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Wanderfahrt auf dem Dalsland-Kanal (Schweden) 10.-19.06.94
FL Manne Becker hatte mit Zustimmung
der Turngemeinde in Berlin (TiB) deren neue Barke für eine Wanderfahrt
auf Schwedens Gewässern zur Verfügung gestellt erhalten. So war
dieses Mal eine Crew von l3 Ruderern aus den Vereinen Arkona, Saffnia,
TiB und MR gebildet, die sich am Freitag des lO.O6. um O8:30 Uhr im Bootshaus
der TiB (Tiefwerder) zur Abfahrt einfand. W. Reim, U. Balewski und H. Kleine
stellten dankenswerterweise ihre Fahrzeuge zur Verfügung.
Schnell war die Barke an Wolfgangs VW-Bus
angedockt und ab ging es über die Autobahn Nord. Unterwegs zogen dunkle
Wolken auf, zeitweise trübte starker Regen unseren Blick. Kurzer Zwischenstop
an der Raststelle Gudow. Alles ist in Ordnung!
Dann folgte ein kurzer km-Sprung bis nach
Mölln. Dort wartete Schnattas (Saffonia) Schwester in ihrem schmucken
Haus, wo uns nicht der von uns beabsichtigte Imbiß sondern ein riesiges
Mittagsmahl mit allen erdenklichen Zutaten kredenzt wurde! "Liebe Doris,
es war riesig. Du hättest damit die doppelte Zahl von gesprächigen
Mäulern stillegen können. Auch der starke Regenschauer ließ
uns weiter unter dem vorbereiteten Regendach gut ausharren. Vielen Dank
f¸r diese großzügige und variationsreiche Beköstigung."
Schweren Ganges bei den Autos angelangt
ging es weiter nach Kiel, wo die Einschiffung bei der Stena Line erfolgen
sollte. Petrus hatte nun wieder Sonne im Angebot. Schlie?lich rollten wir
in den riesigen Schiffsbauch ein.
Dieses Fährschiff war schon interessant,
eine kleine Stadt für sich. Mit vielen Möglichkeiten, Geld auszugeben,
u. a. bei ein/zweiarmigen "Banditen". Abends rückten wir in den Speisesalon
ein und genossen das typisch skandinavische Essen, soviel der Magen vertragen
konnte. Ein(e) tolle(r) Abend(Nacht) klang in verschiedenen Räumen,
u. a. in der Disco-Bar, aus. ---
Samstag, 11.06. um 07 Uhr Frühstück
(Buffet), 9 Uhr Ankunft in Göteborg. Sonniges Wetter.
Auf gepflegten Straßen ging es über
Trollhättan, Vänersborg und Mellerud in Richtung Norden, dann
landeinwärts nach Bengtsfors, unserem Standquartiert. Unser Weg dorthin
führte uns durch dünn besiedelte und überwiegend waldreiche
Gegenden. Gegenüber der hektischen Betriebsamkeit in Deutschland herrschte
hier die wohlempfundene Ruhe (Einsamkeit). Gegen 16 Uhr erreichten wir
unseren Campingplatz und bezogen unsere S Hütten. Nicht weit entfernt
war ein See, der zur Dalslandkanal-Kette gehört. Eine herrliche Lage
für unseren Ruderurlaub. So schmeckte uns auch das erste dort unter
freiem Himmel eingenommene Abendessen. - Sehr viel später schliefen
wir auf unseren neuen Lagern entspannt ein.
Hartmut Lindner, MR
Sonntag, 12.O6.94 - Unsere 1. Fahrtetappe
O8:30 Uhr: Frühstück im Freien
bei nordischer Kälte, leichtem Nieselregen, Pudelmütze und noch
nicht ausgeschlafener Stimmung. l0:30 Uhr: Startklar für unseren ersten
Rudertag, fahren wir mit 2 Autos und der Barke, in Richtung Norden. Manne,
unser Wegweiser, brachte uns an eine Anlegestelle (leider nicht die richtige),
dessen Weg bis zum See etwas abschüssig war und der Hänger sich
mit Kennzeichenschild und Rückleuchten im Sand vergrub. Alles raus
aus den Autos, ran an den fahrbaren Untersatz, um mit viel Kraft und Gewalt
die Verankerung zu 1ösen. Das Heck wurde befreit, dafür rutschte
aber der Mantel des Bugreifens ab. Nach langer Überlegung schwebte
Wolfgangs Bus per Wagenheber einseitig in der Luft und sollte somit als
Schwerkraft für die Montage dienen, was aber nicht so recht klappte.
Nun gut, die Männer puzzelten weiter und wir Frauen haben es uns am
See gemütlich gemacht und uns köstlich amüsiert.
Geschafft!! Das Rad saß, das verbogene
Kennzeichenschild klebte am Boot und die schmutzigen Handwerker stiegen
in die Autos. JUBEL ! ! !
13 Uhr: In Gustavsfors (richtiger Ausgangspunkt)
wurde das Boot zu Wasser gelassen.
Auf dem Dalslandkanal sind wir zu unserem
Campingplatz in Bengtsfors gerudert bzw. haben uns bei ordentlichem Wind
treiben lassen.
18 Uhr: Ziel erreicht, danach Baden im
eiskalten, klaren See, anschließend Sauna und ab, mit Heißhunger,
ins chinesische Restaurant, wo wir kalte Ente und warmes Bier bekamen.
- Bis I Uhr saßen wir noch gemütlich vor unseren Hütten,
natürlich dick eingemummelt, und haben geklönt.
Carola Dorn, MR
Dienstag, 14.O6.94
Heute ist "W"-Tag: Daf¸r sorgt nicht
nur das wunderschöne, wolkenlose, warme aber windige Wetter, sondern
insbesondere unser Klaus, der heute als WEI-WHI-Wo-WI Tagesgespräch
ist. Kurz - er kam einfach nicht auf die Beine, weil offenbar einige Geister
der letzten Nacht (z. B. Wein, Whisky, Wodka) etwas gegen Wierick hatten,
so daß er wohl in der Koje besser aufgehoben war ...
Folglich wurde vom heutigen Landdienst
Lollo zum Rudern abgezweigt. Carola und Wolfgang mußten mit Pkw und
Bus allein Landeplätze suchen. Schleusengegebenheiten erkunden, einkaufen
(incl. Tabletten für Klaus) usw. Die beiden klagten denn auch über
erheblichen Streß an diesem Tag!
Die Weiterreise mit der Barke ging heute
von Bengtsfors/Schleuse über Billingsfors, Dalslanged nach Mustadfors,
ca. 18 km. Gleich nach der Abfahrt sichteten die Bordangler ein hervorragendes
Gewässer, wo am Rande mit Sicherheit "dicke Barsche stehen". Doch
Hilmar fischte lediglich einen krummen Ast (der fast wie ein Aal aussah),
worauf Konni die Sache übernahm, um endlich "die Barsche zu holen".
Mit eleganter Wurftechnik verfing sich der Haken zunächst im Ufergestrüpp.
Wahrscheinlich hat sich der Barsch totgelacht, denn in de nächsten
Schleuse trieb einer kieloben ... Nach der Doppel-Schleuse in Billingfors
schwamm eine hübsche Ringelnatter neben uns zum Ufer. Vor Schreck
verlor Jürgen seinen Sonnenhut, den aber Konni - im Fischen geübt
selbstverständlich rettete.
Hinter Dalslanged passierten wir nochmals
4 hohe Schleusenkammern. Die nette Schleusenwärterin fragte nach unserer
nächsten Schleuse, um uns anzumelden. Sie nahm jedoch davon Abstand,
als vom Boot herauf pausenlos Meinungsänderungen in Wortfetzen aus
mehreren Sprachen auf sie prasselten. Auf herrlichen Seen und Flußläufen
ruderten wir weiter dem Tagesziel entgegen und konzentrierten uns abermals
auf den angelnden Hilmar, der schließlich doch noch fündig wurde:
ein wunderschöner Ast mit Blättern! Unsere Tagesarbeit hieß:
11 Schleusenkammern, von 9O,3 m auf 62,4 m heruntergeschleust. Hartmut
Selke, MR
Donnerstag, 16.6.94: Eisenbahnfahren
einmal anders!
Frühstücken, so wie immer gegen
9,15 Uhr, draußen bei frischem Sonnenschein. Alle sind wohlgelaunt
und munter, obwohl die meisten in den Geburtstag von Jürgen hineingefeiert
haben. Ein kleines Geschenk von Wolfgang erheitert die Frühstücksrunde,
es ist eine kleine 'Bim-Bim-Eisenbahn' für Jürgen. Heute ist
ein besonderes Programm vorgesehen: Anstatt zu rudern, wollen wir heute
auf stillgelegten Gleisen Draisine fahren, Also schnell den "kleinen Abwasch"
von 13 Ruderern erledigt und los geht es zum etwa 3 km entfernt alten Bahnhof
von Bengtsfors, Hartmut S. hat schon für uns entsprechend vorbestel1t
und managt jetzt auch alles. Nach kurzer Sicherheitseinweisung zur Handhabung
der Draisinen und Verlosung der einzelnen Mannschaften kann es losgehen. Hilmar und mich hat das Los vereint und mit einer internen Knobelei ist
der erste Akteur festgelegt. Hilmar hat gewonnen. Aber was für ein
Gewinn? Etwa 2,5 km mit 7 % Steigung bergauf. Stöhn - das geht in
die Beine, Vor dem Gipfel lösen wir uns ab. Es dauert gar nicht lange
und die Schufterei hat ein Ende. Mit rasantem Tempo geht es nun bergab.
So sorgt die Strecke mal fürs Schwitzen mal für Abkühlung,
Nach ca 1 Std. Strampeln halten wir an einem schönen Rastplatz an
und legen eine Pause ein, Untereinander werden ,jetzt die "Er-fahr-ungen"
und Erlebnisse erzählt.
Bald ging es in gewohnter Weise weiter,
bis unser Manne bei Streckenkilometer 64 zur Umkehr riet. So wurden alle
Drainier ausgegleist und gewendet. Jetzt wird erst einmal eine größere
Pause im Wald eingelegt. Gestärkt durch einen kleinen Imbiß
wird die Rückfahrt angetreten. Da die Strecke nur eingleisig ist,
müssen alle jetzt für einige Entgegenkommer die Draisinen ausgleisen
und die Durchfahrt der anderen ermöglichen. So gegen 15 Uhr war der
Bahnhof Bengtsfors wieder erreicht. Etwa 44 km Draisinenfahrt liegen hinter
uns. Das war ein Erlebnis, das man nicht überall geboten bekommt.
Aber der Tag hatte noch einiges zu bieten, schließlich ist da noch
ein Geburtstag. Das Wetter lädt zum Grillen im Freien ein. So wurden
Spieße, Fleischscheiben und Kartoffeln mit Kräuterbutter zubereitet.
Ein tolles Essen, Draußen wurde es kühl und so wurde die Party
ins Haus 5 verlegt. Bei Wein, Bier, Sekt und Hochprozentigem kamen wir
alle so langsam in Stimmung. Jetzt war der richtige Zeitpunkt, Jürgen
sein Geschenk zu überreichen. Bei dieser Gelegenheit wurde Lollo mit
einer Bildcollage an seine lO. Mitfahrt erinnert. Er war überrascht
und hat sich sehr gefreut. Bei ausgelassener Stimmun und Akkordeonmusik
mit Gesang klang die Party in den fr¸hen Morgenstunden aus.
Konrad Becker, Saffonia
Freitag, 17.6.94
Heute meint es der Wettergott wieder gut
mit uns und so können wir unser Frühstück gemeinsam im Freien
einnehmen. Nach längerer Autofahrt erreichen wir Upperud, wo unsere
Barke heute zum letzten Mal strapaziert. werden soll. Spontan entscheidet
sich der FL dazu, die Barke am dortigen lLiegeplatz aus dem Wasser zu nehmen.
Somit dürfen heute alle Teilnehmer in und auf die Barke. Bei herrlichem
Wetter starten wir um 12.3o Uhr zu einer nochmals wundervollen Ruderfahrt
durch die Gewässer rund um Upperud mit seiner eindrucksvollen Landschaft.
Hilmar hat sich für den heutigen Tag vorn Rudern befreien lassen um
sich ganz seinem - bislang erfolglosen - Hobby, dem Sportangeln, zu widmen.
Und siehe da, was lange währt, wird endlich gut. Nach einigen "Blindgängern
zappelt doch tatsächlich ein Fisch an der Angel. Noch bevor dessen
wahre Größe von uns in Augenschein genommen werden kann, wird
uns schon ein ausgiebiger Fischgrillabend schmackhaft gemacht. Schlagartig
verlaßt Manfred im Augenblick des größten Anglergl¸cks
seinen Platz auf der Steuerbank, um sich auf den sicheren Bug zu retten.
Auch lehnt er es strikt ab, sein Hemd zur Ruhestellung des Fanges herzugeben.
Schlie?lich präsentiert Hilmar unter großem Beifall der Mannschaft
seinen - leider auch einzigen - Fang, einen Barsch von sage und schreibe
15 cm Länge über alles! Na, aus dem Fischgrillabend wird nun
leider doch nichts. Nach problemloser Verladung der Barke und einer Kaffeepause
kehren wir ein letztes Mal zu unserem Quartier zurück, wo wir uns
über die restlichen Nahrungsmittelbestände hermachen. Während
ein Teil sich an dem ersten Fußball-WM-Spiel erfreut, genießen
die anderen den schönen Abend auf der Wiese. Unser Aufenthalt in Bengtsfors
klingt schließlich mit Musik und wiederholtem Jubel" in geselliger
Runde aus.
Lothar Frenkel, Arkona
Sonnabend/Sonntag - 18. und 19.6. 94
Nachdem Geschirr und Bestecke wieder auf
die 5 Häuschen - nach Muster sortiert - verteilt worden waren, die
Tochter des Campingplatzbesitzers mehrere Gruppenabschiedsfotos mit mehreren
Kameras geschossen hatte, traten wir die Heimfahrt an. Der Abschied fiel
uns nicht schwer, denn der Himmel war zu und begann zu weinen. Die Barke
hing jetzt am Kombi, "weil es sich so ergeben hatte", dafür saß
einer mehr im Bus. Nach einer Verschnaufpause mit Imbißeinkehr näherten''
wir uns zügig unserem Ziel Göteborg. Aus dem geplanten Siyhtseeing
wurde jedoch aus den bereits genannten"wolkentechnischen" Gründen
nichts. Wir sahen vielmehr zu, einen günstigen Platz in der Schlage
der Fährreisenden zu ergattern. Wir 3 Damen hatten später auch
noch Glück mit der Kabinennummer, sie war dieselbe wie auf der Hinfahrt,
so daß Orientierungsprobleme nicht auftraten. Nach einem reichlichen
Abendmahl mit diversen Gängen hätte ein bißchen Bewegung
gut getan: aus dem beabsichtigten Tanzabend wurde jedoch nichts. Die Disco
wirkte sehr seniorig-lahm und so schlürften wir im Konferenzraum erstmal
ein Täßchen Kaffee, später an der Bar noch ein Bier. Der
Abend schleppte sich ein bißchen hin, ja bis endlich um Mitternacht
Harte S. die Auflassung zu einem Gläschen Sekt gab und wir ihn auf
die Heimkehr vorbereitete und auch auf Schnatters sanfte Weckrufe nicht
reagierte, endlich ein vielfaches "Happy Birthday" zujubeln konnten. Ab
7 Uhr begann die Schlacht am Frühstücksbuffet. Klaus war der
erste; vor lauter Begeisterung hatte er vorsichtshalber kaum ein Auge zugetan
und war schon satt, ehe die übrigen Teilnehmer der Reisegruppe "Teuerkauf"
nacheinander auf der Bildfläche erschienen. Mit dem Essen mußte
man sich allerdings beeilen, denn Kiel war sozusagen schon in Sichtweite.
Apropos Eile: Zu allem Uberf1uß brach in der Kabine die Toilettenabsaug/-spüleinrichtung
zusammenen, so daß in der Not der Eile aus mancher Notdurft nichts
wurde. Nur schnell vom Schiff und rasch nach Hause, d.h. zunächst
war das Bootshaus der TiB unser gemeinsamer Treffpunkt. Wir fuhren über
Reinickendorf, um uns wieder an das Stadtleben und den Stau zu gewöhnen,
und waren als erste da und zudem noch gar nicht erwartet worden. Aber in
Windeseile hatte Edeltraut Kaffee gekocht, Kuchen war auch da... besser
hätten wir es kaum treffen können. Bevor allerdings beschauliche
Stimmung hätte einkehren können, erschien die Barke auf der Bildfläche.
Hastig wurden die Gepäckstücke aus ihrem Bauch entladen und auf
die anwesenden Besitzer verteilt (es fand sich übrigens noch eine
tolle(!) Flasche Rotwein an ..). Anschließend fuhren wir gemeinsam
zum MR: Hartmut S. hatte uns noch zu Kaffee und Kuchen eingeladen .FL Manfred
trat das letzte Mal in dieser Woche offiziell in Aktion und überreichte
dem Geburtstagskind unser Geschenk. Von nun an kann sich Hartmut an einem
kunstvoll aus Elektronikschrott gewerkelten Mini-Ruderboot mit zwei Ruderern
erfreuen.
Allmählich löste sich die Tafel
auf; die müden Ruderer/-innen sehnten sich nach ihren heimatlichen
Gefilden. Und dennoch: eine Ruderwoche war wieder einmal viel zu schnell
zu Ende gegangen. Der Dank gilt allen, die durch ihr Mitwirken zum Gelingen
dieser schönen Tour beigetragen haben - insbesondere natürlich
dem FL! Tschüß, bis zum nächsten Mal!
Heidi Kleine. Saffonia
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