Märkischer Ruderverein e.V. - Berlin
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MR-Wanderfahrt auf dem auf dem Lago Maggiore / Italien 1988

Dieser Name allein klingt schon wie Musik. Aber nicht nur deswegen, sondern auch, weil unsere erste Lago-Tour im Jahre 1986 uns nur mit einem Teil des Sees bekannt machte war Grund zu dieser Rudertour. wir aber wollten den gesamten See umrundet haben. So hatte FL Manne Becker auf die damalige Planung aufbauen können und nach den guten Erfahrungen wieder in Verbania Appartements gemietet. Schon bei der Fahrtenbesprechung am 27. 5.,.die im Garten von Renate und Hilmar in Verbindung mit einem zünftigen Grill (en) -Abend stattfand, kam die Vorfreude auf die bevorstehende Tour.. Es hätte eigentlich gleich losgehen können ! Aber gestartet wurde am lO.6.88. Bereits am Morgen waren Heidi und Konni mit ihrem Subaru unterwegs und hatten unseren Bootsanhänger mit 2 Vierern im Schlepp. Wir übrigen 9 Personen (Märker, Saffonen, Arkonen) trafen uns um 14.15 Uhr vor dem Palais am Funkturm zur Abfahrt. Fl Manne fuhr flott vor. Im Ruck-Zuck-Verfahren wurde der Kleinbus beladen. Anhand einiger "Gepäck-Stücke" hätte man vermuten können, daß es in unzivilisierte Gegenden gehen würde. Also, gegen Durst und Hunger hatten wir genug dabei. Bei ruhiger Fahrt (äußerlich; im Bus saßen-schnatterfreudige Rudersleute) und nach durch Auf- und Abtanken bedingte Pausen trafen wir gegen 22.15 Uhr beim RC Rastatt, unserem 1. Nachtquartier,- ein. Konni und Heidi waren ebenfalls wohlbehalten gelandet und probierten das Hatz-Pils. So feierten wir Wiedersehen mit einigen anwesenden RCR ' n und freuten uns, in diesem schönen Bootshaus Gast sein zu dürfen. Gegen 1 Uhr aber gingen bei uns die Augen aus. Samstag, d. 11.6.88. Anfahrt RCR-Verbania/Italien Nach der Regel 7-8-9 Uhr hatten wir ein kräftiges Frühstück in uns verankert und waren zur Abfahrt bereit. Zunächst ging es nach Sandweiher, wo wir vor

der Wohnung von Ingeborg und Peter unseren Bootsanhänger wieder an den Haken nahmen. Dazu wurden beide Möllers mit Auto sowie nicht unwichtigen weiteren Nährstoffen in die Fahrtengruppe eingemeindet. Nun waren wir komplett 13 Personen. Ab gings, auf die Autobahn, zunächst Richtung Basel. Etwas schwüles Wetter ließ uns südliche, also Lago-Temperaturen, ahnen. Aber erst war die zügige Grenzabfertigung der Schweiz zu überwinden sowie die Vignette zu kaufen. Und bald kam auch unser Hänger-Team. Nach der kurzen Unterbrechung führte uns der Weg weiter per Autobahn durch die schöne "Alpenmilch"-Landschaft. Schon war es auch, lange Zeit am Vierwaldstätter See entlangzufahren, Ziel unserer Wanderfahrt im Jahre. 1985. Es folgte die Durchfahrung des Gotthardt-Tunnels ( 16 km). Dies war bedrückend und auch nicht ganz geruchsfrei. Bellinzona lag vor uns. Zunächst große Pause im. Mövenpick, wo gut getafelt wurde. Deutsche Raststätte, wo bist du soooo? Ein letzter Blick auf die hinter uns liegenden hohen Gipfel mit dem St. Gotthardt und dann ging es hinab zum Lago. Auf dem Weg zum Sattelplatz Verbania hatten wir noch die Grenze von der Schweiz nach Italien zu überwinden. 1986 noch hieß es vom Zöllner: stop. 1988 hatten Konni und Heidi Glück, sie kamen durch. Sie hielten den Fl aber im Glauben-, es hätte erneut nicht geklappt, Alle anderen wußten, d.aß es anders war! So baute der FL schon seine Planung um. Bald waren die 24 km zu den Appartements in Verbania überwunden. Beim Auspacken genossen wir von erhöhter Position den Blick auf den weiten Lago Maggiore... Den Abend beschlossen wir in der hauseigenen Pizzeria bei guter Kost und südlichem Wein. Nur Lollo wollte mal Euro-Kost probieren. Die Fußballer maßen ihre Kräfte: Deutschland - ? Aber zugleich spielte Italien - ? Da gab es keinen Deutschland-Bildschirm... Und zu guter Letzt gab es zu später Stunde einen Treff auf dem Balkon des "Hauptquartiers", wo noch ein guter Tropfen verkostet wurde und zugleich das Auge den sich im Lago spiegelnden Mond genießen konnte. Wann ging es ins Bett?

Sonntag, d. 12. 6. 88. Etappe: Verbania-Feriolo

Erstes gemeinsames Frühstück im Fl-Zimmer. Alle schleppten Mobiliar usw. herbei, damit die große Tafel möglich wurde. Das Kaffee-Tee-Studio (Silvia-Jürgen-Harte L. ) lieferte warme Getränke, die übrigen leisteten weitere wichtige Dienste. Bald stellte sich heraus, daß nicht nur Marmelade kleckert. Die Klecker-Statistik wurde fortgeschrieben. Unser FL blies zum Abmarsch, wollte er doch bald zu den seiner Meinung nach weit entfernten Booten kommen. Aber nach lOO m Abfahrt zur Küstenstraße erblickte sein wachsames Auge den dort schon abgestellten Hänger. Zunächst großes Luftholen, dann grenzenloses Lachen und dann der Versuch, mit strengen Worten von "Hintergehung des FL" zu sprechen. Dann folgte Entspannung und Neuplanung. Abfahrt also vom hiesigen Strand ! Das Aufriggern, bei herrlichem Wetter, ging wie geschmiert. Die Haut mußte noch einbalsamiert werden, und schon hatte der Landdienst das Nachsehen.. 2 Vierer entschwanden in Richtung Pallanza und hatten sich nun gegen leichten Wind und entsprechende Wellen durchzusetzen. Vorbei führte der Weg an vielen Häusern, eng angelehnt an die felsige Küste. Aber überall Pflanzen und Blumen, das Auge konnte trinken. Kurzer Kontakt in Pallanza mit unserer Land-Mannschaft, die sich die Zeit mit Cappuccino vertrieb. Für uns ging es ohne großen Aufenthalt weiter in die westliche Bucht, nach Feriolo. Die Sonne verschwand hinter den hohen Bergen, es wurde kühler. wir hatten die ersten 16 km hinter uns. Darauf einen ... Rotwein auf der Terrasse eines am See gelegenen Restaurants. Von unserem Landdienst gut chauffiert, erreichten wir unser Quartier. Dabei merkten wir, was für ein strammer Verkehr über die schmale und kurvenreiche Küstenstraße ablief. Nach unserer "Grundreinigung" starteten wir in Ghiffa, wo "Mario" in seinem Restaurant Regiment führte. Wir genossen dort Gaumenfreuden bei Salat von Meeresfrüchten, Schinken und Melone, Forelle, Landwein, Eisspezialitäten und nicht zuletzt brachte uns so mancher Sambuca mit Kaffeebohnen auf Trab. Und bei der Endabrechnung ergab sich keine Differenta !

Ab zum Quartier. Ein letzter Blick auf den Lago. In der Ferne hörte man Donnergrollen, z. T. sah man auch Wetterleuchten. Einige schauten noch mal nach, was an Nahrhaftem aus Deutschland mitgebracht wurde. Aber irgendwann lockte dann das Bett.

Hartmut Lindner

Montag, d. 13. 6. 88. Etappe:

Montag, der 13. Das war vielleicht ein Tag! Noch vor dem Frühstück um 8. 30 Uhr mußten wir eine schmerzende Schulter unseres FL einreiben. Man merkte es ihm an, daß er sich nicht wohl fühlte; dennoch wollte er heute wenigstens steuern ... Zunächst fuhr uns aber der Landdienst (Silvia, Jürgen, Lollo) zum Lagerplatz nach Feriolo. Dies dauerte immerhin 1 Stunde, da der Borromäische Golf umfahren werden mußte. Bei herrlichem Wetter, guter Sicht und ruhigem Wasser nahmen die Boote um lO.30 Uhr Fahrt auf. Doch bald waren wir mitten im lebhaften Fährverkehr zwischen Stresa und Isola Bella, so daß es nun heftig schaukelte. Nach dieser halben Stunde wurde es ruhig, und die Fahrt ging vorbei an Ufern, die bestückt waren mit herrlichen Gärten, blumenumsäumten Arkaden, vornehmen Hotels und lauschigen Villen. Die Ruderer konnten ferner den Anblick des schneebedeckten Mte.Rosa-Gebietes genießen, wenn auch die höchsten Gipfel von Wolken umhüllt waren. In Lesa um ca. 13 Uhr wechselte der Landdienst (Manne B., Peter, Wolfgang) und die Fahrt ging weiter nach Arona, wo wir gegen 14. 30 Uhr die Boote auf einem Campingplatz lagerten. Plötzlich standen wir fassungslos an unseren Autos: Gerade als wir zurück ins Quartier fahren wollten, stellten wir den Diebstahl einer Herrentasche und einer Damentasche fest. Während der Zeit der Hilfestellung des Landdienstes hatte man unbemerkt ein Auto "geknackt" ! Glück im Unglück war, daß bei der anschließenden zeitraubenden Protokollangelegenheit ein Polizist deutsch sprechen konnte. Trotzdem - es war eine stundenlange Strapaze für die Beteiligten, die sich an diesem Abend selbst am Swimmingpool bei herrlichem Sonnenschein nicht mehr so recht erholen konnten. An diesem 13. nahmen die Überraschungen kein Ende. Während Wolfgang nach dem Genuß von Kuchenkrümeln und Campari mit seiner Rettungsweste eine tolle Übung im Schwimmbecken veranstaltete, lag Konni ebenfalls im Nassen - er kurierte einen Hexenschuß in der Badewanne ! Gegen Abend gab es Gewitterstimmung und kräftige Wellen auf dem Lago. Die Erlebnisse des Tages diskutierend, zogen die jeweiligen Gruppen auf ihre Zimmer. Die Lichter gingen erst spät aus, nur unser FL lag schon früh stöhnend im Bett. Wenige Stunden zuvor fühlte er sich im Swimmingpool zwar wie 17, doch nun schmerzte die Schulter um so mehr. Der Bengel hört ja auch nicht auf seine Kameraden ! Am frühen Morgen wurde er von Peter ins Krankenhaus nach Locarno gefahren, wo er sogleich behandelt wurde.

Dienstag, den 14.6.88: Etappe: Arona - Ispra

Hier der Bericht aus meiner "Burgfrauen-Sicht" in luftiger Höhe aus dem Appartement. Nach einer für mich grauligen Nacht (wegen Dieberei und Taschenklau) der erste Blick aus meinem Fenster: Aha, kein Regen, sondern Ruderwetter !

Beim Treffen zum Frühstück betretene Mienen: Manne und Peter von ihrem Erste-Hilfe-Ausflug in die Schweiz noch nicht zurück. Die Ungewißheit verursachte ein zögerndes Abfahren.

Nach Transit bis Arona ruderten wir bei immer schwüler werdendem Wetter los. Ein heftiger Sturm spülte uns in die Bucht von Intra auf einen Campingplatz. Da wir unser verabredetes Ziel mit dem Landdienst nicht erreicht hatten, was nun?

Wir ließen uns an der Küstenstraße im Gras gemütlich nieder und haben "Reste vernichtet". ES war lustig und gemütlich. Bald spürte uns der Landdienst Heidi-Conni auf, und es ging zurück zum Quartier. wie erleichtert waren wir, als uns unser leicht angeschlagener, aber genesender FL empfing!

Silvia Kiesel

Mittwoch, 15. O6. 88, Etappe: Ispria - Verbania

Heute ist der Tag mit dem alternativen Programm - bis mittags jedenfalls. Ziel ist der Markt von Luino. wir lassen uns mit der Fähre nach Laveno übersetzen. Der direkte Weg, die Küstenstraße, ist gesperrt. Die Umleitung führt durch das Hinterland, die Val Cuvia. Eine hügelige Landschaft mit kleinen alten Städtchen und Dörfern. Luino ist überfüllt. In der Innenstadt reiht sich Marktstand an Marktstand, so etwa 4OO dürften es sein. Das Gedränge ist groß, das Angebot auch, die Kauflust unserer Truppe beschränkt sich auf Lebensmittel für das abendliche Terrassen-Picknick.

Die Rückfahrt unterbrechen wir in Laveno. Da das Wetter immer noch gut ist, wollen wir die Aussicht vom Sasso del Ferro genießen. Er ist zwar nur 1.162 m hoch , erhebt sich aber 95O m über dem Seespiegel. Die Seilbahn ist ein Tonnenlift. Zwei Personen stehen in einer Tonne, die am Seil hängt. Die Tonne hat einen durchlöcherten Boden..., damit der Angstschweiß besser abfließen kann. Doch die Aussicht ist grandios: im Norden die schnee- und eisbedeckten Berge des Gotthardt-Massivs bis zum Monte Rosa, unter uns der Lago Maggiore, nach Osten der Luganer See, und Richtung Süden ahnt man im Dunst die Po-Ebene mit Mailand.

Jetzt wird es aber doch ernst. Auf nach Ispra zum Campingplatz. Die Boote haben die Nacht gut überstanden. Auf ruhigem Wasser, bei leichtem Schiebewind, gleiten wir nach Norden. Zuerst an einem größeren Schilfgebiet vorbei. In Arolo winkt uns der Landdienst zu. Danach ragt plötzlich eine mehrere hundert Meter lange, etwa lOO Meter hohe Steilküste aus dem Wasser. An den Felsen klebt eine Wallfahrtskirche, Santa Caterina del Sasso. Die Bucht von Laveno überqueren wir. Nach einem kurzen Atemschöpfen geht es auf die Direttissima 3 km über den Lago nach Intra, zu unserem hauseigenen Mini-Lido. Manne freut sich, daß die Boote am richtigen Ufer für die letzten 2 Rudertage liegen. Der Abend klingt aus bei Erdbeerbowle und vielen Köstlichkeiten aus Luino auf Terrasse Nr. 3.

Donnerstag, 16.O6.: Etappe:- Verbania - Cannobbio

Bei gutem Wetter machten wir gegen lO Uhr die Boote klar und starteten in Richtung Brissago. Unsere Rudertour führte uns in nördlicher Richtung vorbei an den schönen Orten Ghiffa und Oggebbio. In Cannero legten wir am Schwimmbad an, um mit unserem Landdienst das Mittagsziel abzustimmen. Wir hatten geplant, auf den der Küste vorgelagerten Inseln "Castelli di Cannero" haltzumachen und dort nach einem Picknick ein erfrischendes Bad zu nehmen. Leider bot sich für den Bus und Pkw keine geeignete Parkmöglichkeit, so daß wir unseren Plan nicht verwirklichen konnten. Schließlich hatte unser Landdienst eine geeignete Anlegestelle in Cannobbio ausfindig gemacht, wo wir unsere Boote problemlos herausnehmen und lagern konnten.

Bei Käse, Brot und Wein genossen wir die schöne Sonne, die mehr und mehr von dunklen Gewitterwolkenumzingelt wurde.

Wir lagerten an einem sehr schönen Strand mit wunderbarer Aussicht auf die umliegenden Berge und Sonnenanbeterinnen, die teilweise ihr Bikinioberteil "vergessen" hatten.

In Anbetracht des nahenden Gewitters konnte sich unser FL nicht entschließen, die Fahrt fortzusetzen. Er zog es vor, mit Harte Selke ein Tischfußballmatch zu bestreiten, das unentschieden endete. Mit einsetzendem Regen stiegen wir in die Fahrzeuge und fuhren kurz entschlossen nach Pallanza, um uns von dort auf die berühmte Insel "Isola Bella" übersetzen zu lassen. so lernten wir, die wir bereits schon einmal hier waren, die Insel im Regen kennen. Von Vorteil dabei war, daß sich nur wenige Touristen auf der Insel befanden. So konnten wir in aller Ruhe den Palast mit seinen prunkvoll ausgestatteten Räumen und die wunderschönen Gartenanlagen mit herrlicher Blütenpracht besichtigen. Die subtropische Vegetation ließ u. a. auch Apfelsinen und Zitronen gedeihen. Die zahlreichen Pfauen sahen unserem Treiben nur sehr gelangweilt zu. Nach einem kurzen Aufenthalt in einem der zahlreichen und äußerst "preiswerten" Lokale verließen wir mit unserem Schiffsführer, der uns pünktlich abholte, dieses herrliche Eiland im Lago Maggiore.

In unserem Quartier angekommen, machten wir uns rasch landfein, um in dem von Christel Hoffmann und Jürgen Ventzke ausgesuchten Speiserestaurant "Paper Moon" in Pallanza ein Abenddiner einzunehmen. Zum Gl¸ck saßen wir warm und trocken, denn Petrus hatte an diesem Abend alle Schleusen geöffnet, begleitet von Blitz und Donner. Mit der Auswahl dieses Restaurants hatten Christel und Jürgen eine glückliche Hand. Die Speisen und Getränke waren vorzüglich und die Preise angemessen.

Zufrieden und satt kehrten wir in unsere Unterkunft zurück, wo wir diesen Tag mit unserem obligatorischen Abendschluck auf der Terrasse mit herrlichem Blick auf den Lago und die ihn umgebenden Berge (einschließlich des "Radfahrers " ) kurz nach Mitternacht gegen 3 Uhr ausklingen ließen.

Lothar Frenkel

Freitag, 17.O6.: Etappe: Cannobbio - Brissago - Ascona

Nachdem wir am Vortag der im Lago Maggiore gelegenen Insel Isola Bella einen Besuch abstatteten und Christel wie eine Fremdenführerin aussah, begann der Morgen in etwa wie jeder andere Tag dieser wunderschönen Wanderfahrt.

Ungläubiges staunen in allen Gesichtern darüber, daß auch diese Nacht wieder vorbei war, ein sichtbares Zeichen dafür, daß die Zeit wie im Fluge verging.

Bevor im Apartemento 3O2 zum Frühstück geblasen wurde, wurde "Lollo" mittels einer Polonaise - nachdem er wie schon zuvor das Bad unter Wasser gesetzt hatte - aus dem Bad geholt.

Geschlossen traf man sich zum Frühstück im einzigen Ehe-Apartemento, hier herrschte wenigstens ein Hauch von Ordnung.

13 Plätze waren gerichtet, aufgrund des Verhaltens von Konny und Christel wurden die ersten Kleckerpunkte des Tages vergeben. Harte (Name dem Verf. bekannt) erfand eine neue Art des Frühstücks. Er strich sich durch verursachte komische Bewegungen die Hände zunächst mit Senf ein, um diesen anschließend wieder abzukratzen und dann auf die Rotwurst zu schmieren. Vielleicht war das Frühstück dadurch etwas delikater - durch das greifbare Ende der Fahrt war ja nicht mehr viel Auswahl vorhanden.

Nachdem die Herren-Besatzung des Apt. 3O1 den Abwasch getätigt hatte, fuhren wir mit unseren Begleitfahrzeugen nach Cannobbio, um unsere Fahrt über Brissago nach Ascona fortzusetzen.

Mannes vermeintliche Kalkeier in der Schulter machten so gute Fortschritte, daß er schon wieder einigermaßen klare Anweisungen geben konnte - nur mit dem Unterschied, daß diese nicht verstanden wurden. So stiegen an der Auswechselstelle 4 Teilnehmer eines Vierers gleichzeitig aus dem Boot. Derjenige, der nicht gemeint war, blieb unter anderem an Land. Nachdem der Vierer in teilweise neuer Besetzung seine Fahrt fortsetzte, trat der Landdienst seine Fahrt in Richtung Ascona an. Bereits 1/2 Std. nach dem Eintreffen des Landdienstes kam das 1. Boot um die Ecke. Nach dem Anlegen der Boote wurde erst einmal auf der Terrasse des herrlichen Schwimmbades von Ascona gespeist. Anschließend wurden die Boote, wie bei Wanderruderern üblich, mit dem üblichen Abpfeifen des River-Kwai-Marsches zum Verladen zum bereitgestellten Bootsanhänger gebracht. lO Anweisungen - 20 Meinungen - die Boote wurden schließendlich doch fachgerecht verladen.

Anschließend wurde noch eine Schwimmpause im herrlichen Schwimmbad von Ascona eingelegt. Erholung mußte schließlich auch sein.

Rundgang durch Ascona - Bewunderung der schönen, gepflegten - teuren Stadt. Eindrücke des Unterschiedes zwischen der Schweiz und Italien !

Abends hatten wir uns nochmals bei Mario angemeldet, um unser Abschlußmahl auf italienisch einzunehmen. Der letzte Wein floß, noch einmal saßen wir in gemütlicher Runde beisammen und genossen die Atmosphäre des Lago. Die Frauen hatten sich derart "in Schale" geworfen, daß diese kaum wiederzuerkennen waren. Ingeborg probte den Aufstand in guter Laune, kurz: vor dem "auf-dem-Tisch-Tanzen" konnten wir sie stoppen. Nach dem Bezahlen in Lire 238.5OO L - Wolfgang trug die Differenza in Höhe von 19.5OO L, obwohl er für mind. 4O.OOO L gezecht hatte - tranken wir noch einen Sambuca. Natürlich von der Differenza. Dann traten wir den Heimweg in unser Quartier an.

In gemütlicher Runde klang, nachdem Lollo noch einen Stuhl schaffte, der Abend/beginnende Morgen aus.
Fazit: ein sehr ereignisreicher Tag mit vielen schönen/ netten Stunden, was schnellstens wiederholt werden sollte.

Peter Moeller

Samstag, den 18.O6.88: Rückreise

Da der verpflichtete Reisebeschreiber für diesen Tagesbericht ausgefallen ist, heißt es jetzt im Gedächtnis zu kramen.

Am 18.O6. frühstückten wir letztmalig am "Lago", versuchten alle Reste aufzubrauchen. Aber es gelang uns nicht vollends. So wurden dann diese Reste mit den Rudersachen in die Autos verstaut . Die Quartiere wurden dann offiziell übergeben, eine unkomplizierte Angelegenheit.

Heidi und Konni waren mit dem Anhänger schon vorausgefahren, wir kauften noch in Italien eine Riesenflasche Wein (als späteres Dankeschön für unsere fleißigen Hängerfahrer ).

Etwas ruhig waren wir ja bei der Rückfahrt. Der "etwas" fehlende Schlaf der vergangenen Woche mußte nun nachgeholt werden. Bald stiegen unsere Wagen die Alpenstraßen hinauf, und unser letzter Blick ging zum "Laqo" zurück.

Flott war der 16 km lange Gotthardt-Tunnel durchfahren, trotzdem etwas beklemmend. Sehr genußreich war die Fahrt entlang des Vierwaldstätter Sees. wie wirkte alles sauber und gediegen, halt ordentlich schweizerisch.

Nördlich von Luzern wurden die letzten Franken im Mövenpick-Restaurant investiert. Wieder ein seltener Raststätten-Schmaus !

Nun aber ging es hurtig Richtung Basel. Die Grenze war problemlos überquert. Gewitterwolken und die typische Rheingau-Schwüle machten uns etwas zu schaffen. Gegen 16 Uhr erreichten wir den RC Rastatt, wo uns freundliche und bekannte Gesichter begrüßten.

Den Abend beschlossen wir in Sandweiher, um noch einmal so richtig zu speisen, und zwar so lange, bis wir Mitternacht erreichten.

Hartmut Lindner

Sonntag, den 19.06.88: Heimfahrt von Rastatt nach Berlin

Der Tag begann im Hause der Familie Möller um O Uhr mit dem Geburtstag von Harte S., der sich an dieser Stelle nochmals bei allen herzlich für den tollen RCR-Pullover sowie den großartigen Regenschirm von Möllers bedanken möchte.

Nach einer kurzen Augen-Badepause, die vom FL radikal unterbrochen wurde (wahrscheinlich ist er von seinem Schmusetierchen, einem Viertel Quadratmeter großen Schaf auf Rädern, angeblökt worden... ), konnte planmäßig gefrühstückt werden.

Um 10 Uhr begann die Rückfahrt nach Berlin. Gegen 18 Uhr sprangen die 9 Businsassen endlich von den hervorragend geformten sitzen (manch einer mußte 24 Stunden auf eine intakte Blutzirkulation warten!), um die Angehörigen freudig zu begrüßen.

Die Reise des Hänger-Teams war etwa gegen 21. 30 Uhr zu Ende. Herzlichen Dank nochmals an Heidi und Konni für diesen strapaziösen Sondereinsatz. Die Boote wurden in vorbildlicher Weise und ohne Schaden zum MR-Bootshaus zurückgebracht !

Eine herrliche Ruder-Wanderfahrt war vorüber, die durch das gesamte Engagement unseres Fahrtenleiters Manfred Becker wieder zu einem besonderen Erlebnis wurde. Dafür ein

3-fach

HIPP-HIPP-HURRA

P. S. Eine Auszählung hat ergeben, daß insgesamt 18 Kleckerpunkte ( 1 Punkt = lmal bei Tisch gekleckert) vergeben wurden: 5 an den FL, 4 an..., 3 an..., Na, jedenfalls lag unser Management wieder an der Spitze !

Harte Selke

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