Märkischer Ruderverein e.V. - Berlin
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MR-Wanderfahrt in die Schweiz 1991

Freitag 31.5.91 Abfahrt 8 Uhr Funkturm. Ein Scharein-Bus, kaum verkehrssicher, ein AUDI, mittleres Baujahr, ein Mercedes, gepflegt, neuwertig, bestückt mit 6, 3 und 2 Personen machten sich auf den Weg Richtung Vierwaldstättersee.

1. Rast und Treffpunkt auf dem Parkplatz nach der ehem. Transitautobahn. 2. Etappe Ziel RC Rastatt.

Was bei dem Zustand des Kleinbusses nicht zu erwarten war, er erreichte als erster ohne bes. Vorkommnisse das Ziel, gefolgt vom Mercedes (Abstand ca. 10 Minuten) und Audi (Abstand ca. 60 Minuten), beide mit bes. Vorkommnissen: Wir, Hartmut S. und ich, machten einen Boxenstop an einer Vertragswerkstatt und ließen für ein geringes Trinkgeld Automatik-Öl ab und den Unterboden putzen, da uns kurzzeitig eine weiße Wolke anhing.

Die Fahrer des Audi, Uwe, Hilmar und Klaus W., hatten zwei Stops; wegen angeblicher Verkehrsbehinderung (nachfolgendes Fahrzeug fuhr dicht auf, fühlte sich provoziert und in seiner Linksfahrfreiheit eingeengt, rief über Autotelefon die Polizei und wurde schließlich selbst verwarnt) und weil sich eine Zündkerze plötzlich von ihrem Platz entfernte. Da Uwe aber eine gewaltige Werkzeugkiste mitführte und auf alle möglichen Eingriffe vorbereitet schien, konnte diese Reparatur selbst am Straßenrand behoben werden.

Ein geselliger Abend im Bootshaus des RC Rastatt schloß den ersten Anreisetag ab. Am Samstag ging es dann ohne Pannen mit dem Bus und einem PKW nach Luzern. Hier bezogen wir das uns allein zur Verfügung stehende Ruderzentrum am Rotsee, bummelten am Abend durch Luzern und stärkten uns mit Speis und Trank für den ersten folgenden Rudertag auf dem Vierwaldstättersee.

WoRe (MR)

Sonntag, d. 2.6.

Die erste Nacht in den komfortablen 4-Bett-Zimmern des Ruderzentrums Rotsee hatten alle verhältnismäßig gut überstanden. Es gab meines Wissens nur eine Klage von einem Kameraden, der sich über seinen schnarchenden Zimmernachbarn mit den Worten beschwerte: "Wenn der in der nächsten Nacht wieder so schnarcht, ziehe ich aus!"

Doch auch dieser "Vorfall" wurde schnell vergessen. Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es per Auto zu unserem Startort nach Luzern zum Ruderverein Reuss. Hier lagerten die zwei für uns reservierten Boote zur Überquerung des Sees bereit. Ein seefähiger Riemenachter mit dem klangvollen Namen "Seebär" und ein Zweier.

Nach ein paar Informationen über den Vierwaldstätter See starteten wir recht früh zu unserer Fahrt nach Flüelen. Die Entfernung beträgt ca. 36 km, was eine Ruderzeit einschließlich kleiner Pausen von ca. 4 - 5 Stunden bedeutete.

Der frühe Start hing mit den Wetterverhältnissen auf diesem See zusammen. Aus der Erfahrung weiß man, daß am Nachmittag meist ein Wetterumschwung eintritt und man mit aufkommendem Wind rechnen mußte. Die erste Etappe verlief bei ruhigem Wasser und Sonnenschein in einer gemütlichen Stimmung. In den ab und zu eingelegten Pausen wurden von unserem Steuermann kleine Erfrischungen in Form von Rebensaft gereicht. Doch nach Erreichen des Urner - Sees änderten sich diese Verhältnisse. Die Sonne verschwand teilweise Wind kam auf und die Wellen wurden höher. Diese Wetterverhältnisse entsprachen mehr einem Surf- bzw. Segelwetter. Im Nachhinein waren wir froh, nur mit dem Achter gefahren zu sein und den Zweier nicht benutzt zu haben. Denn gerade auf diesem Teil des Sees bestehen bei einer evtl. eintretenden Notsituation nur geringe Anlegemöglichkeiten, weil die Felsen teilweise senkrecht in den See hineinragen. Dank unseres guten Steuermannes überstanden wir diese Etappe recht gut. Auch das Anlegemanöver in Flüelen wurde trotz starken Windes und einer hohen Welle sehr gut gemeistert. Nach einigen Lagen Gerstensaft, die wir zusammen mit den Kameraden vom Flüelener Ruderverein zu uns nahmen, ging es dann gegen 15 Uhr mit einem Raddampfer zurück nach Luzern, wo wir nach ca. 4 Std. Fahrt eintrafen.

Mit einem Abendessen in einem Hotel und einem Umtrunk im Ruderzentrum Rotsee ließen wir den Tag ausklingen. Einige Kameraden verabschiedeten sich an diesem Tag schon sehr früh, weil die vorherigen Abende doch etwas länger ausgedehnt wurden als geplant. Somit konnte etwas Schlaf aufgeholt werden, denn am nächsten Tag mußte ja das Boot wieder zurückgerudert werden.

K. Wierick, TiB

Montag, den 3.6.1991

Heute am zweiten Rudertag stehen wir bei Regen auf und fahren nach dem Frühstück mit der Bahn nach Flüelen. Der Bahnhof von Luzern ist schon recht eindrucksvoll: modern, übersichtlich und als Sackbahnhof mit mehr als 13 Gleisen ausgestattet. Die Fahrt dauert 1 Stunde und bietet kaum Abwechslung, da die Sicht nach draußen durch trübes Wetter und Regen behindert wird.

In Flüelen schaffen wir es, unseren stolzen Seegig-Achter schon um 11.00 Uhr ins kühle Wasser zu setzen Manne hatte vorher etwas Sorge, daß wir nicht rechtzeitig das Gebiet vom Urner See verlassen können, denn erfahrungsgemäß kommt mittags sehr starker Wind auf. Doch Windstille umgibt uns. Mit ruhiger Schlagzahl ziehen wir unsere Bahn und können am Ufer Reiher beobachten. Zur Mittagszeit läßt sich sogar die Sonne sehen, beste Gelegenheit, eine Flasche Wein zu köpfen. Die normalen menschlichen Bedürfnisse zwingen uns, weiter unter Land zu fahren, um eine Anlegestelle zu finden. Doch Steilufer und viele Steine im Wasser verhindern das, so daß wir 4 km quer über den Vierwaldstätter See rudern müssen. In Weggis finden wir einen idealen Landeplatz für unser Boot. Die Toiletten, aber auch Geschäfte sind in unserer Nähe, um alle Bedürfnisse zu befriedigen. Schnell sind Wurst, Brötchen und Bier eingekauft, die Schlacht am kalten Bufett kann beginnen. Den nächsten starken Schauer können wir somit unter einem Baum abwarten. Auf der Weiterfahrt nach Küssnacht kommt doch noch starker Wind auf. Doch unser Steuermann hat den Kahn gut im Griff. Unsere Anlagestelle ist die Badeanstalt von Küssnacht. Der Landdienst mußte bis dahin eine einsame und frierende Badenixe bei Laune halten, damit wir das Gelände auch durch ein geöffnetes Tor verlassen durften.

Zum Abend besserte sich das Wetter. Das teuer eingekaufte Fleisch konnte von Hilmar, unserem Chefkoch, am Ufer des Rotsees zubereitet werden. Von den Grilldüften bekamen sogar die vorbeiziehenden Jogger und auch Hunde Appetit.

M. Schneider (MR)

Dienstag, 4.6.91

Nach deftigem Frühstück bringt uns der Landdienst zurück nach Küßnacht, wo unser "Seebär" auf der Wiese des Freibades übernachtet hat. Da der Eingang verschlossen ist, steigen wir über den Zaun unter Zuhilfenahme eines Briefkastens, der als Trittchen dient. Schon hier ließ sich leicht feststellen, wer für Bergtouren geeignet ist und wer nicht. Die meisten sollten es beim Rudern belassen! Nun hieß es wieder einmal Schuhe und Trainingshose ausziehen, was bei den herrschenden Temperaturen nicht leicht fiel. Unter fachkundiger Beobachtung durch eine Entenfamilie wurde der "Seebär" zu Wasser gelassen. Um 9.3O Uhr ging's dann endlich los: über den Küßnachter See, vorbei am Luzerner See Richtung Stansstad. Ca. eine halbe Stunde vor Stansstad fing's natürlich wieder Blasen zu regnen an. Nach schwieriger Steuertour durch den engen "Yachthafen" legten wir an und fanden nach kurzer Zeit ein gemütliches Restaurant. Nachdem sich das anfängliche Entsetzen über unser Aussehen im Gesicht der Kellnerin gelegt hatte, wurden wir schnell in ein Nebengelaß komplimentiert. Vermutlich, um die Stammkundschaft nicht zu verschrecken.- Uns war's ganz recht!- Da wir zu früh eingetroffen waren, mußten wir noch 1 Std. auf unser Essen warten. Die Wartezeit wurde durch flüssige Nahrung überbrückt! Das Essen war recht übersichtlich gestaltet und zu den Schweinshaxen wäre ein Vergrößerungsglas angebracht gewesen. Da sich der Regen für kurze Zeit verabschiedet hatte, ergriffen wir nun die Gelegenheit, trockenen Fußes ins Boot zu steigen.

Unter den "Augen" von Manne Beckers Kamera legten wir ab, und Saffo Hanne steuerte uns zurück in Richtung Luzern. Selbstverständlich fing's auf halber Strecke wieder kräftig zu regnen an. Um 16.0O Uhr legten wir im strömenden Regen beim Seeclub Reuß an. Petrus hatte dann ein Einsehen mit uns und stoppte den Guß gerade so lange, daß wir das Boot trockenreiben und im Bootshaus verstauen konnten. Somit war der letzte rudertechnische Tag auf dem Vierwaldstätter See abgeschlossen. Der Abend verging mit Kofferpacken und dem obligatorischen Abendessen in unserem Luzerner "Stammrestaurant".

Balli (MR)

Mittwoch, den 5.6.

Halbzeit: "Die Verlängerungswoche" wird heute eingeläutet. Die Gruppe teilt sich in zwei ungleiche Hälften (Mathematiker mögen die dichterische Freiheit "überlesen"). Also, die kleinere Hälfte betreibt museales Kulturprogramm, die größere treibt's in luftige Höhen: man will den Rigi erklimmen. Bei bedingt schönem Wetter - ein kaum beschreibliches Mittelding zwischen ziemlich sonnig und sehr diesig - läßt sich das geschrumpfte Grüppchen unter Führung des FL auf den Dreitausender transportieren. oben angelangt, genießen die Kameraden die schönen Aussichten und die vom Wirt privat gegen Bezahlung ausgeteilten Getränke: "Bezahlen's, was Sie möchten". Ein Mittagessen schien anschließend nicht mehr vonnöten, man war lediglich in Eile geraten, die Kulturbesessenen vom Verkehrsmuseum Luzern pünktlich abzuholen. Jenes Häuflein hatte unterdessen die Schönheiten und Errungenschaften schweizerischer Technik bewundern können.

Endlich - wir brechen auf nach Thun.

Wir überwinden wohlbehalten einige Paßhöhen, lauschen gierig auf Motor und Getriebezähne und verpassen die Abfahrt zum Bootshaus - der Bus machte noch eine kleine Stadtrundfahrt, um dann doch noch glücklich das Bootshaus zu erreichen. Das Clubgelände wirkte unverändert. Es war wie 1986: kaum Platz, 2 Duschen, 1 Toilette für alle: auch für die zahlreichen Trainingsleute, die diesmal "unsere Ruhe" etwas beeinträchtigten. Morgens hieß es "Matten zusammenschieben", und tagsüber war der Aufenthaltsraum von einer Rudertrainingsmaschine so gut- wie blockiert. Die erhoffte Gemütlichkeit stellte sich somit erst in den Abendstunden ein.-

Aber zurück zur Ankunft: 2 Thuner Kameraden begrüßen uns freundlich und bitten um Verständnis für die beengten Räumlichkeiten und ... laden uns zum Rudern ein für heute. Heute?! Warum auch nicht. Das Wetter stimmte - also los. 3 Vierer gehen rasch aufs Wasser. Fahrtziel: Hotel Hirschen in Gumten.

Der Hotelbesitzer - selbst aktiver Ruderer - bedankte sich mit einer Runde Bier. Das ließ unsere Rudererherzen höher schlagen. Wir tranken, aßen und schwatzten. Als wir aufbrachen, brach auch schon die Dämmerung herein, und ehe wir zu Hause ankommen, ist es bereits stockfinster. Unsere erste Schweizer Nachtfahrt geht ohne Kratzer vorüber.

Für den gemütlichen Zuschlag sorgt Harte S. mit einem musikalischen Wunschprogramm, bevor sich ein jeder auf seine mehr oder minder luftlose Matte zurückzieht.

H. Kleine Saffonia)

Donnerstag, den 6.6.

Nach der ersten Übernachtung im Bootshaus des Seeclub Thun 191O und einem wieder sehr vielseitigen Frühstück wurde wegen des windigen und regnerischen Wetters ein ruderfreier Tag eingelegt. So wurde beschlossen, den vom Boot aus schon gesichteten Stockhorn-Gipfel zu erobern.

Über Spiez brachte uns die Bahn nach Erlenbach. Von dort aus ging es, begleitet von einigen kurzen Regengüssen, per Fußmarsch zur Talstation der Stockhorn-Seilbahn. Wie zu erwarten war, fand wegen des starken Windes noch keine Fahrt statt. Nach einigem Hin und Her gelang es der diensthabenden Schaffnerin schließlich, die Kollegen der Zwischen- und Endstation davon zu überzeugen, daß es sich wohl lohnen würde, bei nunmehr auch etwas nachlassendem Wind, die Fahrt anzutreten. So schaukelten wir gen wolkenumhüllte Bergstation. Kaum oben angekommen, genehmigten wir uns in der Hütte einen kleinen Imbiß, während draußen ein fröhliches Schneetreiben die Aussicht auf bessere Sicht zunichte machte.

Immerhin erklommen noch einige "erfahrene" Bergsteiger die letzten 100 m zum 2 19O m hohen Gipfel.

Gegen 17 Uhr lieferte uns ein IC wieder in Thun ab, nun jedoch bei herrlichem Sonnenschein. So konnten wir noch einige Stundendes wunderschöne Bergpanorama am Thuner See genießen.

Abends vor dem Bootshaus - parallel zum einheimischen Ruderbetrieb - beschäftigten sich dann emsig unsere Grillspezialisten: 8 Mann suchten Grillanzünder (der Schweizer Trainer empfahl Benzin!). Hektik breitete sich aus. Der Fahrtenleiter suchte seine Schlüssel. Zwischendurch schrie der auf dem Steg stehende Trainer zu seinem Ausbildungsskiff: "Paß auf - die Mauer!" Hilmar machte weiterhin verzweifelte Startversuche am Grill, von abwartenden Völkern umringt. Nichts klappte! In Thun sprach man schon vom "Kokerli am Grillerli"! Der Trainer wurde zum Telefon gerufen, der Neuling im Skiff drohte immer wieder gegen die Mauer zu fahren. Es folgten weitere Debatten um die Grilltechnik. Die letzten Boote kamen an Land. Uwe schlich ziellos umher, half dann plötzlich beim Tischdecken. Irgendwann klappte doch noch alles - und schließlich schmeckte es groBartig!!! Nach einem garantiert einmaligen und recht gestenreichen "Santa Lucia" - Gesangssolo von Uwe, suchten wir gegen 1 Uhr unsere LUMA'S auf.

Hase, MR

Freitag, d.7.6.91

Nach reichhaltigem Frühstück starten wir mit 2 Vierern um 10.3O Uhr bei bewölktem Wetter zu einer - wie wir alle hoffen - schönen Aussichtsfahrt auf dem Thuner See. Unsere Erwartungen erfüllen sich leider vollends, haben wir uns doch so auf die Kulisse der gewaltigen Viertausender Mönch, Eiger und Jungfrau gefreut. Eine durchgängige Wolkendecke läßt dies leider nicht zu. Unsere Rudertour führt uns zur 14 km entfernten Beatenbucht, von der wir das in ca. 4 km entfernte Interlaken sehen können. Bei noch ruhigem Wasser genießen wir den Blick auf die wunderbare Umgebung. Plötzlich, was ist geschehen, sitzt doch der Michael fast einen Meter hinter seinem Rollsitz. Fast wäre er von einem riesigen Krebs, und die sollen auf dem Thuner See besonders gro? sein, aus dem Boot katapultiert worden. Hatten ihn wohl die lauten Gedanken von Manne hinsichtlich der Weinmenge für die Rückfahrt außer Fassung gebracht? Heute plagt unseren FL kein Zeitdruck, und so kehren wir wiederum im Hotel Hirschen in Gunten zum Mittagessen ein. Hier werden wir vom ruderbegeisterten Hotelchef herzlich begrüßt und nach dem Essen mit einem leckeren Obstsalat und Kaffee auf Kosten des Hauses verwöhnt. Wegen der gelben Hemden werden einige Kameraden vom Wirt einem Ruderclub "Saffran" zugeordnet, was wir auch dem sonst üblichen Spitznamen "Sauffonia" durchaus vorziehen. Während einige die Mittagspause mit Ballspielen auf der Wiese verbringen, plaudern wir mit dem Schweizer Kameraden, der übrigens aus Hamburg stammt, über dessen bisherige Ruderfahrten im mehr als 2O Jahre zusammenhaltenden Altherrenvierer. Pünktlich mit Einsetzen des schlechten Wetters legen wir wieder in Richtung Seeklub Thun ab. Unsere Rückfahrt ist nun begleitet von Regen und kräftigen Wellen. Die Nähe des Ufers gibt unserem Gelchen doch eine gewisse Beruhigung, nachdem wir ihr in schillernden Farben klarzumachen versuchen, daß schon oft abbrechende Gletscherteile den See geradezu in ein tobendes Meer verwandelt haben sollen...

Gegen 17 Uhr legen wir schließlich doch wohlbehalten am Steg an. Nun gilt es, die Koffer für die morgige Rückfahrt nach Rastatt zu packen. Das Abendessen genießen wir im Restaurant Tell zu Thun, mit dem wir bei vorzüglicher Küche einen guten Griff getan haben. Mit einem gesellschaftlichen Beisammensein in der Messe des Seeklubs Thun klingt unser letzter Rudertag aus. Sicher waren wir nicht das letzte Mal hier an diesem schönen Fleck unserer Erde.

Lolo (RU Arkona)

Samstag, d. 8.6.91

Aufbruchsstimmung. Vor dem Frühstück wurden die Sachen gepackt. Unser "Stauermeister" Harte brachte dann nach dem Frühstück die Koffer, Säcke und Taschen fachgerecht im Bus unter. Dann hieß es nach einem wehmütigen Blick zurück auf die schneebedeckten Berge "auf Wiedersehen". Während der ersten Autobahnkilometer blinkte auf einmal eine Kontrollampe auf. Das hieß: anhalten und nachschauen. Die Beschreibung gab nicht viel her, so daß wir aus Sicherheitsgründen eine Werkstatt aufsuchen mußten. Durch diese Verzögerung kamen wir ca. 2 Std. später an unserem Mittagstreff im Rest. Zum Hirschen, auf der französischen Rheinseite von Rastatt, an. Nach dem Essen mußten wir uns sputen, denn Fam. Möller wartete schon mit Kaffee und Kuchen auf uns. Bei der Kaffeetafel fehlte auf einmal Hilmar. Wo war Hilmar? Er saß im 1. OG. des Hauses und versuchte, einen Telefonanschluß zu installieren. Peter (Möller) hatte bei der Besichtigung des neuen Eigenheimes nur ein Stichwort fallenlassen, und schon wurde ein Schraubenzieher verlangt, und mit den Worten "Ich mach' das schon" ward Hilmar nicht mehr gesehen.

Auf einmal hieß es, daß wir weiter müssen. Im RC Rastatt wurden wir zum Grillabend erwartet. Nachdem unser Nachtlager aufgebaut war und frischt hatten, ging es zum gemütlichen Teil über. Hartmut (S.) holte nach dem Essen sein Akkordeon hervor. Lange schallten an diesem Abend unsere Lieder über den Goldkanal.

Sonntag, d. 9.6.91

Früh um 7 Uhr war Wecken. Mit schwerfälligen Bewegungen ging es unter die Dusche. Ein Glück, daß niemand Duschmarken besorgt hatte. So wurden mit dem kalten Wasser die müden Geister geweckt. Das letzte Mal frühstückten wir zusammen. Dann ging es Richtung Heimat. Gegen 17 Uhr waren wir wieder in Berlin. Wieder einmal ging eine schöne Ruderfahrt zu Ende. Wir bedanken uns bei unserem FL Manne mit einem 1-fachen hipp, hipp, ---hurra!

Hanne (RC Saffonia)

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© 1996-2002 Märkischer Ruderverein e.V. - Berlin [2002/09/24]