Märkischer Ruderverein e.V. - Berlin
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Gemeinschafts-Wanderfahrt nach Arjäng in Schweden - 1990 15. u. 16.6.1990:

Frohgelaunt und guter Stimmung traten 16 Kameradinnen und Kameraden der Vereine Märker, Saffonia, TiB, Dresdenia und Arkona mit 2 Vierern und 1 Zweier am Freitag, d. 15.6.1990, gegen 10 Uhr die von Manfred Becker organisierte dies jährige Wanderfahrt in das uns allen noch weitgehend unbekannte schwedische Seengebiet von Dalsland und Värmland nach Arjäng an. Über die Transitstrecke in Richtung Hamburg mit einer Pause in Stolpe erreichten wir den Ostseehafen Kiel gegen 15 Uhr. Zwei Stunden später konnten wir auf dem Fährschiff "Germanica" der Stena-Line, das uns nach Goteborg in Schweden bringen sollte, unsere Kabinen belegen. Gebucht waren 4-Bett-Kabinen (innen) mit DU/WC und gemütlicher Enge. Um 18 Uhr fanden wir uns zum großen schwedischen Buffet ein, das sehr preiswert war und auch für den Hungrigsten keine Wünsche offen ließ. Den Rest des Abends vertrieb man sich unter Ausnutzung des vielseitigen Angebots auf dem tollen Fährschiff. Einige Fahrtenteilnehmer ließen es sich nicht nehmen, unserem Jürgen Woyt in der Schiffsdisco um 24 Uhr zum Geburtstag zu gratulieren. Mit einem stimmungsvollen Abschluß in der Kabine des Geburtstagskindes endete dieser schöne frühe Morgen ...

Pünktlich um 9 Uhr kamen wir in Göteborg an. Nachdem wir das Schiff verlassen hatten, ging die Fahrt weiter zu dem 26O km entfernten Arjäng. Die durch eine herrliche Landschaft verlaufende Fahrtroute führte uns auf gut ausgebauten Stra?en entlang dem Göta-Kanal und dem Väner See, einem der größten Binnenseen in Europa . Gegen 13 . 30 Uhr erreichten wir bei bestem Sommerwetter unser Quartier auf dem Campingplatz, 2 km vor Arjäng. Die Verteilung der vier gemieteten Ferienhäuser stand entsprechend der Kabinenzuweisung auf der Fähre bereits fest, so daß wir unverzüglich mit dem Aufriggern der Boote beginnen konnten. Der Campingplatz lag an dem romantischen Vestre Silen-Gewässer mit Blick auf Arjang. Das schöne Wetter animierte einige zum Baden, obwohl das Wasser noch empfindlich kühl war. Zum Abendessen wurde ein kaltes Buffet hergerichtet, zusammengestellt aus den noch vorhandenen Resten aus Berlin. Bei stimmungsvoller Musik durch unseren unverzichtbaren Harte Selke feierten wir lange bis nach Mitternacht, wobei es gar nicht richtig dunkel wurde, den Geburtstag unseres Jürgen Woyt. Den krönenden Abschluß dieses schönen Abends bildete ein internationales Akkordeon-Intermezzo auf dem Campingplatz. Nach deren Weisen sollen sogar eingefleischte Nichttänzer eine saubere Polonaise hingelegt haben, wie es dem Berichterstatter versichert wurde.

Lothar Frenkel, Arkona

Sonntag, den 17 . 6 . 90

Nach einem wunderschönen, sonnigen und sehr romantischen Abend am Ankunftstag haben wir damit überhaupt nicht gerechnet: schon in der Nacht und am Morgen regnete es in strömen. Der Himmel war verhangen, die Wolken hingen tief - an ein Aufhören war nicht zu denken ... Das Frühstück war um so ausgiebiger, in der Hoffnung, daß doch noch ein Wunder geschieht ... Es geschah nicht, es regnete ... Ein Spaziergang in der näheren, sehr bewaldeten Umgebung in wetterfester Kleidung und durch mannshohe Farne sollte das Warten auf besseres Wetter verkürzen. Nach dem Motto: 'Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung" machten wir auch noch einen Marsch auf der Landstraße nach Arjäng den nächsten Ort. In die Boote zu steigen, hatten wir keine Lust ! Arjäng selbst hat uns nicht gerade verzaubert, nicht mal ein ordentliches Restaurant fanden wir, um uns mit gutem Essen verwöhnen zu lassen ! So zogen wir bald wieder in unser Quartier zurück, glaubten kaum noch an ein Wunder... Doch es geschah: Der Himmel hellte sich auf, die Wolken verzogen sich, und die Sonne ließ sich blicken. Es war zwar schon Abend, aber in der Gewißheit, daß die Abende in Schweden im Juni sehr lange hell sind, lohnte es sich doch noch, in die Boote zu steigen und eine kleine Runde zu drehen. wir genossen die Landschaft, den Wald, die Felsen, die Stille auf dem Wasser, die klare, reine Luft - wir wollten gar nicht mehr ins Quartier zurück, zumal es ja erst gegen Mitternacht dunkler wird...

Wir waren sicher, daß sich das "Zwischentief" nun verzogen hatte und gingen frohen Mutes zu Bett. Doch es sollte anders kommen . . .

Unser FL hatte übrigens noch ein tröstliches Wort für uns parat: "Durch den Regen staubt es nun wenigstens nicht so am Strand! "

Ursula Schnauck

Montag, den 18 .6 . l99O

Der Tag begann mit einem recht "schweren" Frühstück: Die Schrippen waren für unsere Begriffe nicht durchgebacken, also feucht - und "saßen" entsprechend "im Magen". Vielleicht lag das aber auch am feuchten Wetter in diesen Tagen. Dennoch heute war es regenfrei, und der erste echte Rudertag konnte beginnen .

Bei Gegenwind erlebten wir von Arjang bis Varvik eine sehr eindrucksvolle, 21 km lange Etappe. Die Weite schwedische Seenlandschaft, mit vielen Inseln und Buchten versehen, konnten wir fast alleine genießen. Nur zwei kleinen Motorbooten und einigen Kanus einer Schulklasse wurde zugewinkt; ab und zu ein verstecktes Haus mit Sauna.

Bemerkenswert war auch die feierliche Stille bei den Ruderern, nur einmal jäh unterbrochen durch den vom Rollsitz stürzenden Fahrtenleiter - er hatte einen deftigen "Krebs" gefangen! Vor einer interessant konstruierten, in Fels gebetteten Doppelschleuse lagerten die Boote, das heutige Ziel war erreicht.

Bevor die Heimfahrt begann, stillten wir unseren Hunger mit einigen Lachsforellen, die wir beim Schleusenwärter erstanden. Einen noch tiefgefrorenen "Restposten" legten wir abends auf unseren Grill. Das Hauptgericht bestand heute aus saftigem Grillfleisch, Folienkartoffeln und knackigem Salat. Eine köstliche Angelegenheit. Abendgesänge, durchsetzt mit einigen hochgeistigen, z.T. von nordischen Trollen gebrauten Getränken, beendeten diesen ereignisreichen Tag.

H. Selke

Dienstag, den 19 .6 . l99O

lO Uhr Abfahrt zur Schleuse nach Krokfors. Das Schleusen erfolgte in 2 Kammern. Die Boote kamen durch die einströmenden Wassermassen mächtig ins Wanken, so daß nicht nur mir etwas mulmig wurde. Nach ca. 50 Minuten konnte es endlich weitergehen. Wir ruderten durch herrliche Landschaft unserer Mittagspause entgegen. Ein Anlegeplatz auf einer Insel war bald gefunden, es wurde nach einem Grillplatz Ausschau gehalten. Das Feuer war dann schnell entfacht, die Stocke gespitzt und schon wurden Würstchen gegrillt. Da es bald anfing zu regnen, ruderten wir direkt bis zum Treffpunkt. Von weitem schon konnten wir unseren VW-Bus erkennen.

Bei unserer Ankunft mußten wir feststellen, daß kein Landdienst dort war. So harrten wir im Regen bis zur Rückkehr des Landdienstes aus. Das Gelächter wir dann groß, als sich herausstellte, daß die Mitteltür das Busses unverschlossen war, nur alle hatten nicht an der "richtigen" Tür probiert.

Im Quartier angekommen, bereiteten sich alle auf Harte Selke's Geburtstagsfete vor. Um 19.3O Uhr war es dann endlich soweit. wir strömten zum "Junggesellenhaus" und wurden auf das Angenehmste überrascht. Konni, Manfred B. und als "Hilfsarbeiter" wohl auch Harte S. hatten ein Superbuffet angerichtet. Alle griffen begeistert zu und ließen es sich schmecken. Nochmals herzlichen Dank dafür. Wir saßen dann alle noch sehr gemütlich Zusammen und ließen den Abend so gegen 23 Uhr ausklingen.

R . Scheffrahn

Mittwoch, den 2O.6 .90

Heute ist der 4. Rudertag. Knapp 60 km Ruderleistung haben wir "erst" bisher erbracht. Heute mußte es eine große Tour geben ! Aber wie hatte sich Petrus gegen uns verschworen: die ganze Nacht rauschte es auf den ¸ppigen Wald, die Dächer unserer Bungalows machten Musik. Mit trübem Blick und erwartungslosen Gesichtern nahmen wir das Frühstück ein, eine Pflichtübung. Auch wenn u.a. wieder der Kaffee vorzüglich zubereitet war. Gegen 9 . 30 Uhr fuhr uns der Landdienst zum Hörnas Badeplats. Dort hatten unsere Boote übernachtet. sie waren inzwischen regenvoll. Der Himmel war verhangen, die Luft sehr feucht. So konnten wir nur teilweise die schöne Landschaft während der Ruderfahrt genießen. Bei Lutefuran änderten wir unseren südlichen Kurs. Aber neu einsetzender Nieselregen und stärker werdender Wind waren gegen uns. Das 9 km weiter liegende Ziel (Höglund) erreichten wir leider nicht. So zwang uns die Einsicht zur Umkehr und Umfahrt der Insel Trollän.

Schiebewind und -wellen beschleunigten unsere Fahrt in Richtung Schleuse Krokfors. Dort angekommen, klarte es auf . Endlich einmal ein Zeichen für eine Pause an Land. Stehimbiß, Möglichkeiten der Erleichterung ! Es wuchs auf einnal auch der Ruderhunger bei leicht durchbrechender Sonne. Daraufhin fuhren wir die Buchten von Ärvike aus und landeten nach Umrundung der Halbinsel Tängenas in einer Natur-Badeanstalt. Fazit des FL: Für heute ist Ruderschluß. 27 km reichen! Im Quartier angekommen gönnten wir uns eine kleine Erfrischungspause, um anschließend den Hunger im Restaurant des Campingplatzes zu stillen. Ein wirklich anheimelndes Haus empfing uns. Netter Service, gemütliche Klaviermusik (live ! ) ergänzten den Rahmen. Das Essen war gut, für unsere Verhältnisse aber teuer. Und der Gerstensaft kostete ca. 12 DM (0,5 1) ! Na, 1 Bier reicht ja auch, oder? Nun verlangte der satte Körper Bewegung, also ging ' s gemütlich angeln. Leider sahen wir überall die Fische springen, diese jedoch wollten unsere Köder nicht erkennen. Trotzdem war es eine beschauliche Szene.

Der Abend endete gemütlich wie immer... ... mit Gesang und Akkordeon. Dieses Mal war der Bungalow Scheffrahn/Schiewe unser "Gast"haus. Vielen Dank! Mit Hoffnung auf einen hoffentlich regenfreien folgenden Tag rollten wir uns gegen Mitternacht in unsere "Daunen".

Hartmut Lindner, MR

Donnerstag, den 21.6.90

Diese Ruderetappe muß von mir aus der Sicht des Landdienstes geschrieben werden. Mit mir teilten noch Christel und Harte L. dieses Los. Wer glaubt, als Landdienst habe man einen gemütlichen Job, der ist noch nicht mit Manne Becker auf Wanderfahrt gewesen.

Normal ist: Mannschaften zu den Booten fahren, Einsetzen helfen, Einkaufen fahren, einen vorher bestimmten Mittagstreffpunkt suchen, Essen vorbereiten, Boote in Empfang nehmen, Essen, Boote wieder zu Wasser bringen, Aufräumen, per Bus zum Tagesziel fahren, Boote dort empfangen und zu Land bringen, Mannschaften ins Quartier fahren, Abendessen vorbereiten, Abwaschen. Nicht so am heutigen Tag. Es regnete, anfangs nur leicht ( "wird schon aufhören"). Es hörte aber nicht auf, es wurde noch starker! Also erst einmal Einkaufsbummel für alle in Bengtfors. Nachmittags gings noch einmal zu den Booten. Immer noch Regen, Rudern wurde endgültig abgeblasen. Nun fuhren wir auf einem neuen Weg am See entlang zu unseren Hütten. Dadurch wurde es doch noch ein geruhsamer Nachmittag.

Das abendliche Grillen verzögerte sich etwas, da wir ein Gerät zum Glutanmachen benutzten, mit dem es ganz schnell gehen sollte. Nachdem alle mehr oder weniger gesättigt waren, wurde noch einem verdienten Steuermann eine von Heide und Konny sehr liebevoll angefertigte "Goldene Steuerleine " überreicht .

Unsere Hauskapelle (Harte S. ) spielte uns noch einige Zeit zur Unterhaltung und zum Mitsingen auf, bis gegen Mitternacht alle auch ohne Rudern recht müde in ihre Betten fielen. Dabei wird mancher auf dem Weg durch den immer noch fallenden Regen gedacht haben: Ein Glück, daß der FL heute nicht Landdienst gehabt hat, vielleicht wäre alles ganz anders gekommen? !

Manfred Hoffmann, Dresdenia

Freitag, den 2.6. - Feiertag in Schweden - Mittsommernacht -

Zur Feier des Tages gab es zum Frühstück in unserem Haus auch einmal Rührei mit Schinken. Ich habe mein ganzes Können in dieses Frühstück gelegt, aber Ulla zeigte während ( fast einstündigen Anfahrt mit den Bussen zu den gelagerte Booten, daß es ihr nicht geschmeckt haben kann. Sie hatte einige Probleme, weil sie "so etwas nicht auf nüchternen Magen essen kann". Beim Rudern ging es wieder besser, ja sogar sehr gut.

Wir machten an diesem Tag eine Tour von ca. 3O km und genossen die bootsfreien Seen und grünen Wälder. Unsere Fahrt wurde durch eine kurze Pause auf dem Kopf eines Felsens mit einem herrlichen Blick auf Inseln und Seen unterbrochen. Einen Elch habe ich leider wieder nicht erblickt. - Nach unserer Rückkehr am Nachmittag an einem idyllisch gelegenen Badestrand wurden die Boote wieder routiniert abgeriggert .

Gegen 17.30 Uhr kehrten wir dann mit dem Bootsanhänger zu unserem Campingplatz zurück. Hier war es inzwischen ausgesprochen voll geworden. Alle Standplätze waren besetzt ! Es herrschte ein reges Treiben, und Musik und Gesang drang aus verschiedenen Zelten und Sommerhäusern. Die Schweden begannen die Mittsommernacht zu feiern. Wir gingen zur Feier des Tages zum Abendessen ins Restaurant im Zentrum des Camps. Auf dem Weg dorthin fielen uns die vielen angetrunkenen Schweden auf. Im Gastraum trafen wir dann schließlich die ersten Trolle, Vater und Sohn Troll mit ihrem typischen Trollhusten und -lachen.

Nach der Nahrungsaufnahme machten wir fast alle noch eine Verdauungsspaziergang. Der pünktlich zur Nacht einsetzende Regen ließ jedoch die Mittsommernacht buchstäblich ins Wasser fallen. Ein gemütliches Zusammensein in unserem Haus wurde noch vor 24 Uhr beendet. Diesen Feiertag der Schweden in Schweden hatte ich mir anders vorgestellt !

Wolfgang Reim

Samstag, den 23 .6 . 90

Der Tag der Abreise war gekommen. Hausputz war angesagt. Auch die Busse blieben nicht verschont - ein Staubsauger machte es möglich, ihnen ein staubfreies Inneres zu verschaffen. Erst danach durfte das Gepäck verladen werden. Übrigens: beim großen Kehraus fand sich auch Hilmars seit einer Woche verlustig gemeldete Regenjacke wieder an. Nachdem das Gruppenfoto mit Elch im Kasten war, konnte die Heimfahrt - im Regen - angetreten werden. Auf halber Strecke wurde eine Pause zum Füße vertreten usw. eingelegt. Christel nutzte die Gelegenheit, um erfolgreich noch Wurst-, Käse- und Gurkenstückchen "Marke Troll" an den Mann/Frau zu bringen.

Bei unterdessen sonnigem Wetter erreichten wir Göteborg. Allerdings so zeitig, daß sämtliche Auto-Abfertigungsschalter am Fährhafen noch geschlossen hatten. Der FL unterstützt von Harte S. und mir - machte sich durch den unbesetzten, aber offenen ( ! ) Zolldurchgang auf die Suche nach einem Abfertigungsschalter im Terminal. Immer am Zaun, dem i-Zeichen für Information folgend, gelangten wir zu einer Tür, durch die wir tatsächlich in die Schalterhalle gelangten, jedoch nicht ohne die besondere Aufmerksamkeit des Personals zu erregen. Mehrmals fragte die Dame hinter dem Schalter streng, wie wir denn durch diese Tür gekommen wären, ehe sie von unserer Harmlosigkeit überzeugt schien. Mit der eindringlichen Ermahnung, für den Rückweg zum Auto den Haupteingang vor dem Zoll zu wählen, fertigte sie uns schließlich ab: Nun hatten wir unsere Bordkarten, und Tische waren zum Abendessen auch schon bestellt.

Die verbleibende Zeit konnten wir uns mit Sight-Seeing in Göteborg vertreiben. Aus Zeitgründen fiel der Besuch des Vergnügungsparks aus. Kurz entschlossen machten wir uns auf, zumindest den Hafenbereich zu Fuß zu erkunden und entdeckten einen alten Aussichtsturm. Zwei Seeleute im Rentenalter teilten sich die Arbeit: der eine verkaufte Ansichtskarten und kassierte den Eintritt, ohne das Wechselgeld heraus (zu) geben (zu können?), der andere betätigte sich als Fahrstuhlführer. Die Technik des Aufzugs schien dem Alter des Turms bzw. Personals angemessen. oben genossen wir die schöne Rundumsicht und testeten unsere Schwindelfreiheit beim Hoch- bzw. Runterschauen. Zum Dank für unseren Besuch erhielten wir, wohlbehalten wieder unten angekommen, das Wechselgeld zurück !

Das Fährschiff hatte unterdessen angelegt, so daß wir fast als erste hinauffahren konnten. Viel Zeit zum Ausruhen gab es nicht, schließlich waren die Tische "pünktlich" bestellt. Andere dachten ebenso, und so standen und warteten wir auf unsere "Platzierung". Doch Gruppenreisende haben einen Vorteil, sie üben offenbar größeren Respekt aus? Ein Steward erbarmte sich unser und nur für die "Reisegruppe Teuerkauf " öffnete sich die Nebentür zum Speisesalon. Unter den neidvollen Blicken der weiter Wartenden wurde sie auch flugs wieder verriegelt. Das erste Bier schmeckte köstlich, und das reichhaltige skandinavische Buffet lockte zu mehreren Gängen. Aufkeimende Gedanken an Kalorien oder Gewichtsprobleme wurden mit einem Aquavit fortgespült. Während einige anschließend versuchten, das Schlafdefizit der vergangenen Woche zu verringern, trafen sich andere im Tanzsalon zum Disco-Schwoof. Unentwegte sollen ihr Glück auch beim Roulette versucht haben.

Sonntag, den 24.6.90

Glücklich in Kiel angekommen, erhielt der gestreßte Fahrer zahlreiche Vorschläge über die zu wählende Route. Irgendwie kam eine Einigung zustande - oder hatte jemand ein Machtwort gesprochen? - jedenfalls fuhren wir geradeaus, während Lollos Bus rechts abbog. An der nächsten Kreuzung wendeten wir erst mal, um in entgegengesetzter Richtung zur¸ck zufahren . . . So haben sich unsere Bus-Wege getrennt - bis Berlin. Unterwegs kauften wir zum letzten Mal im Intershop ein (Die Währungsunion stand unmittelbar bevor). Die Weiterfahrt verlief problemlos. Nur an der letzten Kreuzung (Heerstr./Siemenswerderweg) war unser Hänger plötzlich zu lang, um an einem verkehrswidrig geparkten Klein-Lkw vorbeizukommen. Mit vereinten Kräften und "Hauruck " hievten unsere kräftigsten Kameraden das Monstrum um die Ecke. Freudig wurden wir von Lollo und seiner Besatzung sowie den Daheimgebliebenen begrüßt. Diese hatten inzwischen vorgesorgt: eine große Kaffeetafel war für uns gedeckt und Kaffee und Kuchen standen auch bereit. Doch zunächst mußten die Boote "versorgt" werden, erst dann durften wir Platz nehmen. Und fröhlich stellten wir wieder einmal fest: Das war eine schöne Fahrt. Herzlichen Dank allen, die zum Gelingen beigetragen haben .

Heidi Kleine, RS Saffonia

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© 1996-2002 Märkischer Ruderverein e.V. - Berlin [2002/09/24]