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Chronik
An einem sonnigen Apriltag des Jahres 1901
war es, als der Schriftsteller, Redakteur und
Dichter Richard Nordhausen mit zwei weiteren
Kameraden in seinem gedeckten Doppelzweier
Deutscher Michel" über den Krossin-See glitt. In
weiter Ferne kreuzten zwei Segelboote, sonst war auf
der blauen Fläche nichts Lebendes zu erblicken.
Nordhausen, ein begeisterter Freund unserer
märkischen Heimat und ein ebenso begeisterter Anhänger der Wanderruderei, und seine
Kameraden unterhielten sich einigermaßen betrübt
über diese Erscheinung, denn sie waren
Menschenfreunde und hätten gern Tausenden
dieselbe Freude gegönnt, die ihnen Sonntag für
Sonntag beschert wurde. Sie erinnerten sich daran,
welche Bewegtheit immer ihr Herz erfüllte, wenn sie
hinter Rahnsdorf oder Zeuthen ein anderes Ruderboot erspähten; wie einsam ihnen oft die
Zeltnächte an den verlassenen Ufern der Müggel,
der Großen Krampe oder gar der Havel
erschienen. Wie ganz anders nützt der Amerikaner seine
freie Zeit im Camping out, meinte einer, und Berlin
will doch so gern amerikanisch sein!
Aus diesem Gespräch tauchte ganz von selber
der Gedanke auf, der den Märkischen
Ruderverein, richtiger gesagt, die Berliner Wanderruderei
ins Leben rief. Gewiss, sie war schon vor 1901 da, zählte eine Reihe von Anhängern, doch
diese Zählung erforderte damals nicht viel Zeit.
Tatsächlich war die - leider im Allgemeinen recht
platonische - Neigung des Berliners zum Wasser
instinktiv berechtigt. Um keine Großstadt der Welt liegt so
reiches Fluß- und Seenrevier ausgebreitet, nirgends
ermöglichen sich so köstliche, abwechslungs- und
freudenreiche Ruder- und Segelfahrten ins Weite. Trotz alledem
aber hat die Meinung, daß Wasser keine Balken
habe, bei uns auffällig lange vorgehalten. Längst bestanden
in Deutschland nicht nur an der Wasserkante,
sondern auch im Südwesten rührige Rudervereine, ehe sich
der Berliner Unternehmungsgeist an eine gleiche Tat
heranwagte. ... Im großen Ganzen führte der Rudersport
ein Dornröschenleben, das höchstens einmal im Jahre,
anläßlich der Grünauer Regatta, unterbrochen wurde.
Eine besondere propagandistische Wirkung übte
indessen auch diese Regatta nicht aus; es genügte der
Masse, dabei gewesen und bei dieser Gelegenheit den
Kaiser gesehen zu haben.
Richard Nordhausen
Berliner Lokalanzeiger, 14. November 1926
Damals galt die Ruderei noch als ein ebenso
exklusiver wie teurer Sport: Nur Leute mit sehr
geschwollenem Portemonnaie", so hieß es,
konnten sich an dem kostspieligen Klubleben
beteiligen. Wer ihm huldigte - meist als Trockenskuller -
gab sich ein feierliches Ansehen, erzählte
unaufhörlich von Sektbowlen, Krebsessen,
Borchardt-Frühstücken und tat so, als gehöre zu den ersten
Erfordernissen zum Eintritt in einen Ruderverein ein
Jahresverdienst von 36.000,- Mark. Die Kameraden
aus dem Deutschen Michel" sagten sich aber, dass
es recht gut möglich sein müsse, die
Wanderruderei weiten Kreisen zugänglich zu machen. Mit
geringem Monatsbeitrag einen Ruderverein
aufzubauen und zu erhalten - einen großen Ruderverein,
der seinen Mitgliedern wirklich genügend viele
Boote und ausreichende Rudergelegenheit bieten
könne. Grundgedanke war, neben den bereits
bestehenden Rudervereinen nicht einen gleichartigen
ins Leben zu rufen, sondern vielmehr mit dem Wanderrudern eine neuartige Sportbewegung
auf breiter Grundlage für die Allgemeinheit zu
schaffen - der Rennbetrieb schied alleine schon
aus Kostengründen aus.
Um den Plan, die Berliner Jugend für die
Ruderei zu gewinnen, durchführen zu können, bedurfte
es umfänglicher Werbung. Richard Nordhausen,
in seiner Eigenschaft als Journalist und
Schriftsteller, wählte für die beschlossene Propaganda den
Weg des Zeitungsaufsatzes. Und so begannen dann im Sommer 1901 jene Lokalanzeiger-Artikel zu
erscheinen, die den Berlinern eine ganz neue Art wirklichen Sonntagsvergnügens zeigten. Der
Erfolg der Im Boote durch die Mark" betitelten Serie
war von Anfang an groß.
Einigermaßen erstaunt vernahm Berlin, daß nicht
nur Potsdam, das im Glanz seiner Havel prunkende,
den Bädekerstern verdiente, sondern daß auch im
Südosten der Stadt noch stolzere und liebenswürdigere
Grazie thronte. Wer sich an der Oberbaumbrücke ins Boot
setzte, konnte 36 Kilometer stromaufwärts fahren,
ohne auf eine Schleuse zu stoßen, und dann weitere
dreißig, vierzig Kilometer auf waldumstandener,
verschwiegener Flut zurücklegen. Gelüstete es den Ruderer nach
anderen Reizen und Abenteuern, so stand ihm der
Wanderweg über die Havel bis nach Werder, Brandenburg
usw. offen. Ebenso leicht konnten von Berlin aus die
Mecklenburgischen Seen erreicht werden, die gute
Kenner von jeher zu den schönsten des Vaterlandes
gerechnet haben ...
Richard Nordhausen
Berliner Lokalanzeiger, 14. November 1926
Immer wieder gingen dem Verfasser, der
unter dem Pseudonym Max Kempff schrieb,
begeisterte Briefe und dringende Bitten zu, die
Gründung eines neuen, großen Rudervereins selbst in
die Hand zu nehmen. Doch Nordhausen wartete zunächst ab und beschränkte sich darauf, in
immer neuen Arbeiten die Reize der märkischen
Wasserlandschaft und die großen gesundheitlichen
Vorzüge der Wanderruderei zu schildern. Eine
ausgedehnte Folge von längeren und kurzen
Sportnotizen, die Tag für Tag in der Zeitung
veröffentlicht wurden, ergänzte diese Arbeiten. Der
Erfolg überstieg alle Erwartungen. An die 1600 bis
1700 Zuschriften trafen innerhalb einer Woche ein,
aus denen etwa 50 Interessenten ausgewählt und
in das damalige Tucherbräu in der Friedrichstraße
zu einer Vorbesprechung eingeladen wurden. An jenem Abend wurde die Gründung des neuen
Rudervereins beschlossen, die
Gründungsversammlung auf den 31. Oktober 1901 festgesetzt. Bis
zu diesem Tage gingen noch so zahlreiche Anfragen und Zuschriften ein, dass man sich gezwungen
sah, einen der größten Säle im Berliner Westen,
die Victoria-Säle in der Leipziger Straße -
späterer Standort des Kaufhauses Wertheim - zu
mieten. Am Abend des 31. Oktober, als die
Gründungsversammlung eröffnet wurde, zählte man ca.
2000 Besucher.
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Märkischer Ruderbote" Nummer 1, 6. März 1903, S. 1
erschienen:
6. März 1903 bis 31. Januar 1929, Nummern 1-228
Zeitung im Format 17 x 25 cm
im Ersten Weltkrieg als Feldpost"
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Feldpost" Nummer 145, 8. Mai 1915, S. 2013
erschienen:
10. September 1914 bis 1. Juli 1918, Nummern 137-166 (od. 167)
Zeitung im Format 17 x 25 cm
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Es wurde beschlossen, dem neuen Verein den
Namen Märkischer Ruderverein" zu geben, mit
dem Ziel, die Liebe zur märkischen Heimat, zur
Natur und zur Wanderruderei zu wecken. Richard
Nordhausen wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt.
Von den sich während der Versammlung um die
Aufnahme bewerbenden Interessenten konnten zunächst nur rund 300 berücksichtigt werden,
so dass der neue Verein von seiner Gründung an
zu dem damals an aktiven" Mitgliedern stärksten
Ruderverein geworden war.
Zu den vorhandenen Rudervereinen einen neuen
zu gründen, darum allein hätte sich der Aufwand
nun freilich nicht gelohnt. Aber tatsächlich wuchs sich
der Märkische Ruderverein rasch zu einer
umfassenden Ruderbewegung aus.
Richard Nordhausen
Berliner Lokalanzeiger, 14. November 1926
Die allgemeine Stimmung der
Gründungsversammlung war geprägt von dem Gedanken
Im Frühling sitzen wir schon alle im Boot!". Dass
einstweilen weder Boote noch ein Bootshaus vorhanden waren - lediglich zwei Privatboote,
ein Doppelzweier und ein Einer -, dass von keiner Seite ein Pfennig Geld zu erwarten war, dass
das ganze Unternehmen aus eigener Kraft geschaffen werden musste, daran dachten in der
Begeisterung der Stunde nur wenige.
Über die für einen Ruderverein nötigen
Mannschaften verfügte der MR somit von Anfang
an; sonst aber fehlte es an allem. Es mussten Boote
und ein Bootshaus beschafft werden, daneben erhob sich die schwierige Frage, wie die Massen
von Ruderwilligen herangebildet werden sollten -
hatten doch die allermeisten von ihnen noch nie einen Riemen in der Hand gehabt. So erfolgte
die ruderische Ausbildung zunächst in einer
primitiven Ruderkastenanlage in einer Badeanstalt.
Da nur drei Mark Monatsbeitrag erhoben
und sonst kaum eine weitere finanzielle Beteiligung
von den Mitgliedern verlangt wurde, war es
trotz aller Sparsamkeit nicht möglich, ein
großes Vereinsvermögen anzusammeln. So
sprang Richard Nordhausen ein, baute in der
Hauptsache mit seinem Geld das erste Bootshaus in Stralau
am Rummelsburger See, einen schlichten Holzbau, der am 1. April 1902 eingeweiht werden
konnte und im Laufe der Jahre auf vier Bootshallen
erweitert wurde. Ebenso schoss Nordhausen die für
den Bau von zunächst rund 50 Booten
erforderliche Summe vor, ein im März 1902 bei Kroll"
veranstaltetes Ballfest Pfingstabend in Teupitz",
das mehr als 2000 Besucher verzeichnen konnte, brachte zudem einen Überschuss von über
3000,- Mark in die Vereinskasse. Die
Mitgliederzahl wuchs ständig und erreichte bis zum Jahre
1906 mit 754 Mitgliedern ihren höchsten Stand.
Der Bootspark wies inzwischen 72 Vereinsboote auf:
| 2 | Doppelachter |
| 2 | Riemenachter |
| 15 | Doppelvierer |
| 27 | Riemenvierer |
| 14 | Doppelzweier |
| 6 | gedeckte Zweier |
| 5 | Übungsboote |
| 1 | Stammboot Deutscher Michel" |
Für die damalige Zeit eine ansehnliche Flotte,
die dem für jeden Sonntag festgesetzten
Fahrtenziel, von dem sich keine Mannschaft ausschließen
durfte, entgegenfuhr. Besonders auffällig waren
die Doppelvierer, die es damals auf der Spree noch nicht gab.
Je nach Gemütsart und Temperament freute sich
das Berliner Kind an den für damaligen Geschmack
reichlich ausgezogenen Ruderern oder nahm Aergernis an
ihnen, bestaunte auch wohl die schmalen Auslegerboote,
die schwimmenden Särge, wie man sie nannte, und war
im Geheimen von der Spleenigkeit der Insassen überzeugt.
Richard Nordhausen
Berliner Lokalanzeiger, 14. November 1926
Bedenkt man nun, dass es auf den
Gewässern außer den Ruderern und Seglern nur
vereinzelte Kanufahrer und keine Massen motorisierter
Wasserfahrzeuge gab, so darf es nicht verwundern, dass die Märker" bei dieser Anzahl an
Ruderern und Bootsmaterial sowie durch geschlossenes
Auftreten auffielen, was von älteren
Rudervereinen nicht immer ohne Neid vermerkt wurde.
So viele Ruderer wie möglich aufs Wasser zu
bringen, war das Gründungsprogramm des
Märkischen Rudervereins. Er bemühte sich, die
Berliner Wanderruderei in weiten Kreisen volkstümlich
zu machen. In Stralau spielte sich, zumal freitags
und sonntags, ein Betrieb ab, wie ihn noch kein
Berliner Ruderverein gesehen hatte. Der Bootsplatz
war morgens und abends gerammelt voll, so dass
sich die Ruderer mühsam zwischen den Booten
hindurchwinden mussten. Rasch stieg auch die zurückgelegte Boots-Kilometerzahl. Im Jahre
1902 betrug sie 48.641 km, 1903 66.138 km, um 1904 auf 68.348 km und 1905 auf 100.599 km
anzusteigen. 1905 war es auch, als der Ur-Märker
Richard Mickley mit seiner Fahrt im Doppelzweier Deutscher Michel" auf Oder - Dievenow -
abwärts und dann die Ostseeküste entlang - Danzig
- Frisches Haff - Cadinen, Balge - Königsberg,
Wehlau, Pregel-wärts - Swine etc., schließlich zur
großen ostpreußischen Seenplatte" Aufsehen
erregte. In diesem Jahr erbrachte er die
wanderruderische Höchstleistung von 6.037 km. Im Jahre 1906
folgte seine 2. Große Seefahrt": Zuerst die Havel
und dann die Elbe abwärts, den Nordostsee-Kanal
über Kiel, Laboe, nach Markelsdorf auf Fehmarn;
nach Nyköbing, Vordingborg, an ,Möen` vorbei;
auch am Sund nach Kopenhagen weiter zum Sund zwischen Helsingör (Dänemark) und
Helsingborg (Schweden)."
So vergingen die Jahre. Es blieb freilich nicht
aus, dass Kameraden, die sich mehr dem Rennsport verbunden fühlten, dem Märkischen
Ruderverein den Rücken kehrten: Wohl kein Verein Groß-Berlins, der nicht aus dem Gewimmel unserer
Mitglieder reichlichen Zuschuss gewonnen hat. Doch
gerade dadurch setzte sich die märkische
Wanderruderidee allenthalben durch, der
Wanderruderer fühlte sich von nun an dem Rennruderer
gleichberechtigt. Wanderruderei und Rennruderei
gehören ja auch in Wahrheit zusammen ... Wir wollen
der Versuchung widerstehen, eine ausführliche
Liste aller Vereine zu geben, die von Mitgliedern
des Märkischen Rudervereins ins Leben gerufen
sind ..." (Festschrift 25 Jahre Märkischer
Ruderverein", 1926)
Wer sich für eine Kanone hielt und ein Regattaheld
sein wollte, genoß im Wanderruderverein die denkbar
beste Vorbildung. Hunderte von Koryphäen, die später
in Grünau, Frankfurt am Main und Hamburg geglänzt
haben, wären ohne die Gigs der Wanderruderer
überhaupt nie zur Ruderei gekommen.
Richard Nordhausen
Berliner Lokalanzeiger, 14. November 1926
Von vornherein lag es im Plan, neben der Spree die Havel und die Gewässer hinter Königs
Wusterhausen für unseren Verein zu erschließen.
Bereits 1903 wurde mit dem Gastwirt Freund auf Pichelswerder ein Abkommen dahingehend
getroffen, dass er Grund und Boden für die
Errichtung einer Bootsunterkunftshütte zur
Verfügung stellte, eine ebensolche Abmachung wurde
1904 in Zernsdorf getroffen. Das Zernsdorfer
Bootshaus wurde später nach Cablow verlegt und dann
geschlossen. Stattdessen wurde im Jahre 1920, auf eigenem Grund und Boden, das
Zweigbootshaus in Neue Mühle bei Königs Wusterhausen
eröffnet. Darüber hinaus wurde, ebenfalls 1920,
eine Zweigabteilung in Werder gegründet, die
aber kurz vor dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgegeben werden musste.
Bei den beschränkten Mitteln des Vereins war
an größere Bauten in Pichelswerder wie in Zernsdorf
nicht zu denken, plante man doch den Bau
eines massiven Bootshauses in Baumschulenweg am Plänterwald. Alles bar bezahlen!" war vom
ersten Tag das Leitwort. 76.000,- Mark, die der
Märkische Ruderverein aus seinen laufenden
Einnahmen erspart hatte, sollten den Grundstock
dieses Hauses bilden. Den Restbetrag aufzubringen,
hatte sich eine größere Zahl von Mitgliedern
verpflichtet. Nach vollendeter Fundamentierung war
Ende Juli 1914 mit dem Bau begonnen worden - da brach, vier Tage später, der Krieg aus und die
Arbeiten wurden eingestellt. Erst elf Jahre später,
1925, konnte der alte Plan in vergrößertem
Maßstab, wieder aufgenommen werden. Nur dass es
jetzt doch sehr an den notwendigen Finanzen mangelte.
Bis zum Jahre 1914 hatte der Märkische
Ruderverein, trotz mannigfacher Widerstände unter
den Mitgliedern, in seiner Werbearbeit nicht
nachgelassen. So wehrte man sich gegen Nordhausens Absicht, dem bisherigen reinen Herrenverein
eine Mädchenabteilung anzugliedern: Als ich
1908 meinem Verein eine Mädchenabteilung
angliederte, kam es zu geradezu eruptiven Ausbrüchen
des Zorns, und meine ganze damalige Autorität
war nötig, um die Neugründung zu erzwingen."
Im Zuge des Beitritts des MR zum Deutschen Ruderverband im Jahre 1913 musste diese Abteilung
in den selbstständigen Berliner Ruderverein
,Frigga`" umgewandelt werden. Im Jahr 1915 zählte
die Frigga" bereits 219 Mitglieder. 1914 hatte
Richard Nordhausen, ebenfalls gegen erbitterten
Widerstand, den Jugend-Ruderverein Jung Frithjof"
ins Leben gerufen. Beide Vereine wurden mit dem MR zur Arbeitsgemeinschaft Märkischer
Adler" verbunden.
Der Erste Weltkrieg, dem 33 Kameraden des
Märkischen Rudervereins zum Opfer fielen, war
mit seinen Folgen nicht spurlos am MR
vorübergegangen. Das gesamte Barvermögen war verloren.
Eine Vollendung des 1914 begonnenen massiven
Bootshausneubaus schien infolge der Inflation
unmöglich geworden. Der Monatsbeitrag im
Jahre 1923 belief sich auf 12.000,- Mark, nach der
Inflation wurde er auf 4,- Mark zuzüglich 5,-
Mark monatlichem Baukostenzuschuss festgesetzt.
Inzwischen wurde trotz aller Schwierigkeiten
der Neubau in Baumschulenweg in Angriff genommen, unter großen finanziellen Opfern des
Vorstands und anderer Mitglieder 1926
überwiegend fertiggestellt und in seiner endgültigen
Gestaltung zum Abrudern 1929, wenn auch nur intern,
eingeweiht.
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Terminkalender", Januar/Februar 1930
erschienen:
ab 1930
Klapppostkarte im Format A6
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Märkischer Adler" (mit Vereinsnennung), Termin-Kalender, Dezember 1933
erschienen:
1933 bis Januar 1934
Postkarte im Format A6
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Märkischer Adler" (ohne Vereinsnennung), Termin-Kalender März 1934
erschienen:
ab Februar 1934
Postkarte im Format A6
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Vereinsnachrichten", Vereinsmitteilung 1/1935
erschienen:
1935 (monatlich) , Erscheinungsdauer unbekannt
Heft im Format A5
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Allzu viele Jahre konnten sich die Märker"
dieses prächtigen, ja beinahe pompösen
Bootshauses nicht erfreuen. Der Zweite Weltkrieg mit
seinen schrecklichen Folgen, in dem wiederum viele Kameraden ihr Leben lassen mussten, raubte
dem MR all seinen Besitz.
Der Stützpunkt Pichelswerder ging am 16.
Dezember 1943 in Flammen auf. Das Bootshaus in Baumschulenweg fiel mit allen darin
befindlichen Vereins- und Privatbooten und dem gesamten
Inventar in der Nacht des 29. Dezember 1943 durch Bomben der Vernichtung anheim. Schließlich
verloren wir auch noch den von allen Kriegsgeschehnissen verschont gebliebenen
Stützpunkt Neue Mühle durch Enteignung. Den Vorwand
für die Enteignung bot die Tatsache, dass der
Märkische Ruderverein im Zuge der nach der
Machtergreifung durch den Nationalsozialismus
erfolgten zwangsweisen Eingliederung aller Sportvereine
in den Deutschen, später NS-Reichsbund für
Leibesübungen von den Siegermächten ebenfalls
als Naziorganisation" angesehen wurde und
deshalb sein Eigentum der Beschlagnahme durch die sowjetische Besatzungsmacht verfiel. Eine
Rückübertragung nach der Wende erwies sich
aus rechtlichen Gründen als nicht mehr möglich.
Diese Entwicklung mitzuerleben, blieb Richard Nordhausen,
der 1941 verstarb, erspart. Bereits vorher,
im Jahre 1934, hatte er sein Amt als 1.
Vorsitzender an den langjährigen Schatzmeister des
Vereins, Erich Flügel, übergeben, der es bis zum
Kriegsende unter großen Widrigkeiten getreu verwaltete.
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Märkischer Ruderverein", Mitteilung Oktober 1944 (letzte vor Kriegsende)
erschienen:
bis 1944, Erscheinungsdauer unbekannt
Postkarte im Format A6
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Nunmehr hatte der Märkische Ruderverein
zunächst seine Tätigkeitsgrundlage verloren, er
war heimat- und besitzlos geworden. Aber der alte Märkergeist war nicht tot. Bereits ab 1946
fanden sich immer mehr der alten Mitglieder
zusammen, um sich über ein Wiederaufleben des
Märkischen Rudervereins Gedanken zu machen. Da kam
uns, nachdem die Vereinssperre aufgehoben und
durch das Vereinsgesetz von 1950 die Tätigkeit
von Sportvereinen ohne besondere Lizenzierung
durch die Besatzungsmächte zugelassen war, ein
glücklicher Umstand zu Hilfe.
Das dem Wasserbau-Fiskus gehörende
Pachtgrundstück in Pichelswerder war nach der
Zerstörung des alten Bootshauses durch ehemalige
Mitglieder abgeräumt und dann zwecks Erhaltung
für den Verein auf eigene Rechnung bis 1951
gepachtet worden. Der Senat von Berlin wünschte
nun, dass das Gelände wieder wassersportlich
genutzt und zu diesem Zweck der Verein neu
gegründet würde. Anlässlich der ersten
Nachkriegs-Weihnachtsfeier von Mitgliedern der
Baumschulenweger Gruppe mit den Kameraden von Pichelswerder im Dezember 1951, die
gleichzeitig der Erinnerung an das 50-jährige Bestehen
des Märkischen Rudervereins diente, wurde ein Ausschuss gewählt, der die Vorbereitungen
zur Wiedergründung des Vereins, unter anderem
auch die Grundstücksverhandlungen, zu
erledigen hatte.
Am 9. Februar 1952 war es dann endlich soweit. 47 ehemalige Mitglieder trafen sich im
Restaurant Schultheiss" am S-Bahnhof Sonnenallee. 41
von ihnen erklärten sofort ihren Beitritt zu dem
neuen Verein, der aus grundlegenden Erwägungen
zunächst unter dem Namen Märkischer Adler
Wassersportverein" gegründet wurde. Zum
Vorsitzenden wurde Kamerad Rudolf Selke gewählt.
In Ermangelung jeglichen Sportgerätes begann
der Verein seine Tätigkeit zunächst als Spar-,
Wander- und Geselligkeits-Verein". Die Beiträge waren
erklärtermaßen äußerst gering, so dass vorerst
keine Schätze angesammelt werden konnten.
Trotzdem wurden im Sommer 1952 zwei Doppelzweier
angeschafft, den Kaufpreis hatten einige Kameraden verauslagt. Im Oktober 1952 erfolgte die
Gründung einer Jugendgruppe mit zehn
Mitgliedern. 1953 konnte - wiederum mit
kameradschaftlicher Unterstützung - ein dritter Doppelzweier in
Dienst gestellt werden, um die aktive Jugendarbeit
weiter zu fördern.
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Mitteilungen" Nummer 1, Oktober 1953
erschienen:
Oktober 1953-1. Januar 1961, Nummern 1-61
ein Blatt im Format A4, selten zwei Blätter, eine Sondernummer:
Chronik und Tätigkeitsübersicht des ,Märkischen Adler'
Wassersportverein e.V.", Weihnachten 1953
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Als Bootshaus diente zunächst ein auf vier
Pfählen ruhendes Bretterdach zum Umkleiden und
als Regenschutz, von den Märkern liebevoll
Negerkral" genannt, eine aus einem alten
Küchenschrank mit Überdach gefertigte
provisorische Kaffeeküche" und eine Art Laubentoilette.
Diese drei Einrichtungen stellten damals den Gipfel
des Komforts dar. Die Boote mussten im Freien
lagern. Komfortabler wurde es im Herbst 1952 in Form
eines geliehenen Viermast-Armeezeltes, von den Märkern Zirkus" getauft, das für die nächsten
drei Jahre gleichzeitig Bootsunterkunft,
Gesellschaftsraum und Ferienheim war.
Nachdem bei der Wiedergründung des
Vereins bestehende rechtliche Bedenken
gegenstandslos geworden waren, wurde auf einer
Hauptversammlung im Juni 1954 beschlossen, den alten und
traditionsreichen Namen Märkischer
Ruderverein" wieder anzunehmen. Die Eintragung bei
Gericht erfolgte am 2. August 1954.
Allmählich wurde der Gedanke an ein neues
massives Bootshaus immer lebendiger. Wesentlich
kleiner und bescheidener als in Baumschulenweg würde es ausfallen, denn Grundstücksgröße
und Geldmittel ließen keinen Palast zu. Das Vermächtnis unseres 1946 verstorbenen Kameraden
Erich Sonnenthal - ein Boot trägt noch heute
seinen Namen - und ein Toto-Darlehen ließen
den Bootshausbau Wirklichkeit werden. Im
Frühjahr 1955 wurde in Eigenarbeit mit der Aushebung
und Planierung des Baugrundes begonnen. Am 29. Mai 1955 wurde der Grundstein gelegt und am 8.
Juni bereits Richtfest gefeiert. Bald darauf war der
Rohbau fertig. Aus finanziellen Gründen war an
eine Aufstockung zunächst nicht zu denken. Von
den für diesen Fall vorgesehenen zwei
Bootshallen wurde deshalb eine zu einem gemütlichen
Aufenthaltsraum ausgestaltet. Der Innenausbau, die
Installationen und vieles andere mehr wurden von den Märkern größtenteils selbst ausgeführt.
Trotz dieser mühsamen Wiederaufbauarbeit
wurde das Rudern nicht vergessen. Befreundete Nachbarvereine stellten den Märkern vor allem für
das alljährliche An- und Abrudern leihweise Boote
zur Verfügung. Denn bei allmählich wieder
zunehmender Mitgliederzahl reichten die drei
Doppelzweier trotz schichtweiser Belegung für einen
angemessenen Ruderbetrieb bald nicht mehr aus. Aber erst, als die Bauverbindlichkeiten
abgetragen waren, entschloss man sich 1956 zur
Anschaffung des ersten neuen Doppelvierers, der noch
durch eine Umlage finanziert wurde. 1957 folgte ein
gebrauchter Doppelvierer, 1958 wurde ein weiterer Doppelvierer in Auftrag gegeben, der auf
den Namen des Vereinsgründers Richard
Nordhausen" getauft wurde und auch heute noch
oft und gerne zu Ausfahrten genutzt wird. 1959 kam nochmals ein gebrauchter Doppelvierer
hinzu, 1960 ein Doppelzweier. 1964 wurde der Bootspark um einen stolzen Doppelachter
bereichert, der auf der Wassersportausstellung 1965 auf
dem Stand des Berliner Regattavereins bewundert
werden konnte. Nun hatten die Aktiven und vor
allem die Jugendabteilung wieder reichlich Bootsmaterial zur Verfügung, was sich in einem
Ansteigen der jährlichen km-Statistik bemerkbar machte.
Das alljährliche An- und Abrudern, aber auch
die traditionelle Pflaumenkuchenfahrt im Herbst
sah meist die gesamte Bootsflotte auf dem Wasser. Wanderfahrten quer durch das auf Grund
der Mauer so schmerzlich eingeengte
West-Berlin", die Teilnahme an Sternfahrten zu anderen
Vereinen und viele Wochenendausflüge
bestimmten und bestimmen das Ruderprogramm der
Märker. Zunehmend beteiligte man sich an
Gemeinschaftsfahrten des DRV und des Berliner
Regattavereins, die zum Rhein und zur Mosel, zum Main und
zur Donau, um nur einige zu nennen, aber auch ins Ausland, sogar bis nach Südamerika führten -
ganz im Sinne des Gründers Richard Nordhausen.
Aber auch feiern konnten und können die
Märker. Gemeinsam feierten Stammverein, Frigga"
und Jung Frithjof" ihr Stiftungsfest im
Bootshaus Baumschulenweg. Daneben veranstalteten
die Abteilungen eigene Feste wie einen
chinesischen Teeabend, einen Maskenball, ein Strandfest.
Zur Faschingszeit gab es karnevalistische Sitzungen
mit Elferrat, Funkengarde und Büttenrednern
aus Mitgliederkreisen. Nach dem Wiederbeginn waren das offizielle An- und Abrudern die Ereignisse
des Jahres". Schon bald wurde die Ballsaison
auch durch das Stiftungsfest" des Märkischen
Rudervereins bereichert.
Zum absoluten Höhepunkt der Festivitäten
vergangener Jahre gehörte dagegen das
alljährliche Sommerfest, für das zahlreiche Idealisten
das Bootshaus mit bühnen- und fernsehreifen
Kulissen in irgendein fernes Land verwandelten oder
in historische Zeiten versetzten.
So hatten nicht zuletzt diese Sommerfeste
den Namen des Märkischen Rudervereins in
Rudererkreisen bekannt gemacht. Alljährlich kamen
300 bis 400 Gäste, um eine tolle Nacht am
Pichelssee zu feiern. Leider sind diese Zeiten schon lange
vorbei. Aus den Sommerfesten wurden sogenannte Oldie-Abende,
die in unregelmäßigen Abständen
stattfinden, bei denen sich aber auch heute
noch zahlreiche Gäste aus befreundeten Vereinen
zu einem gemütlichen Plausch zusammenfinden.
Neben dem Feiern und Rudern kam und
kommt aber auch der Breitensport nicht zu kurz. Vom
LRV Berlin veranstaltete Fußball- und
Volleyballturniere, auch das alljährliche Schwimmfest
sahen und sehen häufig den Märkischen Ruderverein
in ihren Teilnehmerlisten. Zu einer festen
Einrichtung sind inzwischen die Tischtennis-Rundenspiele
geworden. Hier kämpfen Märker in
Spielgemeinschaft mit der Ruderriege der Turngemeinde
in Berlin (TiB) gegen andere Rudervereine um
Punkte und Klassenerhalt. Aber auch
Bergwanderungen und Radtouren gehören zum Programm des
Vereins.
Doch wie ging es weiter in den Jahren des
Wiederaufbaus? Bereits längere Zeit hatten Mitglieder
des Ruder Club Kirschner (RCK) vor allem zwecks Erfüllung des Winterruderwettbewerbs bei den
Märkern mitgerudert, da ihnen laut Mietvertrag
das Betreten des eigenen Bootshauses während
der Wintermonate nicht gestattet war. Dadurch
hatte sich zwischen beiden Vereinen eine
harmonische Kameradschaft gebildet. Schließlich kam
man überein, den RCK im März 1974 zunächst als
Untermieter" aufzunehmen, als dieser sich
gezwungen sah, sein altes Domizil aufzugeben. Aus
Rücksicht auf die traditionsgebundenen älteren
Mitglieder des RCK hatte man von einer Fusion
vorerst Abstand genommen. Diese erfolgte mit
eindrucksvoller Einstimmigkeit beider Vereine
schließlich drei Jahre später, am 1. März 1977.
Jetzt wurde auch wieder der Wunsch nach
einer Aufstockung des Bootshauses mit
vergrößertem Aufenthaltsraum laut, nicht zuletzt als Anreiz
für neu zu werbende Mitglieder. Nach intensiven
Beratungen und Gesprächen innerhalb des
Vorstandes und mit den Mitgliedern wurde im
November 1978 beim Senator für Bau- und Wohnungswesen
ein Antrag auf mögliche Erweiterung
eingereicht. Im Februar 1981 wurde der Bauantrag gestellt,
im April 1983 wurde er genehmigt. Gleich darauf wurde ein Bauausschuss gegründet, der nun
bis zur Fertigstellung des Gebäudes die
erforderlichen tangierenden Aufgaben, von der
Finanzierung über die Abstimmungen mit Behörden,
Bauleitung und Firmen bis zur Koordination der
Eigenleistungen und einer umfassenden
Mitgliederinformation bewerkstelligen musste.
Nach dem Zuwendungsbescheid im Februar
1984 galt es, die letzte große Hürde zu nehmen:
die Zustimmung der Mitglieder für das
Bauvorhaben einerseits und das Finden der Bürgen für die
Darlehenssumme andererseits. Aber die
Jahreshauptversammlung im März 1984 wurde zu einem
eindeutigen Vertrauensbeweis der Mitglieder für
den Bauausschuss und den hinter ihm stehenden Vorstand. Die Bürgschaft für die erforderliche
Darlehenssumme war in relativ kurzer Zeit
gezeichnet, dringend benötigte Spendenzusagen wurden
gemacht: So konnte am 2. Mai 1984, fast 5½
Jahre nach dem Antrag auf Baugenehmigung,
offiziell mit den Bauarbeiten begonnen werden. Und
war noch vom ersten Antrag bis zum Baubeginn so
viel Zeit vergangen, so ging es von da an in
nahezu atemberaubendem Tempo voran. In kürzester
Zeit und mit rund 2000 Stunden an Eigenleistung
der Mitglieder wurde der Rohbau erstellt, am 13.
Juli konnte bereits Richtfest gefeiert werden. Nur
ein knappes Jahr später, am 11. Mai 1985, erfolgte
die feierliche Einweihung, der Märkische
Ruderverein hatte endlich wieder eine angemessene
Heimstatt gefunden. Sie war zwar in den Einzelheiten
noch nicht ganz perfekt, viel Eigenarbeit war noch zu
leisten. Doch mit ungebrochener Energie und Freude wurden auch diese Probleme gelöst. Als dann
die zwischenzeitlich bei befreundeten Vereinen ausgelagerten Boote wieder im eigenen Stall"
standen, kam auch der Rudersport wieder zu seinem Recht, genauer gesagt: das Wanderrudern. Das
alljährliche An- und Abrudern erfreute sich
nicht zuletzt hinsichtlich des gemütlichen
Bootshauses wachsender Beteiligung, die LRV-Sternfahrten
sahen viele Märkerinnen und Märker in ihren
Reihen, Fahrtenberichte aus Nord und Süd und
West zeugen von der ruderischen Unternehmungslust der Vereinsmitglieder.
Als im Jahre 1990 das Wunder geschah und
die Grenzen fielen, waren die Märker unter
den Ersten, die in ihre Märkische Heimat
hinausruderten, um endlich all das kennenzulernen,
wovon ihr Vereinsgründer Richard Nordhausen in
seinen Schriften so begeistert erzählt hatte:
Müggelsee, Teupitzsee, Seddinsee, Spreewald, Oder
- ja, sogar nur nach Potsdam und Werder konnte man wieder rudern. Und es gab wohl kaum
etwas, was schneller zusammenwuchs als die Kameradschaft zwischen den Ruderern aus Ost und West.
Trotz aller Freude über die neu
erschlossenen Ruderreviere zeigte sich jedoch immer
deutlicher, dass der Märkische Ruderverein unbedingt
einer Verjüngung bedurfte. Der Strukturwandel
im Freizeitbereich hatte alle Vereine erfasst und
führte auch im MR zu einem deutlichen
Mitgliederschwund. Dem musste entgegengewirkt
werden. Eine Satzungsänderung, mehrere Tage der
offenen Tür" und verstärkte
Werbungsbemühungen aus dem Mitgliederkreis führten anfangs nur
zu einem geringen Mitgliederzuwachs. Doch das Engagement der Märker ließ sich nicht mehr
stoppen, neue Mitglieder kamen, wenn auch nicht so in Strömen, wie vor 100 Jahren. Das
Aufblühen unserer Jugendabteilung verstärkt die
Hoffnung, dass sich der Märkische Ruderverein mit Zuversicht auf den Weg in sein zweites Jahrhundert
begeben kann. Auch an Wochentagen ist unser Bootsplatz jetzt wieder belebter, Kinder
und Jugendliche tummeln sich, um sich auf kleine
und größere Fahrten zu begeben. Und bald
werden auch sie - von den Großen" in die
Geheimnisse der Wanderruderei eingeweiht - auf
Wanderfahrt gehen.
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Der Märker", Mitteilung 1/1999
erscheit:
seit 1961, Nummern 1/1961 bis heute, anfangs 6x jährlich, 1979/80 5x jährlich, seit 1981 4x jährlich
Heft im Format A5
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Unsere Aufgabe muss es nun sein, die
Begeisterung unseres Vereinsgründers für die
Wanderruderei, für unsere schöne märkische Heimat,
an unsere jungen Mitglieder weiterzugeben, ihnen aber auch das Gefühl für die nunmehr
100-jährige Tradition des Märkischen Rudervereins zu
vermitteln, für die Opferbereitschaft seiner
Mitglieder, ihren Verein durch die Wirren zweier
schrecklicher Kriege und ihrer Folgen am Leben zu erhalten.
Denn wenn auch heute jeder junge Berliner und
jede junge Berlinerin weiß, daß selbst der schmalste
Geldbeutel die Teilnahme an den Genüssen der
Wanderruderei ermöglicht, so drängt sich der Strom der
Sportlustigen doch auffällig in andere Gefilde. Und das
ist schade für beide Teile, die Berliner Jugend und
die sportliche Ruderei. Zwar hat es oft den Anschein,
als seien Spree und Havel bereits überfüllt, ein so
dichtes Gedränge rudernden, paddelnden, segelnden,
motorbootfahrenden Volks tummelt sich auf ihnen. Aber
jenseits von Königswusterhausen, hinter Neue Mühle,
dehnen sich noch schier endlose, wundervoll von Wald
und Wiesen umsäumte Wasserflächen, und auch um
Potsdam herum gibt es der stillen Winkel noch genug.
Es wird Aufgabe der Berliner Wanderrudervereine
sein, nicht stille zu stehen ..."
Richard Nordhausen
Berliner Lokalanzeiger, 14. November 1926
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Der Märker - Online", Internetauftritt Juli 2001
erscheit:
seit 1. Dezember 1996
seit 1. September 1999 unter der URL http://www.MaerkischerRV.de
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