|
MR-Home > Vereinsleben >
Berichte > Holländisches Friesland 2002
- 1. Bericht - von Ulla (Märkischer Ruderverein)
- 2. Bericht - von Christa und Regina (Ruderclub Tegelort)

Eine Käsetour durch das holländische Friesland
mit der Barke vom 13. bis 23.06.2002
Die "Reisegruppe Teuerkauf" war mal wieder unterwegs. Unter der bewährten Leitung von Manne Becker machten sich vier Tegelorter Damen, zwei Saffonen, ein Arkone, zwei TiB-Ruderer und sechs Märker(innen) auf den langen Weg Richtung Holland. Für eine Unterbrechung der Fahrtstrecke haben wir in Ibbenbüren Halt gemacht. Die Damen schliefen in einer lauschigen Wohnung bei Annette, die Herren im Hotel.
Unser Ziel, Grou in Friesland, ein großes Wassersport-Bungalow-Zentrum, war am nächsten Tag schnell erreicht. Wir konnten noch am Nachmittag die Barke ins Wasser lassen. Aber erst musste Hilmar die schiefen Dollen – in gewohnter Manier mit behelfsmäßigem Werkzeug – wieder aufrichten. Die Barke war nun tagsüber unser Zuhause, die drei Bungalows dienten der nächtlichen Erholung (soweit die Zeit dafür blieb) und den abendlichen Treffs zur genussvollen Stärkung der rudergeschundenen Körper. Der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt, was die flüssigen Erfrischungen nach dem Rudern als auch die "festen Mahlzeiten" betraf. Besonders hervor zu heben sind die Kreationen der Tegelorter Damen, die uns die Leckereien profihaft mit Schürze und Häubchen servierten. Es blieb keiner hungrig und durstig, die Einkäufe für 15 Personen konnten sich sehen lassen. Typisch holländischer Käse war natürlich auch reichlich dabei.
Mit unserer Barke "Berlin", geliehen von der TiB, ruderten wir auf Kanälen und Seen, 181 km haben wir geschafft, mit an Bord viel Mineralwasser, denn es war sommerlich warm und die Sonne meinte es gut mit uns. Das Regenzeug mussten wir nur ein Mal "herauskramen".
Friesland ist ein Wassersportgebiet, wie es im Buche steht. Das Gewässernetz ist so dicht, dass es schon seltsam anmutet, wenn ein paar Meter weiter über die Wiese Segelmasten "entlang fahren" oder das Deck von großen Motorbooten sich vorwärts bewegt. Natürlich ist die Gefahr, nicht den richtigen Kurs zu finden, ziemlich groß, aber dank gutem Kartenmaterial und dem Gespür der Steuerleute hielt sich dies in Grenzen. Wir fuhren gemütlich durch Naturschutzgebiete, an weidendem Vieh vorbei, über große Wasserflächen, wo uns der Wind zu schaffen machte, wieder in schmalen Kanälen, dann wieder durch urgemütliche, verträumte Städtchen mit lauschigen Plätzchen am Wasser zum Anlegen und Stärken. Der Flüssigkeitsbedarf war groß bei diesen überwiegend sehr sommerlichen Temperaturen und dem vielen Sonnenschein.
Die Durchfahrten durch diese Orte erforderten gute Beherrschung der Ruder-Kommandos: "Riemen lang", "Mannschaft lang legen" oder "Köpfe einziehen". Die kleinen Zug- oder Drehbrücken werden nur für große Boote geöffnet.
Unsere Barke erregte viel Interesse unter den Holländern, solch ein Gefährt sieht man dort nicht alle Tage. Im Ruderklub von Leeuwarden, wo wir die Barke über Nacht am Steg liegen ließen, stiegen die interessierten Ruderer und Ruderinnen kurzerhand in das Boot, um mal die Erfahrung einer Barke zu machen.
Der krönende Abschluss dieser ganzen Fahrt war am letzten Tag eine Tour in einem der typischen Plattboden-Segelboote.
Anstatt aktiv zu rudern, mussten wir einige "segeltechnische Raffinessen" über uns ergehen lassen. Wir hatten dabei viel Spaß und genossen die schöne Landschaft einmal aus einer anderen Perspektive.
Lieber Manne, es war wieder eine dufte "Teuerkauf-Fahrt" (was ist heute schon billig?). Wir bedanken uns dafür, auch bei Annette für die "Übernachtung mit Komfort", und freuen uns schon aufs nächste Jahr – wohin?
Ulla

Wanderfahrt durch das Holländische Friesland
vom 13.06. bis 23.06.2002
Endlich war es soweit. "Manne" Becker vom Märkischen Ruderverein hatte 15 Ruderkameraden/innen aus fünf Rudervereinen – MR, Saffonia, Tegelort, TiB, Arkona – zu einer Käsetour durch das Holländische Friesland gerufen. Pünktlich um 14.00 Uhr wurden wir, Regina und Christa, von Hartmut von zu Haus abgeholt. Die Busreisenden, die den Bootsanhänger mitnahmen, trafen sich bei der TiB in Tiefwerder/Spandau.
Die erste Etappe ging bis Ibbenbüren bei Osnabrück. Dort schliefen die Frauen bei Annette vom MR, denn sie war dort einmal zu Hause und bewohnt dort noch ein wunderschönes Häuschen. Schnell wurden die Betten aufgeteilt und ab ging es zu den Männern ins Hotel zum fürstlichen Abendessen
Um 11.00 Uhr hieß es am nächsten Tag Abfahrt zu unserem Endziel nach Grou/Holland. Dort angekommen waren wir überrascht, wie wunderschön diese Ferienanlage lag und wie groß und geräumig die drei gemieteten Häuschen waren. Ruckzuck waren die Zimmer verteilt und man konnte den ersten Drink zur Begrüßung nehmen. Danach wurde die Barke zu Wasser gelassen und startklar gemacht.
Am Sonnabend hieß es pünktlich um 09.30 Abfahrt zur 1. Etappe: eine Rundfahrt um Grou-Princenhof-Grou, damit man einen kleinen Eindruck von der Umgebung gewinnen konnte. Trotz sehr starkem Wind und hoher Wellen wurden die 28 km gut gemeistert. Der Landdienst hatte alle Hände voll zu tun, denn er musste für die hungrigen und durstigen Mäuler ein lukullisches
Abendessen zaubern. Nach diesem Tag kannte man sich besten bei ALDI und Lidl aus. Jeden Abend war man gespannt, was die Kameraden so alles in der Küche gezaubert hatten. Im Restaurant hätte es wahrhaftig nicht besser sein können.
Am Sonntag traten wir unsere Fünf-Tage-Rundfahrt von Grou über Leeuwarden – Dokkum – Bergumermeer – Princenhof - Grou an. Die erste Tour ging bis Leeuwarden durch zauberhafte Ortschaften mit ihren engen Kanälen. Dort angekommen war Pannekoeken-Essen im Pannekoekenboot im Zentrum angesagt. Es war einfach super. Unser Boot wurde bei der Rudervereinigung Wetterville festgemacht, doch zuvor mussten die Kameraden dieses Rudervereins noch eine große Runde in der Barke rudern, da sie dieses Ruderboot einmalig fanden. Der Bus brachte uns danach wieder zu unserem Quartier nach Grou.
Am nächsten Tag schien schon früh die Sonne heiß vom Himmel. Heute mussten 30 km von Leeuwarden nach Dokkum gerudert werden. Wieder ging es durch Kanäle, malerische Ortschaften und zahlreiche Brücken. Die Steuerleute hatten viel zu tun, sie mussten wahrhaft Maßarbeit leisten. Und wir taten etwas für unsere Bauchmuskulatur, denn 20 Mal hieß es "Riemen lang und hinlegen". Wie Flundern glitten wir unter den Brücken durch. Es war nicht nur eine Sport- sondern auch eine "Bildungsreise". So manche Kommandos waren uns völlig neu, z.B. "Wasser von vorn"
oder "flach ziehen". Natürlich brüllten alle lachend los. Für unsere Lachmuskeln wurde im Übrigen sehr viel getan. Die abendlichen Zusammenkünfte hatten einen großen Anteil daran. Endlich angekommen in Dokkum fand man auch gleich einen guten Liegeplatz für die Barke. Der kleine Ort Dokkum mit seinen engen Gassen war ganz bezaubernd. Leider konnte davon nur der Landdienst schwärmen, denn die Mannschaft war von dem heißen Sommertag so kaputt, das man sich entschloss, sofort zurück ins Quartier zu fahren.
Am Dienstag hieß es dann wieder zurück über das Bergumermeer, wo in Klein-Zwitserland (Campingplatz) unsere Barke ihren Liegeplatz fand. Von hier starteten wir am Mittwoch zur 4. Etappe bis zum Princenhof-Hafen und am Donnerstag bei strömendem Regen weiter nach Grou.
Leider mussten wir am Freitag unser Quartier räumen und eine Nacht in der Jugendherberge schlafen. Deswegen hieß es morgens nach dem Wecken: Häuser reinigen, Sachen zusammen packen. Doch schnell war alles erledigt und man konnte noch einmal zu einer Rundfahrt Grou - Nes-Jirnsum – Grou starten. Leider hatten unsere Fußballfreunde kein Interesse für diese Tour, denn es wurde im Fernsehen ein Deutschland-Spiel übertragen. Dabei zeigte sich Holland heute von seiner schönsten Seite. Unterwegs wurde bei schönem Wetter in Nes-Jirsum in einem am Wasser gelegenen Restaurant zwecks Erfrischung noch einmal angelegt. Da die Holländer sehr viel mit Segel- und Motorbooten unterwegs sind, war natürlich auch hier sofort das Interesse der Restaurantgäste für die Barke geweckt. Die Freundlichkeit, die uns von den Holländern entgegen gebracht wurde, war Spitze.
Schnell vergingen die Tage und schon hieß es "Barke verladen". Die schöne Zeit war fast vorbei. Aber eine große Überraschung hatte Manne noch für uns parat. Am letzten Tag unternahmen wir mit einem historischen Flachschiff (Schack) einen dreistündigen Segeltörn. Das war für uns alle ein wunderbares Erlebnis, denn ausgerechnet an diesem Tag hatten wir herrliches Segelwetter. Abends hieß es Koffer packen, denn am nächsten Tag ging es gen Heimat mit einem Zwischenstopp in Ibbenbüren.
Hier gab es das letzte gemeinsame Essen und die Danksagung an unseren Fahrtenleiter für diese schöne und harmonische Fahrt. Die Rückreise verlief ohne Probleme, so dass alle Kameraden/innen bei der TiB angekommen, an einer hübsch gedeckten Kaffeetafel gemeinsam die nette Fahrt ausklingen lassen konnten. Den Damen sei von hier noch einmal ein herzlicher Dank gesagt für den lecker schmeckenden Kuchen.
Christa und Regina (RC Tegelort)
|