Märkischer Ruderverein e.V. - Berlin
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zum 100-jährigen Bestehen von

Klaus Wowereit

Grußwort des Regierenden Bürgermeisters von Berlin

Als Richard Nordhausen vor 100 Jahren den Märkischen Ruderverein gründete, galt das Rudern noch als ein ebenso exklusiver wie teurer Sport. Nur Leute mit „sehr geschwollenem Portemonnaie" konnten sich, so hieß es, an dem kostspieligen Clubleben beteiligen. Grundgedanke des neuen Vereins war es daher, die Wanderruderei weiten Kreisen zugänglich zu machen.

Der Erfolg überstieg alle Erwartungen. Auf der Gründungsversammlung am Reformationstag 1901 zählte man rund 2000 Besucher. Es wurde beschlossen, den Verein mit dem Ziel zu gründen, die Liebe zur märkischen Heimat, zur Natur und zur Wanderruderei zu wecken. Innerhalb von wenigen Jahren hatte man so viele wassersportbegeisterte Berliner überzeugen können, dass in den 72 Booten des Vereins im Jahre 1905 eine Boots-Kilometerzahl von 100.000 km zurückgelegt wurde.

Auch 100 Jahre nach der Gründung, in denen der Verein die Höhen und Tiefen der Geschichte Berlins miterlebt und miterlitten hat, ist der Märkische Ruderverein ein Markenzeichen der Sportstadt Berlin.

Ich wünsche dem Märkischen Ruderverein eine schöne Feier, auch in Zukunft immer eine Hand- breit Wasser unter dem Kiel und den Aktiven für die nächsten hundert Jahre viel Spaß und Erfolg in ihrer Sportart.

Klaus Wowereit

Klaus Böger

Grußwort des Senators für Schule, Jugend und Sport

Schon immer hatte Berlin eine besondere Beziehung zum Element Wasser, und das ist im Sport nicht anders. Deshalb hat hier auch der Sport auf, im und mit dem Wasser eine ganz spezielle Bedeutung - und er hat eine lange Tradition.

Fragt man nach dem Beginn des Ruderns in Berlin, genauer nach dem des sportlichen Ruderns, kommt man unweigerlich zum Wanderrudern, denn damit hatte hier schließlich alles begonnen. So lässt sich feststellen, dass der Berliner Hofrat Willisch - offenbar animiert durch englische Vorbilder - bereits im Jahre 1872 erste Wanderruderfahrten in die nähere und weitere Umgebung Berlins unternahm und sogar einige Schüler in dieser sportlichen Disziplin ausbildete.

Das war - wenn man so will - ein Vorbote jener Entwicklung, die dann in die Jugendbewegung mit einer sich wandelnden Lebenseinstellung und der Abkehr von Konventionen mündete. Die neue Sehnsucht nach Gemeinschafts- und Naturerleben fand in der Hinwendung zum Wanderrudern ihren zeitgemäßen Ausdruck und führte so zu einem enormen Aufschwung dieses Sports.

Entspannung und Erholung in Gemeinschaft und freier Natur, das war es, was die Jugendbewegung und das Wanderrudern verband, aber auch diese neue Lebensart konnte sich dem Wettkampfgedanken nicht völlig entziehen. Damit waren Dauerruderwettfahrten und Stafettenwettfahrten „geboren" - eine sportliche Herausforderung, der sich seinerzeit auch der Märkische Ruderverein e.V. sicherlich nicht entzogen haben wird.

Vor nunmehr 100 Jahren hat der Märkische Ruderverein e.V. seinen Platz im Vereinsleben unserer Stadt eingenommen. Alle Mitglieder - und die vielen ehrenamtlichen Helfer - haben über all die Jahre hinweg an der Vereinschronik mitgeschrieben, haben sie gestaltet und so zu einem vollen Jahrhundert Vereinsbestand beigetragen.

Ein Jubiläum ist eine Etappe, ein Haltepunkt, an dem „verschnauft" wird, aber noch längst nicht das zu erreichende Ziel. Und so bin ich sicher, dass der Märkische Ruderverein e.V. auch in den kommenden Jahren weiterhin seine Position in der Sportlandschaft Berlins behaupten wird. Dafür - schon jetzt - meinen Dank und meine Anerkennung.

Ich wünsche dem Jubilar und seinen Mitgliedern eine gute Zukunft und den Jubiläumsfeierlichkeiten einen fröhlichen und unbeschwerten Verlauf.

Klaus Böger

Konrad Birkholz

Grußwort des Bezirksürgermeisters von Berlin-Spandau

Liebe Ruderfreunde und Vereinsmitglieder,

mit Stolz und Zufriedenheit kann der Märkische Ruderverein e.V. in diesem Jahr auf ein Jahrhundert Vereinsgeschichte zurückblicken. Zu diesem besonderen Anlass gratuliere ich dem Jubilar recht herzlich und wünsche allen Mitgliedern und Freunden viel Rudervergnügen und sportliche Erfolge.

Es gibt wohl kaum eine vergleichbar bemerkenswerte Gründungsgeschichte wie die des Märkischen Rudervereins. Doch trotz des phänomenalen Gründungserfolgs und des regen Zuspruchs, den der Verein in der Bevölkerung erfuhr, waren dem Verein infolge der Weltkriege Notsituationen nicht erspart geblieben.

Die Liebe der Vereinsmitglieder zur Wanderruderei hat jedoch auch die schwierigsten Situationen gemeistert und den Wiederaufbau des Vereins bewirkt. Ganz im Sinne des Gründers Richard Nordhausen vermittelt der Märkische Ruderverein e.V. nicht nur wieder die Freude der Wanderruderei an viele Menschen, sondern bringt auch viele siegreiche Wettkämpfer hervor.

Ich danke all denjenigen, die durch ihr Engagement und durch einen starken Durchhaltewillen den Verein am Leben erhalten haben und ihn zugleich auch vorantreiben, denn eine derartige Organisation lebt von und mit Menschen, die sie prägen und weiterentwickeln. Ich wünsche dem Verein, dass er im zweiten Jahrhundert weiterhin stets Menschen finden wird, die mit Tatkraft und Phantasie dem Allgemeinwohl und den Ruderfreunden treue Dienste leisten werden.

Viel Freude bei den Jubiläumsfeierlichkeiten.

Mit besten Wünschen

Ihr
Konrad Birkholz

Gerhard Hanke

Grußwort des Bezirksstadtrats für Bildung, Kultur und Sport im Bezirksamt Spandau von Berlin

Der Märkische Ruderverein e.V. tritt nun in den Kreis der 100-jährigen Sportvereine Spandaus ein. Er hat in seiner Vereinsgeschichte Höhen und Tiefen, existenzvernichtende Zeiten durchgelebt. Ich habe aufmerksam die Vereinschronik gelesen und darin ein Bild des Zeitgeschehens im vorigen Jahrhundert wiedergefunden. Besonders beeindruckt hat mich der Gründungsgedanke, der offenbar die Wünsche, Sehnsüchte der Menschen in dieser Zeit direkt angesprochen hat, wie die ersten Mitgliederbewerbungen zeigten. Natur- und Heimatverbundenheit durch Wanderrudern zu entwickeln und zu pflegen hat auch heute einen besonderen Wert. Eigentlich ist Wanderrudern Breitensport im edelsten Sinne, selbst wenn Kilometerleistungen akribisch aufgezeichnet und gelegentlich damit Preise gewonnen werden.

Beeindruckt hat mich ferner die Treue der Mitglieder, die bewirkt hat, dass sich der Märkische Ruderverein wie ein unsinkbares Schiff nach schweren Verlusten an Liegenschaften und Material, nach Vereinsverbot immer wieder aufgerichtet hat. Dass der Verein im Jahre nach seinem 50. Gründungsjubiläum neu gegründet werden musste und zwei weitere Jahre danach erst seinen alten Namen wieder erhalten hat, dürfte einmalig für eine Vereinsgeschichte sein.

Herzlichen Glückwunsch zum 100-jährigen Vereinsjubiläum, viele treue Mitglieder und Freunde des Wanderruderns, ein blühendes Vereinsleben und Glück im neuen Jahrhundert der Vereinsgeschichte!

Ihr
Gerhard Hanke

Manfred von Richthofen

Grußwort des Präsidenten des Deutschen Sportbundes

Im Namen des Präsidiums des Deutschen Sportbundes übermittele ich dem Märkischen Ruderverein herzliche Glückwünsche zum 100-jährigen Jubiläum.

Der Verein, der von dem Journalisten, Schriftsteller und Dichter Richard Nordhausen gegründet wurde, setzt noch heute das um, was bereits dem Gründervater eine Herzensangelegenheit war: Die Liebe zur märkischen Heimat und zur Wanderruderei vor allen Dingen an die jungen Mitglieder weiter zu geben.

Im Märkischen Ruderverein wurde in den 100 Jahren seines Bestehens viel geleistet. Eine besondere Anerkennung für diese Leistungen wird im Jubiläumsjahr von höchster Stelle ausgesprochen, wenn das Staatsoberhaupt Johannes Rau die Sportplakette des Bundespräsidenten überreichen wird.

Beim Märkischen Ruderverein zeigt sich beispielhaft, dass - allen Unkenrufen zum Trotz - der Slogan des Deutschen Sportbundes „Sportvereine. Für alle ein Gewinn" seine Richtigkeit hat.

Nicht vergessen werden dürfen gerade bei einem Jubiläumsfest, bei dem der Blick zurück und nach vorn gerichtet wird, die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mithelfen, dass eine Gemeinschaft wie der Märkische Ruderverein überhaupt existieren kann.

Diese Menschen engagieren sich in ihrer Freizeit für andere und setzen damit ein bedeutendes Zeichen. Ihnen gebührt unser besonderer Dank.

Ich wünsche dem Jubiläumsjahr einen guten Verlauf, verbunden mit der Hoffnung, dass die vielfältigen Zukunftsaufgaben in unserer immer schnelllebiger und hektischer werdenden Zeit mit Optimismus angepackt und auch gemeistert werden können.

Manfred von Richthofen

Peter Hanisch

Grußwort des Präsidenten des Landessportbundes Berlin

In unserer Sportstadt Berlin ist es immer wieder etwas Besonderes, einem Verein zu einem solch runden Geburtstag gratulieren zu können. Es freut mich sehr, wenn sich gemeinschaftliche Institutionen, wie eben unsere Sportvereine, über einen so großen Zeitraum behaupten können und für jedermann offen stehen.

Der Rudersport kann in Berlin auf eine lange und ereignisreiche Geschichte zurück blicken. Der Märkische Ruderverein hat an dieser Tradition einen beträchtlichen Anteil. Ich möchte mich daher bei all jenen bedanken, die sich über viele Jahre für Ihren Sport und das erfolgreiche Fortbestehen des Vereins eingesetzt haben.

In unserer heutigen Zeit ist es wichtig, etwas zu haben, für das es sich einzusetzen lohnt. Jung und Alt finden im Märkischen Ruderverein seit jeher ein zu Hause.

Das vereinseigene Bootshaus ist in den letzten Jahren ein Schmuckstück geworden. Gemeinsame Aktivitäten der Mitglieder machen Freude, halten den Verein zusammen und attraktiv. Die Liebe zum Rudersport, zur Bewegung an der frischen Luft und zur Natur verband schon unsere Großeltern mit dem Märkischen Ruderverein.

Ich wünsche allen Mitgliedern weiterhin sportliche Erfolge und eine gemeinsame, angenehme Zeit im Vereinsleben.

Für die Festivitäten wünsche ich allen Beteiligten viel Spaß und gutes Gelingen.

Peter Hanisch

Helmut Griep

Grußwort des Vorsitzenden des Deutschen Ruderverbandes

Idyllisch gelegen, kurz vor dem Ausgang der kanalisierten Havel, dem Gemünd _ vielen Wanderruderinnen und Wanderruderern als wind- und wellenintensives Hindernis bekannt _ liegt das Bootshaus des Märkischen Rudervereins e.V. Jeder Gast, der am Steg festmacht, weiß die Freundlichkeit der Aufnahme zu jeder Gelegenheit zu schätzen.

Der Märkische Ruderverein hatte sich von Anfang an insbesondere dem Wanderrudern verschrieben. Der Gründer dieses Vereins, Richard Nordhausen, hat zu seiner Zeit das Wanderrudern regelrecht populär gemacht. Eine wohl einmalige Gründungsversammlung mit mehr als 300 Teilnehmern, die sich in die Aufnahmeliste einschrieben, kündigen von einer außergewöhnlichen Gründungsgeschichte. Richard Nordhausen hat in Wort und Schrift das Wanderrudern verbreitet und mit seinen Ruderliedern auch das frühere Verbandsliederbuch des Deutschen Ruderverbandes bereichert. Für diesen Beitrag ist der Deutsche Ruderverband dem Märkischen Ruderverein und seinem Gründer besonders dankbar.

Die Geschichte des Märkischen Rudervereins zeugt insbesondere in den Jahrzehnten in und nach dem Zweiten Weltkrieg von keiner leichten Vereinsaufgabe. Die Bootshäuser waren bei Kriegsende zerstört und auch der Wiederaufbau im geteilten Berlin vollzog sich unter sehr schwierigen Bedingungen. Heute steht der Märkische Ruderverein als eine wichtige Gemeinschaft unseres Sports da, in der nach wie vor das Wanderrudern seine besondere Heimat gefunden hat. Nicht nur in Berlin und den seit 1990 wieder zugänglichen Gewässern im weiten Umkreis, sondern auch im Ausland und bis hin nach Übersee.

Darüber hinaus hat der Märkische Ruderverein auch allgemeine Rudergeschichte geschrieben. Es war Richard Nordhausen, der auf den Gedanken kam, das Rudern Jedermann zugänglich zu machen. Gezielt warb er für die Idee des Wanderruderns auf den Märkischen Gewässern und erreichte so, dass der Märkische Ruderverein schon innerhalb von kurzer Zeit mehr als 700 Mitglieder zählte. Der Beitrag war bewusst niedrig gehalten, und die finanziellen Möglichkeiten Richard Nordhausens ermöglichten es, sowohl das Bootshaus vorzufinanzieren, wie auch einen größeren Bootspark anzuschaffen.

Damit war ein gewisser Durchbruch gelungen, denn bis zur Gründung des Märkischen Rudervereins wurde das Wanderrudern nur vereinzelt betrieben und war nur zahlungskräftigen Schichten vorbehalten. So viele Ruderer wie möglich auf das Wasser zu bringen, war das Gründungsprogramm des Märkischen Rudervereins. Richard Nordhausen war auch insofern wegweisend, als das auf sein Betreiben hin 1908 eine Mädchenabteilung eingerichtet wurde und 1914 eine Jugendabteilung in Form des Jugendrudervereins „Jung Frithjof" ins Leben gerufen wurde.

Das 100-jährige Jubiläum möge dem Märkischen Ruderverein die Gelegenheit geben, in die außergewöhnliche Vereinsgeschichte Rückschau zu halten. Es möge aber auch der Zeitpunkt sein, wo der Blick in die Zukunft gerichtet ist, wo neue Planungen und Entwicklungen fest ins Auge gefasst werden, um den Erfolg des Rudersports auch in diesem Verein zu sichern.

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums gelten meine besten Wünsche den Mitgliedern des Märkischen Rudervereins, verbunden mit einem herzlichen „Riemen- und Dollenbruch".

Helmut Griep

Heinz Gottschalk

Grußwort des Vorsitzenden des Landesruderverbandes Berlin

Ob der Gründervater des Märkischen Rudervereins, Richard Nordhausen, schon 1901 ahnte, dass der Märkische Ruderverein einmal in den Club der Hundertjährigen des Landesruderverbandes (Berliner Regattaverein von 1881) einzieht, liegt eher im

Bereich der Spekulation. Innovativ und erfolgreich würden wir wohl heute das Konzept von Nordhausen und seinen Mitstreitern nennen: Gezielte Öffentlichkeitsarbeit zur Mitgliedergewinnung und Konzentration auf das Wanderrudern für breite Bevölkerungsschichten lassen den Verein innerhalb von sieben Jahren auf fast 800 Mitglieder mit der entsprechenden Infrastruktur anschwellen.
Im Gegensatz zu heutigen „Trendsportarten" zeichnet die Entwicklung im Märkischen Ruderverein bis heute eines aus: Kontinuität durch ein überdurchschnittliches ehrenamtliches Engagement der Mitglieder und besonders der lang amtierenden und unermüdlichen Vorstände.

Nur so war es möglich, den Neuaufbau nach dem Kriege zu meistem und dem Märkischen Ruderverein seinen Stammplatz in der Berliner Ruderfamilie bis heute zu sichern. Dabei scheint die Philosophie Nordhausens trotz gesellschaftlicher Veränderungen und immer neuer Herausforderungen doch bis heute aufzugehen: Das Wanderrudern ist und bleibt der Schwerpunkt der Vereinsarbeit, mehrere Äquatorpreisträger sind hier nur das äußere Zeichen für den „Wanderdrang zu Wasser", besonders natürlich in der märkischen Landschaft. Gleichzeitig kommt die Geselligkeit nicht zu kurz, die Feste, Bälle und Reiseaktivitäten festigten schon immer das gute Miteinander.

Um diese schönen Seiten des Ruderlebens zu genießen, haben die Vorstände und die Mitglieder immer wieder eines bewiesen: Verantwortungsbewusstsein, Zukunftsorientierung und Risikobereitschaft. Nur so konnten allein die immer wieder notwendigen Neubauten, Bauerhaltungen, Bootsneukäufe etc. gemeistert werden.

Wie geht es nun weiter im zweiten Jahrhundert ??? Nun, auf jeden Fall eine Säule des Gründers, Richard Nordhausen, ist schon fit gemacht für die Zukunft: Auch im Internet war der Märkische Ruderverein als einer der ersten LRV-Vereine mit seiner PR-Arbeit dabei.

Sollten die weiteren Entwicklungen im Verein damit Schritt halten und die Kontinuität weiter Bestandteil bleiben, dann ist jetzt etwas Zeit für einen stolzen Rückblick der Mitgliedschaft! Für die folgende erfolgreiche Zukunft im zweiten Märkischen Jahrhundert wünschen wir

„Riemen und Dollenbruch"

Heinz Gottschalk

Ingeborg Medaris

Grußwort der Vorsitzenden des Märkischen Rudervereins e.V.

Als ich im Jahre 1951 in meiner Heimatstadt Würzburg in einem vorwiegend dem Rennrudersport verpflichteten Verein das Rudern erlernte, dachte ich mit Gewissheit nicht im entferntesten daran, einmal Vorsitzende eines Wanderrudervereins in Berlin zu werden. Im Gegenteil, das Training machte mir Spaß, von Wanderrudern war kaum die Rede. Es gab allerdings einen Wanderruderwart, Dieter Winsauer, der Sohn des damaligen „Wanderruderpapstes" Georg Winsauer im DRV. Ihm gelang es, mich vom Reiz und der Faszination des Wanderruderns in der vom Motorenlärm und Massentourismus noch unberührten Natur zu überzeugen. So kam ich schließlich auch in Kontakt mit Berliner Ruderkameraden, insbesondere mit Kameraden des Märkischen Rudervereins, deren spontane Herzlichkeit und Begeisterung für unseren schönen Sport mich letztendlich sogar bewogen, nach Berlin überzusiedeln. In welch traditionsreichem Verein ich meine neue Heimat fand, wie dessen ganze Entwicklung von Anfang an durchdrungen war von der tiefen Liebe seines Gründers, Richard Nordhausen, zu seiner märkischen Heimat, ist mir eigentlich erst so richtig bewusst geworden beim Studium von Unterlagen der letzten 100 Jahre für diese Festschrift. Wie ein roter Faden zieht sich diese Liebe durch die Geschichte des Märkischen Rudervereins, überwindet Höhen und Tiefen eines Jahrhunderts, das geprägt ist von zwei Weltkriegen, unheilvoller Inflation und unsäglichem menschlichen Leid. Immer wieder fanden sich Märkerinnen und Märker, die es nicht zulassen wollten, dass die Flagge mit dem Märkischen Adler untergehe, allen Widrigkeiten zum Trotz.

Im Rückblick auf die wechselvolle Geschichte unseres Vereins dürfen wir, so glaube ich, stolz sein, dass wir heute seinen 100. Geburtstag feiern können. Und wir dürfen glücklich sein, dass wir auch wieder junge Menschen in unseren Reihen haben, denen wir, so hoffe ich, die Begeisterung unseres Gründers weitergeben können, so wie er sie über Generationen hinweg an uns weitergegeben hat. Wenn uns das gelingt und wenn wir nicht nachlassen in dem Bemühen, unserer Jugend die Schönheiten ihrer Märkischen Heimat vor Augen zu führen, wie es anders als in einem Wanderruderboot und in fröhlicher Kameradschaft nicht besser geschehen könnte, dann ist mir um das Fortbestehen des Märkischen Rudervereins nicht bange. Ich jedenfalls wünsche ihm zu seinem 100. Geburtstag von Herzen alles Gute.

Ingeborg Medaris

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© 1996-2002 Märkischer Ruderverein e.V. - Berlin [2002/09/26]