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Ostern auf der Oberen Havel
vom 28.März bis 1.April 2002
Wir, das waren ...
| Andreas Paetz (HT) | Bettina Lange (SGN) | Sabine Nethe (MR) |
| Angela Haupt (MR) | Hans Georg Dietz (RCTo) | Sebastian Lehmann (HT) |
| Arnim Nethe (MR) | Harald Haupt (MW) | Stefanie Herzog (RCTo) |
| Astrid Oppert-Laudel (HT) | Ingo Skrebat (HT) | Thomas Rehdorf (SGN) |
| Benedikt Nethe (MR) | Lutz Holtzegel (SGN) | Wolfgang Schmidt (HT), besser bekannt als Mäxchen |
unser Fahrtenleiter Gerd Plaumann (HT)
und als Kielschweine bzw. Landdienst Franziska, Patricia, Antonia Haupt sowie als jüngster Teilnehmer Erik Plaumann.
Unsere Anreise begann am späten Nachmittag des Gründonnerstag. Im Regionalexpress Richtung Neustrelitz trafen wir Astrid und Andreas. Lange mussten wir glücklicherweise nicht im gut besetzten Zug ausharren, denn die Fahrt ab Oranienburg dauerte bis Neustrelitz Hauptbahnhof nur 45 Minuten. Da kann man wieder sehen, dass die herrlichsten Rudergebiete direkt vor unserer Haustür liegen. Nach erfolgreicher Ankunft hatten wir erst einmal zu zeigen, dass wir richtige Wanderruderer sind, und so wanderten wir Richtung WSV Einheit Neustrelitz, unserem Nachtquartier für die ersten beiden Nächte. Nach einem ausgiebigen Fußmarsch sahen wir schon von weitem eine Gruppe Durstiger auf der Dorfstraße herumlungern. Da wussten wir, hier sind wir richtig, das konnten nur Ruderer sein! Es folgte ein fröhliches Bekanntmachen und Wiedersehen. Nach dem Bettenbauen wanderten wir wieder, diesmal in die "Luisenstube", ein gemütliches Lokal. Dort kam - neben der üblichen Lieblingsbeschäftigung gleich nach dem Rudern - auch das Geistige nicht zu kurz. Wir kamen in den Genuss einer Osterlesung. Dabei wurden von dem Vorlesekünstler Fragen erörtert wie: was ist Ostern? Was isst man Ostern? Wie feiert man Ostern? Höhepunkt des Abends war aber eindeutig eine Dusche mit Märkischem Landmann, die sich Angela nicht entgehen ließ, was der Kellnerin sichtlich unangenehm war.
Freitag also der erste Rudertag. Gerudert wurde in zwei Vierern und einem Zweier. Wir hatten uns 31 km und drei Schleusen vorgenommen. Eingesetzt wurde an einem schönen Sandstrand am Pagelsee. Die Havelstrecke nach dem Pagel- und Zootsensee wurde zu unserer Überraschung immer schmaler. Zeitweise mussten wir die Skulls mehr lang machen als sie auszulegen. So gingen die ersten 17 km nicht besonders schnell und wir begegneten nur Paddlern, die uns ein wenig verwundert anguckten. Für unseren Pionier- und Abenteuergeist wurden wir aber mit einer herrlichen Landschaft belohnt, die wir zudem nur für uns hatten. Am Campingplatz Zwenzow am Großen Labussee hielten wir ein Picknick ab. Ab dem Großen Labussee wurde die Havel endgültig breiter. Jetzt ging es natürlich viel schneller voran. Übrigens mussten wir alle drei Schleusen mit Muskelkraft bewältigen, da erst ab Ostersonntag geschleust wurde. (Saisonbeginn war schließlich erst der 1.April und das ist kein Aprilscherz.) Unser Nachtquartier (WSV Einheit) am Zierker See erreichten wir kurz vor Einbruch der Dunkelheit. Nach dem üblichen Procedere teilte sich unsere Gruppe in diejenigen, die zu Hause blieben und dort von Harald eine Pizza geliefert bekamen und diejenigen, die noch einmal in die Stadt zogen, um etwas zu erleben. Benedikt schloss sich selbstredend der zweiten Gruppe an, zu der seine Eltern nicht gehörten.
Am nächsten Tag (Ostersonnabend, den 30.03.02) nahmen wir Abschied vom WSV Einheit, in dem wir nett untergebracht und mit Booten und Frühstück versorgt worden waren. Morgens erhielten wir noch Verstärkung von Sebastian, der etwas gehandicapt mit einem gebrochenen Zeh zu uns stieß. Ab jetzt waren wir mit drei Vierern unterwegs (einer davon unterbesetzt). Tagesetappe am Samstag waren 38 km von Neustrelitz bis Fürstenberg mit wiederum drei Schleusen. Zunächst mussten wir einige Kilometer die bekannte Strecke über Zierker See und Kammer-Kanal wieder zurück bis zum Woblitzsee. Ab der nun folgenden Strecke erwies sich das Boot von Obmann Mäxchen als Naturkundeboot. Sowohl Mäxchen als auch Hans-Georg kannten sich bestens aus mit Tieren und Pflanzen, die man an der Wegstrecke zu sehen bekam und ließen uns übrigen drei (Thomas, Benedikt und Sabine) an ihrem Wissen teilhaben. Die anderen Boote taten sich als Gourmet- und Schnellboote hervor. Pause war am Yachthafen des Großen Priebertsees. Dort hatte unser Landdienst Gerd, als das erste Boot eintraf, schon über eine Stunde gewartet und es sollte noch eine Stunde vergehen, ehe alle drei Boote beisammen waren. Das Boot, in dem Arnim Obmann war, hatte ein wenig die Orientierung verloren und erst einmal den Wangnitzsee ausgefahren. Beim anderen Boot war Ingo unfreiwillig baden gegangen. Bis auf eine gewisse Abgekühltheit während der Mittagspause hatte dies aber glücklicherweise keine weiteren Folgen. Nach der ausgiebigen Pause ging es über Ellbogensee, Ziernsee, Menowsee und Röblinsee nach Fürstenberg. Hier wartete für Ruderverhältnisse eine Luxusherberge. Im Hotel "Haus an der Havel" übernachtete der größte Teil der Gruppe. 2-3 Familien übernachteten in verschiedenen Fremdenzimmern.
Das Abendbrot im Hotel wurde nicht all zu sehr ausgeweitet, denn für Ostersonntag hatten wir uns viel vorgenommen: trotz Zeitumstellung - also einer Stunde weniger Nachtruhe - war ab 7 Uhr Frühstück angesagt ! Um 8 Uhr wollten wir schon an der ersten Schleuse (in Fürstenberg) sein (wir haben es auch nahezu geschafft). Grund der Hektik: als Sonderservice - es war ja schließlich erst der 31. März - wurde am Ostersonntag geschleust, allerdings nur von 8 - 12 Uhr. Auch die Automatikschleusen schlossen um diese Zeit. Sicherlich kann niemand erklären warum; die Schleusenmeister konnten es jedenfalls nicht.
Am Ostersonntag wurden 41 km mit 6 Schleusen auf der Strecke von Fürstenberg bis Templin bewältigt. Laut Programm sollte sich abends sogar noch ein Besuch der Therme in Templin anschließen. Aber dazu später. Durch den Zeitdruck und eiserne Disziplin schafften wir die ersten vier Schleusen tatsächlich bis 12 Uhr. Stolpsee, Schleuse Bredereiche, Schleuse Regow, Schleuse Zaaren und Schleuse Schorfheide ließen wir wie im Flug hinter uns. Es waren dann bereits circa zwei Drittel der Tagesetappe geschafft, so dass wir uns an der Schleuse Kannenburg - übrigens eine historische, sehr sehenswerte Schleusenanlage - die ausgiebige Pause wirklich verdient hatten. Wir ließen uns allerhand Süßkram schmecken und Angela verwöhnte uns mit Eierlikör aus dem essbaren Schokobecher. Wie das halt Ostern so ist, wenn man schon nicht richtig zum Eiersuchen kommt. Ab Schleuse Kannenburg wartete noch einmal eine wunderschöne Strecke über den Großen Lankensee, den Röddelinsee, der glücklicherweise vollkommen im Windstillen lag, sonst kann es da wohl ganz schöne Probleme geben, den Templiner Kanal entlang bis vor die geschlossene Schleuse Templin. Hier nahmen wir die Boote an einer relativ günstigen Stelle aus dem Wasser. Für die weitere Tagesplanung als nicht so günstig erwies sich die Stelle dann, weil es auf der Terrasse der nächstgelegenen Kneipe mit Blick aufs Wasser und Sonnenschein so gemütlich war, dass die meisten vom extra eingerichteten Shuttleservice zum Nachtquartier im Internat "Haus am Ring" keinen Gebrauch machen wollten. Der Wirt verwöhnte uns sogar mit Gratiskuchen und Gratisrumkugeln. So kam es, dass nur einige noch die Templiner Therme besuchten. Im "Haus am Ring" versorgte Harald wieder alle Daheimgebliebenen mit Pizza, wofür hier noch einmal ein herzliches Dankeschön ausgesprochen werden soll.
Auch der Ostermontag fing wieder mit einem guten Frühstück an. Das Programm war im Vergleich zu den ersten drei Tagen der Tour ausgesprochen harmlos. 29 km lagen zwischen Templin und Dannenwalde sowie zwei Schleusen. Zunächst ging es wieder auf bekannter Strecke zurück bis zur Schleuse Kannenburg. Nach der Schleuse ließen wir den Kuhwallsee hinter uns und fuhren entlang der Havel bis in den Wentowkanal. Zum Mittagessen kehrten wir in ein schönes Gasthaus ein. Gestärkt überquerten wir danach den Großen Wentowsee. An der Badestelle des Kleinen Wentowsees wurden die Boote herausgenommen. Hier wurden noch einmal die Füße nass, vor allem beim gründlichen Saubermachen der Boote. Das Putzen und Aufladen war noch nicht ganz beendet, da wurden die Bahnfahrer mit zwei Autos noch rechtzeitig zum Zug gebracht. Der Rest der Gruppe fuhr zum Abladen der Boote nach Neustrelitz. So war auch dieser letzte Teil eine gut organisierte Aktion, die keine Wünsche offen ließ.
Noch ein Wort zum Wetter: wie immer, wenn man die Wetterlage vorher als nicht besonders erfreulich eingestuft hatte, konnte es nur besser werden und so kam es auch. Von Tag zu Tag wurde das Wetter schöner. Wir wurden mit Wärme und Sonnenschein verwöhnt. Dies passte zur Grundstimmung der Fahrt ausgezeichnet.
Fazit: eine erlebnisreiche Fahrt mit netten Leuten durch eine wunderschöne Landschaft, die wir fast nur für uns hatten (gerade mal eine Handvoll Motorboote kreuzten unseren Weg in diesen vier Tagen und wir sahen zwei Dampfer, das war´s an motorisierten Begegnungen), super organisiert mit gemütlichen Quartieren. Vielen Dank, Gerd.
Benedikt, Arnim und Sabine Nethe
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