegenen Apartmenthaus auf dem Lande, etwa 20 km nordöstlich von Lindau in Hergensweiler, zu beziehen. Abends zogen die angekündigten Gewitterwolken auf.
Do, 28.06. Die programmgemäße Rudertour von Lindau nach Friedrichshafen fand zwar statt, aber erst am späten Nachmittag. Zunächst erwachten wir bei Regenwetter und beschlossen eine "Kultureinlage". So fuhren wir in Richtung Meersburg/Überlingen, um zunächst die sehr eindrucksvolle Klosterkirche Birnau (...die mit dem Honigschlecker) zu besichtigen. Nach dem Bodensee-Rundblick vom Kirchplatz aus ging es zu dem berühmten Pfahlbauten-Freilichtmuseum nach Unteruhldingen. Am Ende einer interessant gestalteten Führung stellte sich wieder Wetterbesserung ein, so dass die oben erwähnte Ruderetappe von etwa 23 km stattfinden konnte.
Wir ruderten nach der Umrundung der Lindau-Insel zügig und bei teilweise sehr hohem Wellengang (kaum zu glauben, wie der kleine Doppelzweier "Fulda" dies meisterte!) über Wasserburg und Langenargen bis zum RV Friedrichshafen, der nahe der Hafeneinfahrt und dem Zeppelinmuseum beheimatet ist.
Später als sonst üblich kamen wir ins Quartier. Im Garten erwartete uns ein tolles Abendbuffet mit vielen Köstlichkeiten - vom Landdienst vorbereitet. Es wurde insbesondere von den Frauen und einem Mann (natürlich Klaus) fertiggestellt. Selbst der recht kräftige Aperitif (Caipirhina) fehlte nicht! Schade nur, dass wir wegen eines plötzlich einsetzenden Regens in den Frühstücksraum umziehen mussten.
Fr, 29.06. Der letzte Rudertag und der morgendliche Abschied von Monika und Wolfgang, die wieder weiter gen Norden fuhren.
Vor der Bootsverladung machten wir vom RV Friedrichshafen noch eine Stippfahrt von etwa zwei Stunden Richtung Immenstadt und zurück, vorbei an der schönen Klosterkirche bei Manzell und einigen Seebädern. Anschließend erfolgte die Bootsverladung. Der Hänger blieb dann noch im Club stehen.
Nachmittags genossen wir noch ein paar Stunden die Sonne auf der Wiese vor unseren Apartments, um uns dann gemäß VL-Programm (noch vor dem Abendessen) eine private "Marmeladenfabrikation" anzusehen, die sich jedoch im wesentlichen als die benachbarte Schnapsbrennerei unserer Wirtsleute entpuppte (selbstverständlich konnte man aber auch köstliche selbstgemachte Marmelade erwerben!).
Nach einem interessanten Vortrag des Hausherrn über die Entstehung von Himbeer-, Marillen-, Williams- und anderen "Geistern" begann - sozusagen Zug um Zug - die Verkostung diverser Sorten. Doch man staune: Es gab Dank der erstklassigen und z.T. prämiierten Qualitäten weder "Schwächeanfälle" noch "dicke Köpfe"!
Unser Abschiedsessen nahmen wir später in einem von Junikäfern umschwirrten Gartenlokal ein, das nach einem gesunden halbstündigen Spaziergang über Stock, Stein und weiten Wiesen zielsicher erreicht wurde. Von Glühwürmchen begleitet erfolgte zu noch späterer Stunde der Rückweg zu unserem Landquartier.
Sa, 30.06. Dem wiederum reichhaltigen Frühstück folgten das Kofferpacken und Aufklaren der Quartiere. Bevor an diesem letzten Bodensee-Tag der im RV Friedrichshafen stehende Hänger angekoppelt wurde, hatte die Fahrtenleitung noch eine hoch interessante Führung ins benachbarte Zeppelin-Museum in die Wege geleitet.
Durch eigene Mitwirkung an und um den Luftschiffbau ab den 30er Jahren war der Vortrag eines 87jährigen(!) rüstigen Veteranen besonders spannend. Von der Werkstoff- und Füllgaskunde über die Menükarte bis zu Langstreckenrekorden, wie z. B. New York - Europa - Tokio, wurden viele Wissensgebiete lebendig dargestellt. Diese Schilderungen erhielten wir übrigens während des Rundganges durch die Decks im Innern eines im Originalmaßstab rekonstruierten Luftschiffteils von LZ 129 "Hindenburg".Darüber hinaus gab es noch Informationen über die Maybach-Motoren (Luftschiff-Antriebe und Staatskarossen), sowie über Vorläufer im Luftschiffbau: Die mehr als 100 im 1.Weltkrieg mit zweifelhaftem Erfolg operierenden Holzkonstruktionen von den Erbauern Schütte-Lanz (Wanderausstellung).
Nach einem Restaurant-Besuch an der Bodenseepromenade nahmen wir Abschied von diesem herrlichen Ruderrevier und traten die Heimreise an. Zunächst wieder bis Trockau, mit Übernachtung im selben Gasthaus.
So, 01.07. Am nächsten Tag erreichten wir - Dank an unser eingespieltes Fahrerteam! - planmäßig Berlin. Bei der TiB angekommen, wurden die üblichen Abschlusshandgriffe vollzogen. Letzter Höhepunkt war schließlich eine von Edeltraut Wierick angerichtete hübsche Kaffeetafel. Dafür bedanken wir uns nochmals recht herzlich!
Dies war wieder eine sehr interessante und stimmungsvolle, von kulturellen Ereignissen begleitete Rudertour, die nicht zuletzt auch durch das herrliche Sommerwetter in besonderer Erinnerung bleiben wird.
Dank des Fahrtenleiters Manne Becker und der vielen mitwirkenden Kameradinnen und Kameraden!
Steffi G./HaSe
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