Märkischer Ruderverein e.V. - Berlin
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Gemeinschaftsfahrt ans Sneekermeer/Holland 1989

Am 16.6.89 starteten 12 Ruderer aus den Vereinen der Arkonen, Saffonen und Märkern zu einer Ruder-Erholungs-Gemeinschaftstour nach Holland ans Sneekermeer bei Sneek.

Wie an einem Freitag in Berlin, waren wir nicht die einzigen, die zu einer Fahrt ins Bundesgebiet am Grenzübergang eintrafen. Nach 6-stündiger Fahrt mit einem Pkw und einem Bus mit Bootsanhänger trafen wir in Fallingbostel zu einer Übernachtung in einer Jugendherberge ein. In einem nahegelegenen Restaurant nahmen wir eine leckere warme Speise und einige deutsche Biere vom Faß, die letzten für sieben Tage nach deutschem Reinheitsgebot, ein. Gegen 23 Uhr begann dann die Nachtruhe in der DJH, indem wir den Geburtstag von Jürgen W. im Sechsbettzimmer versuchten, leise zu feiern. Dies wurde am nächsten Morgen vom Nachbarzimmer leider nicht gewürdigt.

Nach einem typischen Jugendherbergsfrühstück, wer konnte sich bis dahin noch daran erinnern, lag es an uns, das benutzte Geschirr wieder in einen sauberen Zustand zu versetzen. Netterweise räumte Lothar das Frühstücksgeschirr des unbeteiligten Nebentisches gleich mit ab, worauf der Abwasch natürlich etwas umfangreicher ausfiel.

Gegen 9 Uhr ging es dann zu unserem Ziel nach Holland, wo wir ohne besondere Vorkommnisse um 14 Uhr eintrafen. Am Sneekermeer am de Potten bezogen wir zwei Ferienhäuser. Die ersten Einkäufe von Überlebensmitteln wurden getätigt, Kaffee-trinken und Sonnenbaden waren angesagt, einzelne Schläfer zogen sich zurück. Michael ließ mal schnell eine Kiste Wein auftippen - zwei Flaschen überlebten sogar - und die Fahrtenkasse wurde auch ein erstes Mal vermi?t, gesucht und gefunden. Die Boote wurden fahrbereit gemacht, wozu kleinere Reparaturen an den Befestigungen der Ausleger notwendig waren. Am Abend wurden dann die Schlafplätze für die Doppelliege im "Herrenhaus" ausgewürfelt und Matratzentauschaktionen mit benachbarten Häusern arrangiert. Den Ausklang des Ankunftstages genossen wir mit einem 2-stündigen Abendessen vom Grill. Es wurde Tiefgefrorenes auf Holzkohle serviert. Anschließend begann ein Fotowettbewerb, Thema: Sonnenuntergang am Sneekermeer, es folgte eine Modenschau mit den Modellen neuester Ruderausgehanzüge und schließlich ein Vollmondabend mit Akkordeonmusik unseres Vollblutmusikers Hartmut S.

Sonntag, den 18. 6. 89

Ich hatte ein bißchen Pech beim Würfeln (oder war alles abgesprochen von den Fahrtenteilnehmern, mir eins auszuwischen?) Na, egal, diesmal ist halt der Fahrtenleiter dran, mal so richtig über alle herzuziehen.

Nachdem ich versucht habe, die Kameraden um 7.OO Uhr bei herrlichem Sonnenschein zu wecken, ging die erste Motzerei los. "Habe Urlaub! " "Laß mich in Ruhe! " usw. Jedenfalls, man kam aus dem Motzen nicht raus, bis zum Frühstück hatte man keine klare Linie reinbekommen.

Nachdem Lollo für eine Woche zum Abwaschen verdammt wurde (in der Jugendherberge hatte er sehr großzügig das Geschirr auch von den Nachbartischen eingesammelt) und Jürgen W. lO Minuten lang versucht hatte, seinen Akkustaubsauger in Gang zu setzen, sollte endlich der 1. Rudertag beginnen. Nachdem die Mannschaften schnell eingeteilt waren und eine Ruderstrecke von ca. 25 km festgelegt wurde, sind die 2 Vierer losgezottelt. Geplant waren von mir, zum Angewöhnen ca. 25 km, gerudert sind sie 13. Das sagt doch alles über die Kameraden. Oder ?

Nachdem Wolfgang und ich vergeblich ganz Sneek nach den Kameraden durchsucht hatten, kam Wolfgang auf die Idee, laß uns doch bei unserem Quartier "in die Destille" gucken, und siehe da, da saßen sie alle beim Bier. Auf die Frage: "Warum hier und nicht auf dem Wasser?" Antwort: "Zu heiß".

Nachdem wir in Sneek gegessen und abends auf der Terrasse den Sonnenuntergang genossen hatten, kehrte wieder Ruhe in unseren netten, wilden Haufen ein.

Ach, da war übrigens noch eine Krönung des Tages. Michael hatte einen ausgesprochenen Glückstag. Er ließ eine Kiste Wein aus seinen Händen, gleiten. Soviel Geschick gibt es nur einmal.

Übrigens um 23. 37 Uhr kommen dort die Satelliten XY und XY 1 vorbei.

Manfred Becker

Montag, den 19. 6. 89

Als wir am Montag früh nach dem bemerkenswerten "Geburtstagslagerfeuer" um Mitternacht wach wurden, kamen als erste die Enten ins Haus, um zu gratulieren.

Heidi und Micha schufteten, um das Wachs vom nächtlichen "Tropfkonzert" zu entfernen. Was ihnen auch gut gelang. Geburtstagskind Harte Selke und Ulla sorgten fürs Frühstück und fürs abendliche Galadinner.

Nur mit dem Kuchen hatten wir so unsere Malaisse. Wenige mochten ihn. Er erinnerte so an kleistrige Angelmasse. Lollo, sehr ordentlich, tat alle Frühstückskrümel in eine Tüte. Leider hat er sie laut platzen lassen. Und Jürgen mußte Staub saugen.

Dann ging es in die Boote. Die Sonne stieg immer hoher und brannte unbarmherzig. Nach einigen Kilometern erschienen uns Palmen. Der Durst meldete sich. Bei genauerem Hinsehen entpuppte sich ein Restaurant. Das Bier zischte förmlich. Auf Lollos Kosten. Er hat nicht gemerkt, daß ein Skull verkehrt eingelegt war.

Uns gefiel dieses Fleckchen so gut, daß wir uns für Donnerstag ein Plätzchen sicherten.

Am Montagabend setzte sich die Serie von Sonnenuntergängen fort: Klappe die 2.

Christine Bothmann

Dienstag, den 2O. 6. 89

"So ein Tag, so wunderschön wie heute", haben wir beim Aufstehen um 7.30 Uhr zwar nicht gesungen, aber uns war so danach. Blitzblanker blauer Himmel, herrliche Frische vermittelte das noch vom Tau feuchte Gras. Unsere Ahnung: es wird wieder ein sonnenreicher Tag. Der Landdienst (Hanne und Christine) war schon lange unterwegs, um frische Backwaren zu besorgen. Doch offensichtlich herrschte doppeltes "Nachtbackverbot", denn der Bäcker öffnete erst spät sein Geschäft. Schließlich doch: ein leckeres Frühstück und strammer Kaffee/Tee. Auch Klecker- sowie Krümelpunkte konnten wieder reichlich vergeben werden. Letzteres zum Vorteil der herlauffreudigen Enten, die alles schnell verputzen. Nur Harte S. ' Geburtstagskuchen war noch immer nicht vertilgt, trotz seiner oftmaligen Lobeshymnen.

10.00 Uhr! Des FL' s kräftige Stimme schallte in die Runde: "Bitte ruderfertig machen! "

Windstille. Schon jetzt herrschte knackige Wärme. Da klapperte es in den "Cooler", Selters wurde für die Fahrt gebunkert. Von fixen Händen waren die beiden Vierer gekonnt über die hohe Uferabgrenzung ins Wasser gelassen (wir waren ja schon geübt!) und ab ging es um lO.20 Uhr in Richtung Sneekermeer. Dort erhofften wir uns eine kühlende Brise.

Bald dann bogen wir nach Südosten ab und befuhren die Kanäle/Grachten Joustervaart, Noorder Oudeweg, Bornzwaag. Viel flaches Gelände, Wiesen und wenige Häuser. Ab und zu mal Schafe und Rindvieh. Aber für uns war es ein optischer Genuß, alles so in landschaftlicher Ruhe vorzufinden.

Bei noch steigender Sonne bildeten sich schnell und immer häufiger die kleinen Wasseransammlungen, Schweiß genannt. Die Trinkvorräte waren hochwillkommen. Wen wundert es, daß wir nach guten 2O km Ruderfahrt genug hatten und somit wieder "De Potten" ansteuerten.

So streckten wir uns gerne auf dem Rasen vor unseren Ferienhäusern aus, spielten Karten oder Mäxchen.

Dann folgte eine Stippvisite im gegenüberliegenden Park, wo Schüler ihren Schulabschluß mit einer lautstarken Musikfete begingen. Und zur inneren Erbauung strebten wir zum Snack-Restaurant unserer Ferienwohnanlage und verzehrten eine Kleinigkeit.

Wieder lockte der Rasen zum Ausruhen. So wurde resümiert, was der Tag so gebracht hat. U.a. wurde festgestellt, daß der FL bei der heutigen Rudertour kurzzeitig seinen Paddelhaken verloren hatte (Kommentar: Der FL hat nur Spur gelegt). Ferner stellte jemand fest, daß Genever eigenartig riecht (Kommentar: Nimm mal die Finger aus dem Glas ! ).

So ging die Blödelei und der Spaß weiter, bis hinein in den Abend. Dann arbeiteten die Grills für uns. Anschließend arbeiteten wir daran, das Gegrillte und die Zutaten sowie die Getränke zu verbrauchen. Es gelang uns so ziemlich. Fern am östlichen Horizont zogen 21 ( ! ) Ballonfahrer ihre Bahn. Ein seltenes Schauspiel.

Langsam wich das Tageslicht, es nahte der 3. Sonnenuntergang. Folge: Foto-klick, Foto-klick, usw....

Um 23.30 Uhr zog der 1. Satellit über den Sternenhimmel. Knapp 25 Min. später folgte der nächste. Wir waren sehr zufrieden mit diesem Tag, dem späten Abend, so früh am Morgen.

Hali

Mittwoch,den 21.6.89

Es war wieder ein angenehm warmer Morgen. Nur einige Schleierwolken zeigten sich am westfriesischen Himmel.

Nach dem köstlichen Frühstücksbuffet, liebevoll: vorbereitet vom heutigen Landdienst, unserem unermüdlichen Gelchen und dem tatendurstigen Lollo, und nach der täglichen Entenfütterung, gab der FL mit gewaltig wichtiger Miene die Tagesetappe bekannt: Große Umfahrt durch die kleine Stadt Sneek. Es war ein äußerst interessanter Teil dieser Wanderfahrt.

Zunächst erreichten die beiden Vierer nach einer Stunde auf dem Hauptkanal die Gewerbegebiete vor der Stadt. Hier sind im wesentlichen die Schiffszulieferindustrie, aber auch die Bootsvermietungen und Wassersportvereinigungen anzutreffen. Vorbei am mittelalterlich anmutenden, jedoch sehr gepflegten und funktionstüchtigen holländischen Lastenfrachtern und Ewern, sahen wir steuerbord bald herrliche Wassergrundstücke, die allein schon durch üppigen Blumenwuchs und englische Rasenformen wie kleine Parkanlagen gestaltet waren. Hübsche, phantasievolle Anlegestellen machten diese Grundstücke vollkommen.

Die Stadtrundfahrt selbst kann nur von Ruderinnen und Ruderern mit hervorragenden Hüftschwung-Eigenschaften bewerkstelligt werden. Von den 7 Brücken, die unterfahren werden mußten, war nämlich die Durchfahrtshöhe der meiste so gering, daß die langliegenden Mannschaften unmittelbar über der Nase die Brücken-Unterkonstruktion vor Augen hattten. Es versteht sich von selbst, daß hier nur ein Herantasten anstelle der üblichen schnellen Schläge mit anschließendem "Skull lang" möglich war Flaggenstock einziehen ! ). Ein Bravo also nochmals unseren Steuerleuten Heidi und Manfred.

Nach dem bunten Treiben in Sneek, das wir vom Wasser aus ganz besonders und auch in Ruhe (Fotopausen) genießen konnten, erreichten wir bald wieder den Hauptkanal und gegen 12.3O Uhr unsere Bungalows (17 km). Der Nachmittag stand im Zeichen der allgemeinen Landpartie per Auto. Das Ziel war der Hauptdeich (Absperrdeich) vor dem Iysselmeer, ein enormes Bollwerk gegen das gefräßige Meer. Obwohl unser FL an diesem Tag mit den Wegbeschilderungen einige Schwierigkeiten hatte, fanden wir dennoch die richtige Richtung zurück.

Zunächst aber wurde im wunderschönen Hafenstädtchen HARLINGEN Rast gemacht, mit Stadtbummel und einem Essen im Restaurant "De Gastronom". Mit einer Erfahrung reicher (Finger weg von "Touristenmenüs" ! Die Schollen sind eben nur bespannte Gräten, ne wahr, Lollo?), trafen wir schließlich gegen 19 Uhr am Sneekermeer ein.

Bei nun etwas kühleren Temperaturen nahmen wir an diesem Abend einen kleinen Imbiß im Pavillon Sneekermeer ein. Zu dumm, daß auf dem Weg zu den Tischen eine gemütliche Bar im Wege war, so daß sich Manfred, Lollo, Jürgen und Michael dort regelrecht "verkeilten". Nur mit Mühe und erstklassigem Genever gelang es dem Wirt, die Viererbande gegen 22. 30 Uhr zu verabschieden .

Mit Gesang und Stimmung endete dieser ereignisreiche Tag. Noch weit vor dem Morgengrauen krochen wir in die Kojen.

HaSe

Donnerstag, den 22.6.89

Heute ist der erste Tag, wo der Wind etwas frischer bläst. Nach ausgiebigem Frühstück besteigen wir die Boote und fahren in Richtung S¸den zum Koevorder Meer. Dabei sind einige Kanal-km durch das Westerbrugloot und Prinses Margriet-Kanal zu rudern.

Die Windrichtung stimmt, so können wir bequem in Segelstellung gehen. Jede Bootsmannschaft versucht, die vorhandenen qm Segelfläche in Form von Windjacken und Skull bzw. Riemenblättern einzusetzen. Letztendlich siegt doch das Skullboot aufgrund der großeren Anzahl von Skullblättern.

Mit dem Landdienst wurde ein Treffpunkt an einer Brücke ausgemacht, damit wir in der Mittagspause einen kleinen Imbiß haben. Allerdings sind wir etwas zu fr¸h dran. Die Wartezeit wurde dabei aber kurzweilig:

Segelsch¸ler versuchen ein Anlegemanöver und fahren dabei mit flotter Fahrt direkt auf das Land zu. Da kein Boot dabei zu Schaden kam, muß die Holl?ndische Bootsqualitat wohl stimmen. Auch die Versuche einer Charterbootsbesatzung, eine Brücke zu passieren, waren sehr interessant. Der Brückenmeister muß wohl gerade Mittagspause gemacht haben, so daß eine Betätigung der Klappbücke nicht möglich war. Obwohl an allen Brücken die Durchfahrtshöhe angegeben ist, benötigte diese Besatzung diverse Anläufe, um die andere Brückenseite zu erreichen; erst wurde der Flaggenmast demontiert, dann mußten nach einem Durchfahrtsversuch auch noch die Scheiben vom Aufbau umgelegt werden. Es sah alles ein wenig hilflos aus. Beim Anblick dieses Bootes fiel mir wieder der Spruch des Wirts vom Sneeker Jachthafen ein: "Die Deutschen mit ihren Charterbooten erkennt man daran, daß die seitlichen Bootsfender auch bei Fahrt nicht an Bord genommen werden. "

Und richtig, es handelte sich hier um eine deutsche Bootsbesatzung.

In dem Holländischen Friesland sollen jedes Jahr über 20 Charterboote vermietet werden, wobei der Anteil der deutschen Mieter ca. 80 % betragt.

Endlich kommt der Landdienst mit Brot und Mettwurst. Nach einer kleinen Stärkung rudern wir weiter durch die kleinen und größeren Seen und landen schließlich in einer Sackgasse. Durch die vielen Wasserwege ist ein Irrtum nie ausgeschlossen . Auf der Rückfahrt müssen wir wieder durch Sneeker Meer. Inzwischen hat sich durch den stärker auffrischenden Wind eine hohe Welle gebildet. Aber wir können uns in einen kleinen Seitenkanal retten und fahren so geschützt zu unserem Quartier. Nach 2O km Ruderfahrt überrascht uns unser Landdienst mit Kuchen, frischen Erdbeeren und Schlagsahne.

Auch am Abend sind lukullische Spezialitäten in einem Restaurant am Prinses Margriet-Kanal angesagt. Leider klappte die Bedienung nicht einwandfrei, denn eine Hochzeitsgesellschaft nahm das Personal sehr in Anspruch.

Mehr oder weniger zufrieden verlassen wir das Lokal nach einem Menü mit 3 - 5 Gängen.

M. Sch.

Freitag, den 23. 6. 89

Nach dem obligatorischen Frühstück, das wie üblich auf der Terrasse des Herrenhauses eingenommen wurde, begann uns letzter Rudertag.

Bei diffus bewölktem Himmel schoben wir zum letzten Male die Boote ins Wasser, um jene Wasser zu erkunden, die wir vorgestern noch ausgelassen hatten.

Christine machte uns unterwegs auf Häuser in den Vorort aufmerksam, die sich zwar sehr ähnlich, aber nicht langweilig seien, erzählte von so ' m Theo, der keine Frau hatte, und so nebenher näherten wir uns tatsächlich Sneek-City. Nachdem wir weitere bisher unbekannte Niedrig-Brücken unterfahren hatten, kehrten wir bei strahlendem Sonnenschein nach "de Potten " zurück. Abriggern und Aufladen lautete die Devise. Jeder beteiligte sich emsig und ohne laut zu klagen an dieser lästigen Nebentätigkeit des Rudern, bis schließlich der letzte Gurt stramm um das letzte Boot verzurrt war.

All das hatte Wolfgang offenbar schwer mitgenommen: der "Lange" lag plötzlich flach im Hochbett. Trotz heftiger verbaler Gegenwehr wurde er vorsichtshalber zum Arzt geschafft, der ihn nach dem Entrichten von 27.50 Gulden als geheilt entließ, so daß die Reisegruppe Teuerkauf erleichtert zum ersehnten Sightseeing- und Shoppingbummel nach Sneek aufbrechen konnte. Bewaffnet mit dem üblichen Touristenzubehör wie Sonnenbrille, Videokamera, Fotoapparat und dickem Portemonnaie wurde das Städtchen nun auch zu Land erobert. Die Fußgängerzone entpuppte sich als geeignetes El Dorado zum Einkauf von Eis, Bier, Imbissen, Pullis und ähnlicher Artikel.

Am späten Nachmittag fuhren wir zurück, um das Abschlußessen, diesmal an langer Tafel drinnen im Herrenhaus, vorzubereiten. Der Jahreszeit entsprechend gab' s Grill- und Salatkost.

Nachdem Harte S. zum ersten Ständchen dieses Abends in die Tasten seines Reiseakkordeons gegriffen hatte, bedankten wir uns herzlich bei unserem FL Manfred für seine gelungene Tour, die wegen des sagenhaft schonen und warmen Wetters fast als echter Urlaub bezeichnet werden konnte. Zugleich baten wir, d. h. ich, um Nachsicht für etwaige Eigenmächtigkeiten (siehe Sonntag) und überreichten ihm zur Erinnerung einen Miniatur - Maschinentelegrafen für' s heimatliche Wohnzimmer. Den Rest des Abends verbrachten wir mit gemeinsamem singen bei geschlossener Terrassentür und dem Verzehr von Resten aus restlichen Flaschen, die nicht für das Rückreisegepäck bestimmt waren. Demzufolge versäumten wir auch den Vorbeizug der Satelliten xy und xyl um 23.37 Uhr...

Heidi Kleine

Samstag/Sonntag, d. 24. und 25.6.89

Alles Schöne geht leider auch (viel zu schnell) zu Ende...

Pünktlich um 7 Uhr werden wir am Morgen unseres Abreisetages von Kamerad Harte Selke mit fröhlicher Live-Musik geweckt.

Während es zum gemeinsamen Frühstück noch einigermaßen zivil zugeht, bricht plötzlich allgemeine Hektik aus. Auf engstem Raum müssen nun die Sachen zusammengesucht und verpackt sowie die Endreinigung der Ferienwohnungen erledigt werden. Einige von der schnellen Truppe stehen bereits abfahrbereit herum und werden kurzerhand vom FL zum inzwischen verwaisten Küchendienst beordert.

Zum vorgegebenen Zeitpunkt um 9. 30 Uhr ist glücklicherweise alles tip-top in Ordnung, so daß wir abfahrbereit sind. Ein letzter Blick auf unser schönes "de Potten", und los geht die Fahrt in Richtung Heimat. Über Sneek und Groningen erreichen wir um 11. 20 Uhr die deutsche Grenze, wo wir uns herzlich von den mit dem Pkw nach Hause fahrenden Kameraden verabschieden. Mit Bus und Hänger dauert ' s eben länger...

Nach einer schönen Fahrt durch Friesland und über Bremen erreichen wir das niedersächsische Fallingbostel gegen 14 Uhr. Wir konnten unseren FL überzeugen, daß man nirgends so gut speisen könne, wie im Hotel "Alter Hof ". Unsere Befürchtung, daß die Küche bereits geschlossen haben konnte, stellt sich zum Glück als unbegründet heraus. Zufrieden und mit vollen Bäuchen haben wir nun noch ausgiebig Gelegenheit, uns die Beine zu vertreten. Unser Bus parkt nämlich zwischen Fallingbostel und Helmstedt.

Die weitere Fahrt verläuft ohne Zwischenfälle, und um 20. 30 Uhr treffen wir an unserem Ausgangspunkt, dem Märkischen Ruderverein, wohlbehalten ein.

Am darauf folgenden Sonntag versammeln wir uns um 15 Uhr zum Abladen und Abriggern der Boote. Schnell ist dank der vielen fleißigen Hände alles wieder an seinem gewohnten Platz, und so können wir den von Barbara und Monika gebackenen Kuchen bei herrlichem Sonnenschein auf der Terrasse genießen.

Eine wiederum wunderschöne Wanderfahrt ist zu Ende. Um 18. 30 Uhr gehen wir auseinander, jedoch nicht ohne unserem FL eine Option für eine neue Wanderfahrt im Juni 1990 zu geben.

An dieser Stelle sagen wir Dir, lieber Manne, für Deine hervorragende Organisation und Fahrtenleitung ein herzliches Dankeschön. Wir waren mit Dir zufrieden, Du mit uns auch?

Lothar Frenkel

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© 1996-2002 Märkischer Ruderverein e.V. - Berlin [2002/09/24]